Einsatz für Erdkröten, Frösche und Molche

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 Sind gemeinsam bei der Krötenaktion aktiv in Sießen und am Wagenhauser Weiher: (stehend von links): Katja Schmid, Gerti Löw, An
Sind gemeinsam bei der Krötenaktion aktiv in Sießen und am Wagenhauser Weiher: (stehend von links): Katja Schmid, Gerti Löw, Anja Nickol, Martina Boos, Eberhard Laub, Rudi Multer und Editha Merz, (knieend von links): Susanne Merz und Veronika Eberhart-Multer. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Anfang März bis Mitte April, wenn die Tage wieder länger und die Nächte milder werden, verlassen die Erdkröten und viele schützenswerte Amphibien der Region ihre Winterquartiere, um zurück zu ihren Laichgewässern, in denen sie geboren wurden, zu wandern.

Die Erdkröte verbringt den Winter eingegraben unter Laub, im Wald. Wenn die Nachttemperaturen wieder steigen, erwacht sie aus ihrer Winterruhe und wartet auf den geeigneten Zeitpunkt, die oft sehr mühselige Wanderung zu ihrem Laichgewässer zu beginnen. Wenn es dann auch noch regnet, begeben sich oft Tausende Tiere gleichzeitig auf Wanderschaft. Eine wahre „Explosion“ wanderlustiger Kröten beginnt. Mit nur einem Ziel: in den Gewässern, in denen sie einst geboren wurden, nun selbst für Nachkommen zu sorgen. Viele von ihnen erreichen aber ihr „Kinderzimmer“ leider nie, sie enden überfahren auf den Straßen, die ihren Wanderweg durchbrechen. Anfang März wurden daher Amphibienschutzzäune am Gemeideverbindungsweg Hochberg- Lampertsweiler durch die Pfadfinder „Royal Rangers“ sowie am Wagenhauser Weiher durch zehn freiwillige Helfer aufgebaut.

Die Errichtung der Schutzzäune in Sießen und in der Senke Richtung Wolfartsweiler übernahm wie jedes Jahr das Straßenbauamt. Während der Wanderzeit schauen die Helfer täglich zweimal (morgens und abends) nach dem Rechten. Nachts sind die Kröten insbesondere aktiv, sodass es früh morgens, aber vor allem auch am Abend nach Einbruch der Dunkelheit heißt: Kröten einsammeln und sie auf einen gefahrlosen Weg zu den Laichgewässern bringen, wo sie ihre Eier ablegen. Die Helfer sind dabei teilweise auch bei widrigen Wetterverhältnissen unterwegs, um den Tieren zu helfen. Beide, Mensch und Tier würden von umsichtigen und rücksichtsvollen Autofahrern profitieren.

Organisatoren dieser Aktionen sind der städtische Umweltbeauftragte, die Fachberater für Amphibienschutz Eberhard Laub und Martina Boos, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Naturschutzbund (NABU). Mitte April wurden die Zäune wieder abgebaut. Die freiwilligen Helfer ziehen für die Amphibienwanderung 2019 ein positives Fazit.

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