Viktoria Matt (links) und Sophia Keller überzeugen beim Ave Maria.
Viktoria Matt (links) und Sophia Keller überzeugen beim Ave Maria. (Foto: Wolfgang Lohmiller)
Schwäbische Zeitung
Wolfgang Lohmiller

Die Bad Saulgauer Mädchenkantorei imponierte bei ihrem geistlichen Konzert in der St.- Johannes-Kirche durch hohe Ausdruckskraft, Einheitlichkeit und viele Solistinnen auf hohem sängerischem Niveau.

Bereits der Einzug mit einer sehr schönen Fassung des Adventslieds „Maria durch ein Dornwald ging“ strahlte in der voll besetzten St.-Johannes-Kirche eine feierliche Stimmung aus. Sehr eindringlich und homogen sang der Chor Josef Rheinbergers „Alma redemptoris mater“. Ein Erlebnis war das „Prope est dominus“ des gleichen Komponisten, das Corina Michelberger sehr ausdrucksvoll und mit durchtragender Stimme zu Gehör brachte. Sanft, aber mit großem Stimmvolumen, sangen Viktoria Matt (Sopran) und Sophia Keller (Mezzosopran) das „Ave Maria“ von Diabelli, mit großen Bögen und herrlichen Crescendi. Sehr anspruchsvoll war das Chorwerk „Wohlauf mit hellem Ton“ von Gerhard Kronberg, das die Mädchenkantorei klangvoll und rhythmisch korrekt zu Gehör brachte. Triumphierend sangen die Mädchen Glucks „Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt!“, in dem auch betrachtende und leise Stellen zu ihrem Recht kamen.

Volker Braig, der den Chor souverän und einfühlsam begleitete, imponierte auch mit zwei anspruchsvollen Choralvorspielen von Max Reger. Ein wahrer Weckruf was das „Wachet auf, ruft uns die Stimme!“.

Wohldosiertes Solo

Ein Hochgenuss war die Sopranistin Theresa Heinzelmann: nach einem sehr feinen Orgelvorspiel brachte sie Joseph Haydns Solo-Arie „Ein´ Magd, ein´ Dienerin“ zu Gehör: Wunderbar durchgezogen, mit wohldosierter Stimme, mal fein, mal zupackend, stets mit sehr viel Ausdruck. Zu Telemanns „Lobet den Herrn, alle Heiden“ kam die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben dazu, ein höchst professionelles Ensemble, das mit Volker Braig an der konzertierenden Orgel einen schönen Klangkörper bildete. Hier imponierten Laura Pfeiffer und Katharina Burger mit ihren schönen Soloeinlagen. Die „Missa Aloysii“ von Michael Haydn bot neben Chor und Orchester auch vielen Solistinnen die Gelegenheit, ihre Gesangskunst zu präsentieren. Allen Mädchen, die solistisch aufgetreten sind, kann attestiert werden, dass sie mit klarer und freier Stimme gesungen haben.

Im Kyrie klangen Mareike Hofmann, Fiona Skuppin und Jutta Weber wunderbar zusammen. Beeindruckend war auch das Gloria mit Hedwig Scham, Sabine Tausch und Rebecca Sugg mit ihrer vollen Stimme. Getragen erklang das Sanctus mit Sonja Gabriel, Anna Haberbosch und Rebecca Sugg, sehr liebevoll und schön aufeinander aufgebaut das Benedictus mit Theresa Heinzelmann, Anna Haberbosch und wieder Rebecca Sugg. Wunderbar auch das „Agnus Dei“, das Victoria Matt und Rebecca Sugg sehr ausdrucksvoll sangen, wunderschön die Koloraturen im „Dona nobis pacem“!

Stets übernahm auch der Gesamtchor einen wichtigen Part und imponierte durch innere Geschlossenheit. Im „Laudate pueri“, ebenfalls von Michael Haydn, jubelte der Chor, lebte auf mit einem lebendigen „Halleluja“, überzeugte aber auch bei leisen, anbetenden Stellen.

Lang anhaltender Applaus

Für den langen Applaus bedankte sich die Mädchenkantorei mit einem weiteren „Halleluja“ und nochmals Glucks begeisterndem „Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt!“. Es war ein bewegender geistlicher Konzertabend.

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