DSL-Ausbau erreicht die Gewerbegebiete

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Die Solidaraktion wird fortgesetzt: Martin John von der Deutschen Telekom (sitzend links)und der Erste Beigeordnete Richard Stri (Foto: Rudi Multer)
Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Auf die Ankündigung folgt der Start: Die Datenautobahn DSL kommt nach Bondorf, Braunenweiler, Bogenweiler, Sießen und in drei Bad Saulgauer Gewerbegebiete. Der neue Schritt beim Ausbau der Breitbandversorgung weist Besonderheiten auf. Eine davon: Zwischen Bondorf und Braunenweiler wird aus Kostengründen die Leitung oberirdisch an Masten verlegt.

Großer Bahnhof im Sportheim in Braunenweiler: Ortsvorsteher Berthold Stützle begrüßt seine Kollegen Anton Baumgartner aus Bondorf und Josef Halder aus Bogenweiler, die engagierten Spendensammler für die DSL-Versorgung in Bad Saulgaus Teilorten und vor allem Franz und Regine Frauenhoffer von der Frauenhoffer-Stiftung. Martin John, der regionale Betriebsleiter für die Breitbandversorgung der Telekom, und der Erste Beigeordnete Richard Striegel unterzeichnen an diesem Tag zumindest symbolisch den Vertrag, mit dem sich das Telekommunikationsunternehmen zum weiteren Ausbau der Breitbandversorgung verpflichtet. Die Stadt fördert die Maßnahmen mit 375 000 Euro.

Als Geburtshelfer wirkt die Franz und Regine Frauenhoffer-Stiftung mit. Diesmal in einer neuen Rolle. Das neue Projekt verlangt die neue Rollenverteilung. Während bei den inzwischen abgeschlossenen Projekten die Frauenhoffer-Stiftung auch als Auftraggeber gegenüber den Telekommunikationsunternehmen aufgetreten ist, übernimmt diesmal die Stadt die Rolle.

Der Grund: Im Außenbereich darf sich die Stadt nicht einmischen. Staatliche Wettbewerbshüter sähen das als Bevorzugung eines Anbieters und damit als Wettbewerbsverzerrung. Jetzt sieht das anders aus: Der städtische Zuschuss gilt jetzt als Gewerbeförderung. „Je näher wir an die Stadt kommen, umso mehr betreiben wir Gewerbeförderung“, macht Franz Frauenhoffer deutlich. Mit Zuschüssen aus den üblichen DSL-Programmen sei es, so Frauenhoffer, schwierig. Denn die greifen nur für eine DSL-Grundversorgung. Die derzeitige Versorgung sei dafür zu gut. Ein Teil des Gebiets hat sogar die Möglichkeit schnelles Internet über Kabel BW zu beziehen. Doch eben nicht für alle. Franz Frauenhoffer will DSL für alle und ein möglichst schnelles Internet dazu. „Wir wollen mehr als DSL 2000“, sagt er. Für einen Ausbau für eine solche Geschwindigkeit gibt es noch Zuschüsse. Mit dem Vertrag mit der Telekom über die Versorgung mit VDSL 50000 ist ein Vielfaches möglich.

Stiftung als Spendensammler

Geändert hat sich das Zusammenspiel mit der Stiftung. „Jetzt sind wir Spendensammler“, so Frauenhoffer. Die Spendensammler der privaten DSL-Initiativen vor Ort werden weiter von Tür zu Tür gehen. Über die Stiftung sollen die Spenden an die Stadt Bad Saulgau weitergereicht werden: „Der DSL-Ausbau in Bad Saulgau ist und bleibt eine solidarische Gemeinschaftsaktion.“ Dazu gehören auch die Gewerbetreibenden in den Gewerbegebieten. Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsförderung am 28. Mai soll für eine Unterstützung des Projekts beim Gewerbe geworben werden.

Richard Striegel betont, schnelles Internet sei ein wichtiger Standortfaktor bei der Gewerbeansiedlung. Martin John von der Telekom zeigt sich begeistert von der Initiative der Frauenhoffer-Stiftung: „Solche Projekte machen Spaß.“

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