Fastenbrechen bietet Raum für Gespräche

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Auch die Gemeindereferentin Ute Scherer und ihr Mann Bernhard sind der Einladung zum Fastenbrechen gefolgt (Foto: Anita Metzler-Mikuteit)
Schwäbische Zeitung
Anita Metzler-Mikuteit_

Vor wenigen Tagen hat der islamische Fastenmonat Ramadan begonnen. Viele Bad Saulgauer folgten der Einladung des türkisch-islamischen Kulturvereins zum Fastenbrechen nach Einbruch der Dunkelheit.

Bis zum 8. August sind Muslime weltweit aufgerufen, von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Rauchen zu verzichten. Gefastet wird jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres. Das Ritual stellt gleichsam eine der fünf Säulen des Islam dar. Ein täglicher Höhepunkt ist das Fastenbrechen nach Einbruch der Dunkelheit, das nach dem Abendgebet meist in Gemeinschaft zelebriert wird und Gäste in aller Regel willkommen sind. So war es auch am Donnerstagabend in der Fatih Camii-Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins in der Schwarzachstraße. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Bad Saulgauer Institutionen und Einrichtungen sind der Einladung der Integrationsbeauftragten der Moschee, Semanur Yilmaz, gefolgt, und haben gemeinsam mit den Fastenden nicht nur das leckere Festmahl, sondern auch die Kommunikation genossen. Dabei wurde so manche Frage gestellt. Etwa, wie die Fastentage mit bisher ausschließlich hochsommerlichen Temperaturen ohne einen Tropfen Flüssigkeit „auszuhalten“ sind. „Das geht, wenn man die richtige innere Einstellung dazu hat“, so die Antwort eines Mitglieds des Kulturvereins.

Minarette sind angedacht

Doch nicht alle haben seit Sonnenaufgang nichts mehr zu sich genommen. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen. „Ich faste nur in der kühlen Jahreszeit, jetzt im Sommer ist das schwierig für mich“, erzählt einer, der sich vorgenommen hat, in den folgenden Monaten „nachzufasten“. Reisende, Schwangere, stillende Mütter, Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen oder Kinder, kranke und alte Menschen sind von der Fastenpflicht ausgeschlossen. Vor dem gemeinsamen Essen wurde der gelungen renovierte Gebetsraum der Moschee besichtigt. Irgendwann sollen auf dem Gebäude zwei Minarette thronen. „Doch das dauert noch etwas, vielleicht in ein oder zwei Jahren, wer weiß“, erzählt ein Vereinsmitglied.

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