FC Ostrach: Fußball-Landesligist will den Kopf freikriegen

 Er ist wieder da: Dieter Styben soll den Lautsprecher auf dem Platz geben. Hier versucht er Daniel Weber, damals beim SV Uttenw
Er ist wieder da: Dieter Styben soll den Lautsprecher auf dem Platz geben. Hier versucht er Daniel Weber, damals beim SV Uttenweiler, heute Trainer in Altheim, auzuhalten. (Foto: Archiv- Thomas Warnack)
Sportredakteur

Für Ostrachs Trainer Alexander Fischer fühlen sich die beiden Spielzeiten ein bisschen an wie eine - eine extrem lange. Praktisch kurz nach der Rückkehr aus einem dreiwöchigen Urlaub bat der Dompteur der Zebras seine Herde gleich wieder zum Training. Außerdem kämpfte er noch ein bisschen mit dem Jet Lag aus dem Urlaub und dann trat Fischer auch noch einen neuen Job an.

„Die Pause war zu kurz“, sagt Fischer, um sich sogleich selbst zu korrigieren. „Nein, sie war nicht zu kurz, es ging nur zu schnell wieder in die Vollen. Ich hätte gerne eine Woche mehr Vorbereitung gehabt, sechs Wochen. Aber das hätte bedeutet, dass wir nur zwei Wochen Pause gemacht hätten.“ Und das sei dann doch möglicherweise zu kurz.

„Es ist wie im vergangenen Jahr. Mit der Zeit wird sich zeigen, was richtig ist.“

Fischer erwartet guten Fitnesszustand

Denn Fischers Mannschaft brauchte eine Ausziet nach der anstrengenden, nervenaufreibenden Saison mit dem Herzschlagfinale, das dem FC Ostrach das zehnte Landesligajahr in Folge bescherte. Er erwarte von seiner Mannschaft einen guten körperlichen Zustand. „A... bewegen und nur eine Pause für den Kopf“, schloss die Handlungsempfehlung auf dem Vorbereitungsplan für die Saison 2022/2023.

„Das vergangene Jahr war extrem anstrengend, für alle“, sagt Fischer. In der Abstiegsrunde musste man immer voll konzentriert sein, während es in der Aufstiegsrunde für die Mannschaften in den hinteren Regionen doch lockerer zuging“, sagt Fischer. „In der Abstiegsrunde war viel los. Es herrschte viel Spannung. Ich meine, wenn ich sehe dass Mietingen in der Abstiegsrunde fünfmal gewonnen und steigt dann so ärgerlich ab (Relegationsniederlage gegen Oberzell) oder Bad Schussenried hat viermal gewonnen und verspielt des Klassenerhalt am letzten Spieltag durch eine Heimniederlage gegen Weingarten...“ Irgendwie können Alex Fischer und seine Mannschaft ihr Glück noch nicht ganz fassen.

Es fehlt ein erfahrener Spieler

Denn ein Blick auf die zurückliegende Saison eröffnet das Defizit der Buchbühlkicker. Leistungsmäßig waren sie von den Mannschaften ab Platz sechs nicht weit weg oder sogar auf Augenhöhe, mehr verhinderte oft nur das wichtigste Organ der Fußballer, das zwischen den Ohren. Nach so einer kurzen Pause müsse die Fitness stimmen, schließlich sei nicht viel Zeit gewesen hier abzubauen. „Ja, ich glaube hier liegen die drei, vier Gründe für unsere Saison.“

Dass seine Mannschaft gegen viele Mannschaften mithalten kann, daran glaubt Fischer noch immer. „Ich denke gegen die besten fünf Mannschaften brauchen wir einen Sahnetag, um etwas zu holen, aber gegen die anderen können wir durchaus auf Augenhöhe spielen. Wir haben halt noch eine sehr junge Mannschaft. Dazu hat Andreas Zimmermann sehr, sehr lange verletzt gefehlt. Ich habe zu unserem Abteilungsleiter Raphael Vetter gesagt: Mensch Ralle, verpflichte doch mal so einen 33 Jahre alten unbequemen Sechser“, macht der Trainer deutlich, dass dem FCO vor allem einer fehlt, der das Zepter auch verbal in der Hand hält.

Rückkehrer Dieter Styben als „Lautsprecher“?

Deshalb holte der FCO Dieter Styben aus dem „Ruhestand“. „Dieter hat sein Haus gebaut, er soll Kommandos geben“, sagt Fischer über den Außenverteidiger, Den Einwand Styben sei in der Vergangenheit nicht gerade als notorischer Schreihals aufgefallen, kontert Fischer. „In einem ruhigen Mäusekäfig fällt einer auf, der auch leise was sagt.“

Aus der zweiten Mannschaft stießen Marc Mooßmann und Lorenz Landes endgültig zum Kader, aus Pfullendorf kamen de Xhemajli-Brüder Enes und Edi sowie Serdar Yasici und vom SC Türkiyemspor stieß Haris Saljanin hinzu. „Die Xhemajli-Brüder und Serdar sind offensive Spieler, bei Haris müssen wir schauen. Aber alle vier sind richtig gute Fußballer.“ Die geben Fischer zusätzliche Alternativen an die Hand. „Es ist so, dass wir - abhängig davon in welchem System wir spielen - für jede Position zwei Spieler haben. Vergangene Saison war es doch so: Da hatte ich drei für zwei Positionen. Fiel ein Spieler aus, war der Ersatz für die andere Position weg,“ bemängelt er den fehlenden Konkurrenzkampf zuletzt.

Zimmermann trifft im Test doppelt

Mit den Testspielen ist Fischer nur bedingt zufrieden. „Gegen Ochsenhausen hatten wir gute Phasen, gegen den FCK/Hausen/Göggingen nicht so gute“, sagt Fischer. In beiden Spielen bewiesen die Ostracher aber Moral und glichen einen Rückstand aus. Im Falle des Ochsenhausen-Spiels gewannen sie die Partie sogar mit 2:1. Dank zweier Tore des eingewechselten Rene Zimmermann. „Wir haben Rene ein bisschen weiter in die Box gestellt“, sagt Fischer über den Ex-Ravensburger. Das tue ihm gut, denn so habe „Zett“ nicht so weite Wege bis zum Tor.

Bis zum Pokalspiel in Ravensburg am kommenden Wochenende und zum Test gegen den SC Pfullendorf (Fr., 29. Juli, 20.30), will Fischer seine Stammformation gefunden haben. Dreier- oder Viererkette? Wer darf von Anfang an ran? Denn bislang sei es so: Falle ein Spieler aus der angestammten Dreierkette aus, werde es eng. „Da fühlt sich die Mannschaft nicht mehr wohl.“ Mit seinem neuen Co-Trainer Stefan Sakru, der vom Kreisliga-A-Meister SC Pfullendorf II kam, will sich Fischer austauschen. „Der ist sicher nicht dazu da, Hütchen aufzustellen. Wir wollen diskutieren, miteinander entscheiden.“

Sechs Absteiger: Platz 13 reicht dieses Mal nicht

Auch Fischer weiß: „Es wird eine lange, anstrengende Saison. Wieder steigen sechs Mannschaften ab.“ Nur dieses Mal aus 18 Mannschaften. Heißt: Erneut Platz 13 würde nicht reichen, Platz zwölf brächte das unliebsame Relegationsspiel. „In erster Linie wollen wir den Klassenerhalt“, kündigt Fischer an.

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