Gemeinderat gibt Weg frei für SLG

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Werden in Bad Saulgau bald wieder Autos mit SLG-Kennzeichen zu sehen sein? ( (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
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"Ich kann das KfZ-Kennzeichen SLG nur begrüßen. Ich bin überzeugt, dass es Identität stiftet und das Wir-Gefühl der Bürger stärkt", sagte CDU-Stadtrat Raphael Osmakowski, als in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag im Stadtforum die Wiedereinführung des historischen Kennzeichens diskutiert wurde. Wobei eigentlich gar nicht viel Argumente dafür und dagegen ausgetauscht wurden, denn die Räte wollten schnell zur Abstimmung kommen.

Und diese Abstimmung fiel dann auch entsprechend klar aus. Bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde der Beschluss gefasst, dass die Verwaltung den Antrag für SLG stellen soll. "Das Kennzeichen wird als Marke wahrgenommen und ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich Bad Saulgau von anderen Gemeinden in der Region abheben kann", ergänzte Osmakowski-Miller. Er wird höchstwahrscheinlich einer der ersten Autofahrer sein, der SIG gegen SLG austauschen wird. Osmakowski-Miller war vor allem überrascht, dass viele junge Erwachsene in einer Umfrage der Hochschule Heilbronn Ende April den Wunsch nach SLG äußerten. Von den 251 befragten Menschen stimmten 71,4 Prozent für das historische Kennzeichen, 13,3 Prozent stimmten dagegen und 15,1 Prozent hatten keine Meinung (die SZ berichtete). Auffallend war, dass gerade die jüngere Generation zwischen 16 und 30 Jahren mit mehr als 90 Prozent die Wiedereinführung befürworteten. Die Abstimmung des Gemeinderats spiegelte das Umfrageergebnis wieder. Gegen die Wiedereinführung waren Tobias Müller von der CDU und Doris Gaißmaier von der SPD, die die ganze Diskussion für "überflüssig wie ein Kropf hält". Als gebe es keine andere Probleme, so Gaißmaier. Gerd Stolz, Fraktionssprecher der Freien Wähler, bat darum, dass Kennzeichen ohne längere Diskussionen frei zu geben. "Jeder soll dann seine eigene Entscheidung treffen", so Stolz.

Zu früh freuen dürfen sich die Befürworter des historischen Kennzeichens allerdings nicht. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit spricht der Bundesrat, der noch vor der Sommerpause die Entscheidung treffen wird. Während der Landkreis Sigmaringen die Wiedereinführung eher ablehnt, unterstützt der Städtetag die Liberalisierung. Durch den Beschluss des Gemeinderats wurde am Donnerstag jedenfalls der politische Wille öffentlich formuliert. Raphael Osmakowski-Miller und zahlreiche Bad Saulgauer Autofahrer müssen sich also noch ein wenig gedulden.

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