Freude am Spiel steht im Vordergrund

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Mit viel Eifer sind die Kinder der 3. und 4. Klassen der Berta-Hummel-Grundschule dabei, wenn in der Fußball-AG der Ball rollt.
Mit viel Eifer sind die Kinder der 3. und 4. Klassen der Berta-Hummel-Grundschule dabei, wenn in der Fußball-AG der Ball rollt. Sehr zur Freude von Schulleiterin Elisabeth Gruber (links hinten), Sportlehrer Benny Schoch (3.v.r hinten) und Can Ünal vom (Foto: Marc Dittmann)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Die Berta-Hummel-Schule und der FV Bad Saulgau kooperieren in Sachen Fußball. Im Rahmen der Fußball-AG für Jungen und Mädchen der Klassen 3 und 4 erhalten die Kinder Anleitungen nicht nur von ihrem Sportlehrer Benny Schoch, sondern auch von Can Ünal, Spieler beim FV Bad Saulgau und Inhaber der Trainer-C-Lizenz.

Es klingt nach jeder Menge Spaß, wie die 30 Kinder der Fußball-AG der Berta-Hummelschule dem Ball nachjagen. Das wird schon auf den ersten Blick sichtbar. Sich bewegen, freilaufen, Ball stoppen, schauen, passen. Das Einmaleins des Fußballs eben. „Die Kinder sollen in erster Linie einen Bezug zum Fußball entwickeln, Spaß an der Bewegung haben“, sagt Can Ünal, Fußballer des FV Bad Saulgau und Inhaber der Trainer-C-Lizenz. „In zweiter Linie ist es dann das Ziel, Talente herauszufinden“, sagt Ünal. Auch er weiß, dass es immer wichtiger ist, angesichts eines steigenden Angebots, die Talente möglichst früh abzuholen. Gemeinsam mit Benny Schoch, Lehrer an der Berta-Hummel-Grundschule, unter anderem für Sport, kümmert sich Can Ünal seit Oktober vergangenen Jahres um die Jungen und Mädchen der Fußball-AG, alle zwischen sieben und neun Jahre alt. Ünal und Schoch zeigen den Kindern Grundtechniken, lassen sie aber auch frei spielen. „Wir trainieren in gezielten technischen Übungsformen aber auch in Spielformen“, sagt Can Ünal. Aus Sicht von Benny Schoch ist die Zusammenarbeit ein Glücksfall. „Ich meine, wenn einer wie Can etwas erzählt, dann hat das immer noch eine andere Wirkung, als wenn ich das tue. Ich bin auch der Lehrer der Kinder, mich sehen sie jeden Tag, Wenn jemand wie Can von außen kommt, der so einen direkten Draht zum Fußball hat, hat das immer eine andere Wertigkeit“, sagt der Lehrer. Und so ergänzen sich die beiden vortrefflich. Das ist ihnen im Miteinander auch anzumerken. Gemeinsam geben sie den Kindern Tipps, ermahnen auch mal zu Ruhe und Disziplin, lassen aber in erster Linie dem Spiel freien Lauf, unterstützen die Mannschaftsbildung, wo sie können. „Can kommt aus dem Fußball. Ich bin in diesem Duo deshalb vielleicht eher für die soziale Komponente zuständig, das Miteinander“, sagt Schoch.

Denn dass Mannschaftsgeist im Sport sehr wichtig ist, haben nicht nur die deutschen Eishockeymänner bei den Olympischen Spielen in PyeongChang gegen übermächtig erscheinende Gegner bewiesen. „Wir haben mit der Mannschaft in diesem Schuljahr schon an drei Turnieren teilgenommen und zwei davon gewonnen, unter anderem in Ostrach“, erzählt Benny Schoch stolz. Im vergangenen Jahr erreichte die Mädchen-Schulmannschaft der Berta-Hummel-Schule durch einen Erfolg beim Finalturnier des Regierungspräsidiums Tübingen das Landesfinale. „Für die Kinder ist das immer ein absoluter Höhepunkt.“ Da sei es fast ein bisschen schade, dass es die zentrale Abschlussveranstaltung, das Finalturnier um den Drei-Löwen-Cup, auf dem Schlossplatz in Stuttgart in dieser Form nicht mehr gebe, bedauert Schoch.

Der FV Bad Saulgau ergriff die Chance, mit der Berta-Hummel-Schule zu kooperieren, nur zu gerne beim Schopf. „Natürlich ist es unser Ziel, hier auch das eine oder andere Talent zu entdecken. Eines, das vielleicht noch nicht bei uns im Verein ist“, sagt Can Ünal, der natürlich weiterdenkt. Eine AG in dieser Form wird es auch beim Störk-Gymnasium geben. „Gerne würden wir so etwas auch in den Kindergärten anbieten, aber da hat es bislang an der Bereitschaft gefehlt, mitzumachen“, bedauert Can Ünal.

Weitere Aktionen geplant

An der Berta-Hummel-Schule trainieren derzeit insgesamt 30 Kinder in der Fußball-AG. Immer montags für eineinhalb Stunden als Teil des Ganztageskonzepts an den Grundchulen. Sehr zur Freude auch von Rektorin Elisabeth Gruber, selbst stellvertretende Vorsitzende im Tennisclub Bad Saulgau. „Wir sind froh über jede Kooperation“, sagt Elisabeth Gruber. „Wir haben ja auch schon sehr gute Erfahrungen mit dem Tennis gemacht. Und außerdem ist das ja auch ein festgeschriebenes Bildungsziel, Kinder in den Verein zu bringen. Egal, ob das Sport oder Musik ist.“ Das fördere die persönliche Entwicklung und die Kinder seien gut aufgehoben, bekämen etwas für das Leben mit.

So ist der Sport exemplarisch so viel mehr, als nur dem runden Leder auf dem Parkett oder der Wiese nachzujagen. „Mädchen, Jungen - Kinder mit mehr Talent, andere mit weniger. Das ist alles nicht so wichtig“, sagt Can Ünal. „Im Frühjahr und Sommer wollen wir dann auch mal auf den Sportplatz an den Birkenweg gehen, damit die Kinder auch mal Fußball auf dem richtigen Rasen spielen“, kündigt Can Ünal an. Außerdem ist rund um die WM in Russland in Bad Saulgau eine Mini-WM geplant, inklusive Eröffnungsfeier.

Zunächst läuft die Partnerschaft bis zum Schuljahresende. Doch beide Seiten haben angekündigt, dass sie sich eine Fortsetzung vorstellen können.

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