Fahrradführerschein bald auf dem Festplatz

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 Die Stadt Bad Saulgau will auf dem Festplatz einen neuen Verkehrsübungsplatz bauen. Der Standort am Flugplatz entspricht nicht
Die Stadt Bad Saulgau will auf dem Festplatz einen neuen Verkehrsübungsplatz bauen. Der Standort am Flugplatz entspricht nicht mehr den Vorgaben. (Foto: dpa)
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Die Stadt Bad Saulgau plant auf dem Festplatz einen neuen Verkehrsübungsplatz. Den bisherigen Standort am Flugplatz wird es dann nicht mehr geben. Etwa 130 000 Euro wurden dafür in den Haushalt eingestellt. Der Landkreis Sigmaringen unterstützt die Ausgestaltung des neuen Platzes mit einem Zuschuss von 20 000 Euro. Der Gemeinderat Bad Saulgau muss noch seine Zustimmung erteilen.

Wenn alles nach Plan läuft, werden in Zukunft die Viertklässler ihre Radfahrprüfung auf dem Festplatz und nicht mehr am Flugplatz absolvieren. „Der Verkehrsübungsplatz am Flugplatz entspricht nicht mehr den heutigen Standards“, sagt Bad Saulgaus Pressesprecher Thomas Schäfers. Anselm Hipp vom Landratsamt Sigmaringen, der als Fachbereichsleiter Bürgerservice auch für die Verkehrssicherheit zuständig ist, kann ergänzend dazu sagen: „Auslöser waren neue Vorgaben durch die Verwaltungsvorschrift Radfahrausbildung.“ Welchen Vorgaben die Verkehrsübungsplätze entsprechen müssen, regelt diese neue Verwaltungsvorschrift.

Diese sieht beispielsweise vor, dass ein Kreisverkehr und ein Fuß- und Radweg markiert sein müssen. Darüber hinaus muss das nötige Zubehör – Fahrräder, Verkehrsschilder und eine Ampelanlage – direkt vor Ort gelagert werden. „Diese Vorgaben können wir am Flugplatz nicht erfüllen“, ergänzt Thomas Schäfers.

Pflicht für Viertklässler

Von bislang 15 Verkehrsübungsplätzen im Landkreis Sigmaringen hatten sich im Dezember 2017 die Kommunen in Abstimmung mit der Polizei auf vier verbleibende Standorte geeinigt: Bad Saulgau, Sigmaringen, Ostrach und Meßkirch. Für Viertklässler aus Pfullendorf, wo der Verkehrsübungsplatz an der Sechslindenschule überflüssig wurde, hatte dies zur Folge, dass die Grundschüler mit dem Bus nach Meßkirch gefahren werden mussten. Die Radfahrprüfung ist Pflicht für alle Mädchen und Jungen der vierten Klassen. Die Polizei schreibt die Schulen an und stimmt mit ihnen die Termine ab. Bevor es für die Kinder auf den Übungsplatz geht, beschäftigen sie sich im Unterricht mit der Verkehrserziehung. Für die Radfahrprüfung stellt die Polizei die Räder, die Kinder bringen ihren Helm selbst mit.

Die Verwaltung rechnet für die Ausgestaltung des ebenen Platzes mit Markierungen und mobilen Verkehrsschildern mit Kosten von etwa 90 000 Euro. Etwa 40 000 Euro werden für das Gebäude unter anderem für die Unterbringung der Schilder, für die Räder, für Räumlichkeiten für die Polizei veranschlagt. „Auch die Segways der Tourismusbetriebsgesellschaft werden dort untergebracht“, so Thomas Schäfers. Die Planungen seien schon fortgeschritten, „weil sich die Verwaltung seit längerer mit diesem Thema auseinandergesetzt hat“. Unklar ist noch, welche Grundschulen aus den umliegenden Gemeinden den neuen Platz nutzen werden. 2019 soll er jedenfalls fertig sein, damit die Viertklässler dort ihren Führerschein machen können.

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