Ein Schwank in drei Akten regt zum Lachen an

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 Krisentreffen auf dem Schnäbeles-Hof. Was hat uns wohl die ungeliebte Urlauberin wieder zu sagen?
Krisentreffen auf dem Schnäbeles-Hof. Was hat uns wohl die ungeliebte Urlauberin wieder zu sagen? (Foto: Eugen Kienzler)
Eugen Kienzler

Wer einen amüsanten Abend mit viel Lachmuskeltraining erleben will, dem ist ein Besuch des Wolfartsweiler Theaters empfohlen: In dieser Einschätzung sind sich die Besucher der beiden ausverkauften Aufführungen des Schwanks in drei Akten von Bernd Gombold „Opa, es reicht“ einig.

Neben der Auswahl des Stückes, das in humorvoller Weise das problematische Zusammenleben zweier Generationen unter einem Dach persiflierte, sei auch die Besetzung der Rollen, bei der auch die beiden neuen Gesichter des Ensembles Patrick Fischer und Stefan Vogelmann einen gelungenen Einstand feiern, gut gewesen. Den neun Darstellern gelang es, die vielfältigen Elemente des Stücks zum Ausdruck zu bringen. Das originell gestaltete Bühnenbild, das von den Bühnenbauern Albert Mayer und Wolfgang Schaudt geschaffen wurde und so manch technischer Effekt, wie Motorradgeknatter und Kurzschlüsse, die von Julian Heinzler in Szene gesetzt wurden, taten ihr Übriges.

Offener Zwist zwischen den Generationen

Zur Geschichte: Es menschelt gewaltig auf dem Bauernhof von Schnäbeles. Da sind auf der einen Seite Opa Karl Schnäbele (Wilfried Öhler) und seine Frau Lena (Doris Schaudt). Er lebt im offenen Zwist mit seiner Schwiegertochter Magda (Katrin Birkhofer). Für diese resolute und lautstarke Bäuerin zählen allein Geld und Besitz, sie ist hemmungslos geizig und wirft ihrem Schwiegervater Verschwendungssucht zu Lasten ihres Erbes vor, da er sich Motorrad, Laptop und Handy leistet. Ihr einfach gestrickter Mann, der Bauer Paul (Gerd Müller), hat gegen ihre Wortgewalt keine Chance. Sichtlich auf die Nerven geht Magda auch ihre Schwiegermutter Lena, die nicht nur vergesslich ist, sondern auch so manche Dinge durcheinander bringt. Dies bekommt auch der geschäftstüchtige Versicherungs- und Staubsaugervertreter Friedhelm Friedlich (Stefan Vogelmann) zu spüren.

Auf dem Hof der Familie Schnäbele ist „Feuer unter dem Dach“. Opa Karl hat sich ein Motorrad mit Beiwagen gekauft, denn er will mit Oma Lena nach Italien fahren, dorthin wo die beiden einst ihre Flitterwochen verbrachten. Ein Anruf aus dem Krankenhaus scheuchen Paul und Magda auf. Karl hatte einen schweren Unfall und liegt mit dick verbundenem Kopf im Spital. Was die beiden nicht wissen: Opa saß gar nicht auf dem Motorrad, sondern ein Einbrecher, der auf seiner Diebestour einiges aus dem Hause Schnäbele, darunter auch die Schwarzgeldkasse, gestohlen hat. Opa nutzt die Gelegenheit, um seiner Familie und vor allem seiner streitsüchtigen Schwiegertochter, die auf ein vorzeitiges Erbe hofft, ein paar Streiche zu spielen.

Er zieht dabei aus seinem Versteck im Holzschopf alle Register, um für turbulente Verwirrung zu sorgen. Er will, dass die Jungen kapieren, dass Oma und Opa zwar alt sind, ihnen aber trotzdem Respekt gebührt. Für zusätzliche Aufregung auf dem Hof sorgen Mutter und Sohn Grabemann aus Hessen, die unfreiwillig auf dem Hof gestrandet sind. Der etwas tölpelhafte Sohn (Marco Naujoks) und die kratzbürstige Lore (Brigitte Huber) erleben dabei unliebsame Begegnungen mit der Mistgabel.

Opa Karl ist Teil des Verwirrspiels

Zu allem kommt Tochter Sylvi (Steffi Tagmann) vom Studium schwanger aus Italien zurück, der Vater des Kindes ist angeblich ein verheirateter evangelischer Italiener mit vier Kindern, der außerdem von der Mafia verfolgt wird.

Der Italiener entpuppt sich letztlich als Sylvis Freund Thomas (Patrick Fischer). Auch bei diesem Verwirrspiel hatte Opa Karl seine Hände im Spiel, obwohl er von seiner Enkelin immer wieder mit „Opa, jetzt reicht`s“ ermahnt wird. Das Ende dieser Persiflage sei hier nicht verraten, denn etwas Spannung für die weiteren Aufführungen müsse gewahrt werden.

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