Zwei, die mit unterschiedlichen Ambitionen in die Saison gehen. Der FC Inzigkofen/Vilsingen/Engelswies (links: Albert Münch) mu
Zwei, die mit unterschiedlichen Ambitionen in die Saison gehen. Der FC Inzigkofen/Vilsingen/Engelswies (links: Albert Münch) muss ohne seinen Goalgetter der vergangenen Jahre, Jonas Back, auskommen, der SV Braunenweiler (re.: Felix Reuter) sagt selbstbewusst als Ziel: „Besser als im Vorjahr“ - da belegte der SV Braunenweiler am Ende Rang vier. (Foto: Thomas Warnack)
Mehmet Kacemer

Ein verschärfter Abstieg mit drei direkten Absteigern plus der Relegationsplatz erwartet die 16 Mannschaften der Kreisliga A Staffel 2. Ursache waren die zwei direkten Absteiger FC Laiz und der SV Sigmaringen die direkt aus der Bezirksliga abgestiegen sind. Die SG Alb-Lauchert hätte die Situation etwas entschärfen können aber in der Qualifikation zur Relegation verloren die Mannen um das damalige Trainerduo Bitzer/Jäger gegen Ringingen. Der FC Krauchenwies I war auch noch in der Auslosung konnte aber noch den Kopf aus der Schlinge ziehen. Aus der Kreisliga B verstärken die SG Frohnstetten/Storzingen und der SV Hochberg die Staffel. Staffelleiter ist ein weiteres Jahr Michael Mann aus Langenenslingen.

SGM Alb-Lauchert: Die Findungsphase nach der Gründung der Spielgemeinschaft aus TSV Gammertingen und SG KFH Kettenacker ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt erste Erfolge. Zwar gab es in der Qualifikation zur Relegation gegen Ringingen eine Niederlage unter den Augen des neuen Trainers Heinrich David, aber gute Ansätze für eine erfolgreiche Zusammenarbeit hat er gesehen. Im zweiten Halbjahr erhielt der Nachwuchs Einsatzzeiten gegeben. Auch eine Anerkennung an die Jugendtrainer der SGM. Zwar musste sich die SGM am Ende dem SV Langenenslingen geschlagen geben, doch nun unternimmt die SGM einen erneuten Anlauf.

SV Bolstern: Trainer Franz-Peter Scherer hat sich des SV Bolsterns schon in der Winterpause angenommen, auch weil er wusste, wie schwer es im Kampf um den Klassenerhalt werden würde. Doch schon in der vergangenen Saison sprang Bolstern dem Abstiegsgespenst von der Schippe. Da es in dieser Saison drei direkte Absteiger geben wird, ist zu erahnen, dass es mit dem Klassenerhalt noch enger wird. Auf vier Stammkräfte muss Trainer Scherer verzichten. Auf die Verantwortlichen wird viel Arbeit zukommen.

SV Braunenweiler: An den November 2019 hat der SV Braunenweiler wahrscheinlich keine guten Erinnerungen. Nur ein Punkt aus drei Spielen gegen vermeintlich schwächere Mannschaften dämpften die Hoffnungen, vorne dabeizubleiben. Dass man es kann, hat die Truppe danach bewiesen, blieb unter anderem gegen den Meister Langenenslingen ungeschlagen. Die zwei Abgänge allerdings könnten schwer wiegen. Torhüter Martin Kisslinger wird als Rückhalt fehlen, Marc-Andre Schauperl war ein Torgarant. Beide bleiben in anderer Funktion dem Verein erhalten und wenn Not am Mann ist, könnte man auf sie zurückgreifen. Trainer Manfred Pütz hat in Hundersingen sehr gute Arbeit geleistet. Jetzt gilt’s in Braunenweiler.

SV Bronnen: Auch Bronnen profitierte in der vergangenen Runde davon, dass mit Krauchenwies/Hausen II und Hoßkirch am Ende zwei Vereine schlechter dastanden und sich - erfolglos - gegen den Abstieg stemmen mussten. Der verschärfte Abstieg macht die Situation für Trainer Mak und seiner Truppe nicht leicht. Und im Sommer verlor das Team mit Senad Delic auch noch einen sehr guten Torhüter, der sein Glück in Hettingen sucht. Mit Meik Flad kommt zwar wieder ein Keeper, aber die Fußstapfen von Delic sind groß. Abteilungsleiter Uwe Voss und seine Funktionäre haben in den vergangenen Jahren immer Trümpfe in der Hinterhand gehabt. Es wird wieder Zeit, wieder einige auszuspielen.

