Ein bisschen Lampenfieber gehört dazu

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Frau sitzt an einem Klavier
Anita Henkel ist eine der fünfzehn Teilnehmerinnen beim Regionalentscheid von „Jugend musiziert“ am kommenden Wochenende in Friedrichshafen. (Foto: amm)
Anita Metzler-Mikuteit

Nur noch wenige Tage, dann werden 15 Schüler der Bad Saulgauer Musikschule nach Friedrichshafen fahren und beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ ihr Können unter Beweis stellen. Mit dabei ist Anita Henkel. Und genau wie bei den anderen Teilnehmer steigt allmählich die Aufregung.

Aber die ist auch gepaart mit Vorfreude. Schließlich ist es ihr eigener Entschluss, der dortigen Jury zu zeigen, was sie in der Vergangenheit gelernt hat. Und wie viel Zeit sie für Proben investiert hat. In der Regel setzt sie sich einmal täglich ans Klavier. Das steht mitten im Wohnzimmer, das große Fenster lässt viel Licht und Sonne in den Raum. Ein richtiger Wohlfühlplatz, um sich dem Klavierspiel hinzugeben. Das findet auch ihre Katze Butzi. Die kommt regelmäßig vorbei und macht es sich auf dem Klavierstuhl gemütlich. Genau so, wie es Anita früher bei ihrem Opa gemacht hat. Der war ein passionierter Musiker, saß als Klarinettist auch gerne mal am Klavier, hat seiner Enkelin anfangs kleine Stücke vorgespielt und ganz nebenbei spielerisch, mit kleinen, selbst erfundenen Geschichten zu einzelnen Tonarten, ihr Interesse geweckt. Und dabei vermutlich auch schon ihr musikalisches Gehör geschult.

Genauso wie ihre Mutter. Sie war selber lange Jahre Klavierschülerin bei Ralf Hohn, dem Leiter der städtischen Musikschule in Bad Saulgau. Anita hat denselben Weg eingeschlagen und wird seit sechs Jahren von ihm unterrichtet. Und Vater Marco? „Ich hab das neue Klavier gekauft“, schmunzelt er und freut sich, dass es von Tochter Anita und seiner Frau Antje so rege genutzt wird. Marco Henkel verbringt seine Freizeit unter anderem am Schülerforschungszentrum. Dort betreut er die Technikgruppe Agrar- und Industrieroboter, zu der auch Anita gehört und dort ihre Freude am Programmieren entdeckt hat. Auch in der Theater-AG am Jungen Kunsthaus ist sie aktiv. Und die Teilnahme an der Kunst-AG am Störck-Gymnasium steht auch schon fest in ihrem Terminkalender. „Aber das sind alles Dinge, die große Freude machen und eher entspannend wirken“, sagt die Dreizehnjährige.

Und Antje Henkel freut sich, dass es grundsätzlich so viele tolle Angebote für Kinder und Jugendliche gibt. „Ich finde es schön, wenn sie so vieles ausprobieren und reinschnuppern können“. Und wenn mal keine Termine anstehen und die Hausaufgaben gemacht sind, hat sie Zeit zum Lesen. Auch eine große Leidenschaft von ihr. Aktuell liegt Madeline Millers’ „Ich bin Circe“ auf dem Tisch. Oder „Action Shadow Agents“ von Ivo Pala. Und natürlich Notenmaterial von Edvard Grieg. Am Samstag wird sie seine Kompositionen „Zug der Zwerge“ und „Heimweh“ zum Besten geben. Zudem hat sie sich für Bèla Bartòks „Rumänische Volkstänze“ entschieden und „Präludium und Fuge C-Moll“ von Johann Sebastian Bach.

Auch wenn das Lampenfieber wenige Tage vor dem Wettbewerb merklich steigt, freut sie sich auf den Samstag. „Ich spiele trotzdem gerne vor“, sagt sie. Denn sie weiß, dass eine gewisse Anspannung vor Auftritten einfach dazugehört. Und dass das Gefühl, sich mutig auf die Bühne gewagt und sich der Jury gestellt zu haben, ein richtig gutes ist. Aufbauend auf den Regionalentscheid in Friedrichshafen am Wochenende folgt der Landesentscheid in Tuttlingen und – als letzte Wettbewerbsphase – der Bundesentscheid in Freiburg . 62 Teilnehmer aus dem Landkreis Sigmaringen sind beim ersten Wettbewerbsteil in Friedrichshafen mit dabei. Und hoffen natürlich auf eine Nominierung. Unter dem Dach des Deutschen Musikrats ist „Jugend musiziert“ das bundesweit renommierteste Musikförderprojekt.

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