Ein unverzichtbarer Baustein der Jugendarbeit

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Anita Metzler-Mikuteit

Zahlreiche Gäste sind am Freitag ins Jugendhaus Underground gekommen, um das 20-jährige Bestehen des Kinder- und Jugendbüros Bad Saulgau zu feiern. Was mit wenigen Projekten seinen Anfang nahm, ist in zwei Jahrzehnten zu einem unverzichtbaren und umfangreichen Baustein in der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt herangewachsen.

„Es ist ein Segen für Bad Saulgau, das Haus Nazareth mit seinen Mitarbeitern hier in Bad Saulgau zu haben“, sagte Stadträtin Elisabeth Gruber. Dieses Statement, das sie auch in der druckfrischen Jubiläumsbroschüre kundtut, würden vermutlich alle unterstreichen, die an diesem Nachmittag ins Jugendhaus gekommen waren, um dem rührigen Team auf diese Weise Danke zu sagen und ihre Wertschätzung auszudrücken. Vor dem offiziellen Festakt nutzten die kleinen Gäste das riesige Spieleangebot. Schüler des Walter-Knoll-Schulverbunds sorgten für das leibliche Wohl.

Neben weiteren Interviewpartnern kommt in der Jubiläumsbroschüre auch Kreisjugendreferent Dietmar Unterricker zu Wort. Er erinnerte unter anderem an die 1990er-Jahre, als eine Gruppe junger Erwachsener mehr Angebote für Jugendliche von Seiten der Stadt einforderten. Dem folgten zunächst die Jugendkulturtage, danach wurde der Stadtjugendring gegründet. „Nach einem Bürgermeisterwechsel kümmerte sich die Stadt endlich selbst um die Jugendarbeit“, so der Sachgebietsleiter der Kinder- und Jugendagentur Ju-max. Damit erinnerte Dietmar Unterricker auch an den ehemaligen Bürgermeister Günter Strigl.

Erinnerung an Ohrfeige

Das tat auch das Team des Kinder- und Jugendbüros in einer kurzen Spielszene gleich zu Beginn des Festprogramms. Dabei wurde ein Teilnehmer von einem dunkel gekleideten Mann mit Hut geohrfeigt. So mancher Gast brauchte nicht lange zu überlegen, was es damit auf sich hatte. Günter Strigl hatte sich damals derart über Lärmbelästigungen von Jugendlichen auf dem Marktplatz aufgeregt, dass er einem Beteiligten kurzerhand eine Ohrfeige verpasste. Spätestens jetzt war klar: In punkto Jugendarbeit muss in der Stadt etwas passieren. So begann die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro, das dem Erzbischöflichen Kinderheim Haus Nazareth in Sigmaringen angegliedert ist, einer kirchlichen Stiftung öffentlichen Rechts.

Eine Liste aller Projekte und Angebote seit dem Anfangsjahr 1999 ließ nicht nur die stetig wachsenden Bedarfe im Bereich Kinder- und Jugendarbeit erkennen, sondern auch das unermüdliche Engagement und Ideenreichtum des Teams. Jahr für Jahr kamen neue Projekte, Veranstaltungen und Aktionen dazu. Ob Schulsozialarbeit, verlässliche Grundschule, unzählige Angebote rund ums Jugendhaus Underground, Ferienzeitbetreuung, der Sommerferienspaß, Berufsberatung, die Organisation der Kinderspielstadt Saulishausen, Klassenprojekte oder die Beteiligung an Arbeitskreisen auf Stadt- und Landkreisebene – die Liste der Aufgabenfelder ist über die Jahre stetig länger geworden.

Für seine „außergewöhnlich engagierte Arbeit“ wurde das Team auch von Bürgermeisterin Doris Schröter gelobt. Sie hob besonders das stets lösungsorientierte und ideenreiche Miteinander hervor – und nicht zuletzt die stets gute Stimmung im Team. Peter Baumeister, Direktor des Erzbischöflichen Kinderheims St. Nazareth, thematisierte das positive Miteinander aller Beteiligten und nannte Eckdaten der letzten 20 Jahre.

Umrahmt wurden die Geburtstagswünsche von einem launigen Quiz und Tanzaufführungen der Gruppen Step Up Crew und V-Move. Auch der Mensa-Chor der Berta-Hummel- und Erich-Kästner-Schule war mit von der Partie. Ebenso mutig kamen danach Alina Akyildiz und Melisa Sensoy auf die Bühne und begeisterten das Publikum genauso wie die Moderatorinnen Summ und Brumm. Zum Abschluss gab es eine Kinder- und Jugenddisco.

Die Jubiläumsbroschüren wurden mit tatkräftiger Unterstützung der Tintenklecks-Redaktion der Berta-Hummel-Schule und der Erich-Kästner-Schule erstellt und liegen im Jugendhaus Underground, im Bürgerbüro und anderen öffentlichen Stellen aus.

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