SG Frohnstetten/Storz.: Länger hätte das entscheidende Spiel der letzten Saison in Trochtelfingen nicht dauern dürfen. Es war ein echter Aufstiegskrimi. Eine Etage höher geht es für die SG zunächst mal um den Klassenerhalt. Den Hurra-Fußball der vergangenen Runde weiterzuspielen wäre Harakiri, zumal mit Florian Merz der Denker und Lenker aufgehört hat. Auch Daniel Schwarz hätte sicher noch für Entlastung sorgen können, aber auch erhängte die Stiefel an den Nagel, und auch Melcher war Stammspieler. Der derzeitige Kader ist so ausgeglichen und erfahren, dass der Klassenerhalt drin ist.

FV Fulgenstadt: 15 Spieler trugen sich in der abgelaufenen Runde in die Torschützenliste ein. Fulgenstadt ist stark in der Breite, suchte im Sommer in aller Ruhe nach einem neuen Übungsleiter und fand ihn im erfahrenen Christoph Kappeler. Ein Trainer, der sich im Bezirk Donau richtig gut auskennt. Der Klassenerhalt ist das Ziel des Vereins, der auch im angesichts der vielen Lokalkämpfe noch seinen Platz suchen wird. Endgültig verabschiedet hat sich Kevin Kraft, der eigentlich schon in der vergangenen Runde nicht mehr spielen wollte, sich aber nochmals überreden ließ und für wichtige Tore sorgte.

SV Hochberg: Eigentlich verfügt der Verein über genügend Erfahrung und auch ausreichend routinierte Spieler, um die Klasse zu halten. Aber ein Großteil der Mannschaft ist schon älter, könnte also Probleme bekommen, wenn die Spiele nach der 80. Minute noch nicht entscheiden sind. Aber die alten Hasen werden schon wissen, wie sie mit den jungen Garden umzugehen haben. Doch es warten sehr viele Derbys auf die Hochberger, alls Bad Saulgauer Mannschaften sind in der Liga versammelt. So lautet das Ziel Nichtabstieg.

FC Inzigkofen/Vil./Eng.: Ein Dauerzustand sollte es nicht werden, dass jedes Jahr ein Leistungsträger geht. Nach Mike Bockstart verließ dieses Mal Jonas Back die Mannschaft Richtung FCK/Hausen. Die 14 Tore der vergangenen Saison werden fehlen. Trainer Andreas Beck hat als Saisonziel einen gesicherten Mittelfeldplatz ausgegeben. Realistisch wenn man bedenkt, dass es in der vergangenen Runde Punktverluste gegen Krauchenwies II und gegen Hoßkirch gab. Doch Bonuspunkte gegen vermeintlich stärkere Gegner (Braunenweiler, FV Bad Saulgau) hatten zur Folge, dass FC 99 mit dem Abstieg nichts mehr zu tun bekam.

FC Laiz: Rückblick ins Jahr 2007: Trotz einer 0:1-Derbyniederlage stieg Laiz in die Bezirksliga Donau auf, spielte erfolgreicheren Fußball, als finanzstärkere Vereine aus der Umgebung, kratzte sogar in der Landesliga, ja verspielte einen sicher geglaubten Aufstieg. Etwas mehr als eine Dekade dauerte diese Phase, ehe der Abstieg folgte. Mit diesem beendeten fünf Leistungsträger ihre Karrieren. Die Zugänge könnten die Verluste auffangen. Heiko Stauss und Anton Sachnüger sind erfahrene Bezirksliga-Spieler, Sercan Özen spielte zuletzt beim TSV Harthausen/Scher, Alexander Schneider kommt aus Bingen. Und weil das Trainertrio weitermacht, ist mit dem FC Laiz zu rechnen. Vielleicht reicht es (noch) nicht für ganz vorne, aber Laiz wird größte Gegenwehr leisten.

