Fast alle nennen Türk Gücü als Favoriten

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Sigmaringendorfs Kapitän Sebastian Stengele (rechts), hier im Relegationsspiel gegen den FV Fulgenstadt im vergangenen Sommer (l
Sigmaringendorfs Kapitän Sebastian Stengele (rechts), hier im Relegationsspiel gegen den FV Fulgenstadt im vergangenen Sommer (li.: Felix Frauenhoffer), und seine Mannschaft würden den Schönheitsfehler der vergangenen Saison nur zu gerne reparieren. (Foto: Archiv- Karl-Heinz Bodon)
Mehmet Kacemer

Die Kreisliga B, Staffel 4, ist die einzige B-Liga, in der noch weitaus mehr erste als zweite Mannschaften spielen. Nur Laiz II und in Teilen Schmeien/Sigmaringen II sind Ausnahmen. Nach mehr als viereinhalb Monaten nimmt die Liga - bis auf die zwei Nachholspiele an Ostern - wieder ihren Betrieb auf. Es geht in der Liga eng zu. Zwar nimmt Schmeien derzeit Rang eins ein, aber bis einschließlich Rang sechs trennen die Kontrahenten nur sechs Punkte. Die meisten Mannschaften nennen bei der Suche nach einem Favoriten den SPV Türk Gücü.

SV Bingen/Hitzkofen: Trainer Alexander Schneider meint, es werde schwierig, vorne nochmals anzugreifen. Mit Philipp Schneider fehlt ein wichtiger Stammspieler. Schneider selbst könnte wieder spielen und wird dies vermutlich auch tun. Das erste Spiel nach der Winterpause gegen Trochtelfingen ist richtungsweisend. Gelingt ein Dreier und bleibt die Mannschaft verletzungsfrei, könnte das Relegationsspiel noch eine Option sein, für die es sich lohnt, alles in die Waagschale zu werfen.

SG Frohnstetten/Storz.: Vor der Saison wollte die SG unter die ersten Drei. Das Torverhältnis von 35:23 ist ein Wert, mit dem man in der Spitze mitmischen kann. Doch die SG ergatterte damit nur 16 Punkte und liegt zehn Zähler hinter der Spitze. Die Gründe: Den ersten Nackenschlag gab es in der Hinrunde mit dem 3:4 gegen Türk Gücü, als Merz & Co. trotz Überzahl unterlagen. Als gegen Mägerkingen und Trochtelfingen auch nur ein Punkt heraussprang, war der Weg klar. Siege wie gegen Weithart und Rulfingen/Blochingen zeigten in die richtige Richtung. Jetzt heißt es erst mal den Auftakt schadlos zu überstehen.

FC Laiz II: Gerade mal einen Sieg und ein Remis hat Laiz’ zweite Mannschaft in der Vorrunde aufs Tableau gemacht. Für den Ex-A-Ligisten bedeutet dies den derzeit letzten Rang. Fünf Punkte Rückstand haben die Grün-Weißen schon Rückstand auf die vor ihnen rangierenden Mannschaften aus Mägerkingen und Neufra. Natürlich trug die angespannte Personalsituation in der ersten Mannschaft einen Gutteil dazu bei.

TSV Mägerkingen: Konstanz sieht anders aus, als die Leistungen Mägerkingens in der Vorrunde. Gegen den Tabellenführer gab es einen Punkte, nur eine Woche nach dem der TSV gegen Bingen unter die Räder gekommen war. Und so setzte sich die Saison fort: 3:0-Sieg gegen Sig’dorf, 2:4-Pleite gegen Laiz II. Abteilungsleiter Michael Gühring schaut nach vorne. Seine Elf muss in der Rückrunde mehr Sicherheit an den Tag legen. Nicht helfen kann dabei Spielertrainer Mehmet Erol, der sich in der Winterpause einer Knieoperation unterziehen musste.

TSV Neufra/Hz.: Abteilungsleiter Markus Wengert hätte am liebsten jede Woche ein Erfolgserlebnis wie am 29. Oktober beim 4:0-Erfolg gegen Trochtelfingen trotz Unterzahl. Und auch der FV Weithart konnte gegen Neufra nicht punkten. Doch es gab auch deftige Niederlagen. Dies gilt es, in der Rückrunde abzustellen. Gelingt dies dauerhaft, ist ein Platz um Position fünf drin. Geschafft werden soll all dies mit einem Neufraer Urgestein: Martin Türk hat Ingo Allseits auf dem Trainerstuhl abgelöst.

