Exzellenzgymnasium: Spannung steigt

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Eine Zukunft der Gebäude des früheren Aufbaugymnasiums als Teil eines Exzellenzgymnasiums für den MINTech-Bereich scheint greifb
Eine Zukunft der Gebäude des früheren Aufbaugymnasiums als Teil eines Exzellenzgymnasiums für den MINTech-Bereich scheint greifbar. (Foto: Dirk Thannheimer)
stellv. Redaktionsleiter

Mit Spannung wird die Rede von Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Festakt am Samstag auch wegen des geplanten Exzellenzgymnasium für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINTech) in Bad Saulgau erwartet. Endgültig entschieden wird über das geplante Projekt auf dem Gelände des früheren Aufbaugymnasiums (frühere japanische Schule) zwar erst in einer der nächsten Sitzungen des Landeskabinetts. Allgemein wird aber davon ausgegangen, dass der Ministerpräsident erste konkrete Aussagen über Umfang, Kosten und Konzeption machen wird.

Die Südwestpresse hatte nach Informationen aus der CDU-Fraktion Zahlen aus einer Sitzungsvorlage veröffentlicht. Danach geht die Landesregierung bei dem Projekt von Investitionskosten in Höhe von bis zu 80 Millionen Euro aus. Der jährliche Aufwand wird auf sechs Millionen Euro geschätzt. Im geplanten Gymnasium mit angeschlossenem Internat sollen in den Klassen zehn bis zwölf die 192 besten Schüler im MINTech-Bereich aus ganz Baden-Württemberg lernen und forschen. Die neue Schule soll mit der Wirtschaft und den Universitäten eng verzahnt und vernetzt sein.

Die Zusammenarbeit soll im Wesentlichen durch digitaler Übertragungstechnik ermöglicht werden. Planungen von Vermögen und Bau in Ravensburg sahen auf dem Gelände die Sanierung und den Umbau des teilweise denkmalgeschützten, bestehenden Schulgebäudes und Neubauten für den naturwissenschaftlichen Bereich, das Internat und die Aula vor. Vermögen und Bau verwaltet als Landesbehörde Immobilien des Landes.

„Die Kabinettsvorlage befindet sich noch in der Feinabstimmung“, sagte Vizeregierungssprecher Arne Braun am Dienstag auf Anfrage. Aus diesem Grund wollte er die im Raum stehenden Summen nicht bestätigen. Das Kabinett werde aber „zeitnah“ über das Projekt entscheiden. Bürgermeisterin Doris Schröter will der Kabinettsentscheidung nicht vorgreifen, denkt aber, dass die Zeit für eine Entscheidung reif ist: „Das Projekt befindet sich schon lange in der Feinabstimmung, es hat eine Entscheidung verdient.“ Die im Raum stehenden Zahlen machten deutlich, dass es sich tatsächlich um ein „Leuchtturmprojekt“ handelt, das „im ländlichen Raum angesiedelt ist, aber auf das ganze Land ausstrahlt“.

Rudolf Lehn, der frühere Leiter des Schülerforschungszentrums (Sfz) in Bad Saulgau, und einer der ersten Ideengeber für dieses Gymnasium ganz neuer Art, hofft ebenfalls auf konkrete Aussagen des Ministerpräsidenten am Samstag. Das Projekt dürfe kein Feigenblatt sein. „Dieses Gymnasium muss eine Schule für die Spitze der Spitze im Land sein“, so der frühere Leiter des Sfz. Dafür brauche es die besten Schüler und die besten Lehrer.

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