SG TSV Rulfingen/FC Blochingen: Die SG befindet sich laut Rulfingens Abteilungsleiter Alfred Beck nach dem Zusammenschluss mit dem FC Blochingen immer noch in der Findungsphase. Es flutscht noch nicht reibungslos zwischen den beiden Traditionsvereinen. SG-Trainer Jörg Züfle ist aber zuversichtlich, dass es seine Mannschaft packen kann. Andere Vereine haben es vorgemacht. Ziel ist der Relegationsplatz. Doch gleich sechs andere wollen das auch. Das Potenzial bei der SG ist da.

TSV Sigmaringendorf: Gut hält sich der A-Liga-Absteiger. Dabei gibt Trainer Giovanni Figarini zu, dass sein Team einige Punkte glücklich geholt hat, Dreier eingeschlossen. Der relativ kleine Kader hat sich gut geschlagen und die Abgänge gut verkraftet. Es gilt dranzubleiben, engagiert zu Werke zu gehen, sonst wird der Ex-Bezirksligist Dauergast in der Kreisliga B. Über kurz oder lang soll es wieder eine Etage höher gehen. Wenn jeder soviel investiert wie Trainer Figarini, dann klappt dies auch. Es braucht aber Geduld.

TSV Trochtelfingen: Keine Veränderungen meldet Abteilungsleiter Michael Eberle - zumindest nicht auf Spielerseite. Bei den Funktionären sieht es etwas anders aus. Marco Renner und Andreas Abele kümmern sich fortan um die Jugend, folgen nach 15 Jahren auf Wolfgang Uhland. Das Saisonziel ist machbar, sofern sich die Truppe keine Aussetzer (0:4) wie gegen Neufra mehr leistet. Der Tabellendritte hat es in der Hand. Die Konkurrenz ist noch greifbar, die direkten Vergleiche könnten über den Titelkampf entscheiden. Das sich gut entwickelnde Mittelfeld der Assagour-Truppe hält die Fäden in der Hand und hat das Potenzial.

SPV Türk Gücü: Mit dem nominell stärksten Kader der Liga geht Türk Gücü in die Rückrunde. Die Abteilungsführung war in der Winterpause zwar unterwegs und hat sich den einen oder anderen Ergänzungsspieler angeschaut, hat aber nichts unternommen. Wie bei allen anderen Vereinen auch wird es darauf ankommen, wie die Bas-Truppe aus der Vorbereitungsphase herausgekommt. Da viele Spieler beruflich und studienbedingt ab und an fehlen, muss sich Spielertrainer Salih Bas etwas einfallen lassen.

SG SV U/Oberschmeien/SV Sigmaringen II: Der Verlust von Ansuma Nyassi (Ziel unbekannt) schmerzt. Trainer Marco de Vito macht keinen Hehl daraus. In der Hinrunde gab es einige unnötige Punktverluste, wie gegen Mägerkingen. Nach Meinung von de Vito werden die direkten Duelle am Ende ausschlaggebend sein. Zunächst gilt es den Verlust von Nyassi aufzufangen. Gelingt dies und kann de Vito den Kampfgeist seiner Elf wecken, ist mit der SG zu rechnen.

FV Veringenstadt: Wenn selbst das Tabellenschlusslicht mehr Tore geschossen hat als der FVV, dann ist auch Spielertrainer Kiertucki klar, wo der Hund begraben liegt. Aber: Es gilt mehr Zug in die Abwehr zu bringen, denn gegen Frohnstetten (0:11) und Weithart (0:9) musste der FVV 20 Gegentore hinnehmen. Dass es auch anders geht, zeigte die Mannschaft gegen Türk Gücü (0:1), als Veringenstadt wenigstens kämpferisch dagegenhielt. In der Rückrunde will Kiertucki die Klatschen vermeiden.

FV Weithart: Weithart hat wohl die meisten Veränderungen im Kader im Winter. Trainer Eberhard muss den Verlust von zwei wichtigen Kräften verdauen, kann aber - wenn auch vorerst nur neben dem Platz - auf Mike Senft zählen, der nach seiner Verletzung wieder in seinem Heimhafen angeheuert hat. Gegen Rundenende könnte er wieder ins Geschehen eingreifen. Vorerst hilft der Leistungsträger aber im Trainingsbetrieb. Trainer Eberhard ist mit der Vorrunde nicht zufrieden.

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