FC Ostrach II: Zweimal unternahm der FCO II einen Anlauf in der Relegation, jetzt klappte es ohne Saisonverlängerung, pünktlich zum 100-jährige Bestehen des Vereins ging es ohne Umleitung direkt nach oben. Bezeichnenderweise siegte Hochberg kurz vor Saisonende auch in Hochberg. Für die Zebras ist das Saisonziel mit dem Nichtabstieg klar gesteckt. Gleichzeitig ist die zweite Mannschaft in der Kreisliga A ein glänzender Unterbau für die Landesligaelf. Und: Sicher gibt es ab und zu Verstärkungen im Ostracher Kader aus der ersten Mannschaft.

SV Renhardsweiler: Mit 49 Toren holte Renhardsweiler in der vergangenen Saison 41 Punkte. Mit etwas mehr Glück wäre mehr drin gewesen als Rang fünf. In den Vorjahren war die Truppe sehr launisch. Selbst Insider konnten die Mannschaft schlecht einschätzen, sodass die Mannschaft zwischen Extremen schwankte. Der Vorsitzende Thorsten Pohl und seine Mitstreiter sind zuversichtlich, wieder eine starke Truppe stellen zu können. Im Pokal gegen Blönried/Ebersbach waren gute Ansätze sehr gut zu erkennen. Für den Liga-Start gegen den FV Bad Saulgau erhofft sich der SVR, dass die Mannschaft das abruft, was sie kann.

FV Bad Saulgau: Im Gegensatz zur letzten Saison ist es auf dem Spielermarkt in Bad Saulgau recht ruhig geblieben. Die Mannschaft hat in der abgelaufenen Runde in einigen Spielen Lehrgeld zahlen müssen. Aber die Mannschaft zog ihre Lehren daraus und zeigte in der Vorbereitung ihre Qualitäten. In Wakka Bas, Adrian Riedesser und dem zuletzt immer stärker werdenden Suad Nuredini hat sie ihre Leistungsträger. Das bisherige Gastspiel der Rot-Weißen in der Kreisliga A zeigt, dass die Mannschaft technische Akzente setzen kann.

SGM TSV Scheer/SV Ennetach: Eine etwas verkorkste Vorrunde verhinderte in der Saison 2018/2019 mehr. Der direkte Vergleich in Kettenacker endete klar zu Gunsten des direkten Konkurrenten Alb-Lauchert. Neue Spieler kamen ausschließlich aus der Jugend, ansonsten gibt der große Kader viele Variationsmöglichkeiten her. Trainer Jochen Wenger kann mit der Vorbereitung zufrieden sein. Indiz: Der Sieg beim Späh-Cup mit einem überragenden Christian Lehr. Der Kader blieb zusammen, es besteht die Chance, das Angefangene zu einem ersten Abschluss zu bringen.

SV Sigmaringen: Mit dem Abstieg brach die Mannschaft auseinander. Gleich sechs Spieler wechselten zum FCK/Hausen. Helmut Ulmer streckte bereits nach Ende der Winterpause die Fühler nach neuen Spielern aus. Doch er muss die Abgänge von Daniel Deli und Julian Haberer auffangen. Das wird schwierig. Noch schwieriger ist die Situation im Tor. Heiko Stauss (Laiz) und Ümit Oytun (Aach-Linz) verließen das Team. Für die kommende Saison wird sich der SV Sigmaringen zuerst einmal finden müssen.

SPV Türk Gücü Sigmaringen: Einen Umbruch muss auch Türk Gücü stemmen. Der Abgang von Top-Torjäger Samuel Peter Chimamkpa zum SC Pfullendorf hatte sich bereits in der Winterpause abgezeichnet und wurde im Sommer Realität. Feyzullah Balik hat mit seinem Co-Trainer Sait Özay das Schiff nicht in ruhigere Fahrwasser fahren können. Nun versucht sich erneut Yilmaz Oktan, der mit Özcan Celik einen erfahrenen Funktionär zur Seite hat. Auf dem Feld kann Oktan weiter auf die Sacevics bauen, die den Unterschied ausmachen können.

SC Türkiyemspor Saulgau: Die Saison langsam anlaufen lassen und Hacke, Spitze, eins-zwei-drei spielen - das wird sich Türkiyemspor Saulgau in dieser Saison nicht leisten können, schaut geneigter Betrachter auf die ersten Gegner (Sigmaringen, Scheer/Ennetach, Türk Gücü, FV Bad Saulgau). Es geht also gleich richtig los für die Truppe, die sich so verstärkt hat, dass das Saisonziel, sich unter den ersten Fünf zu platzieren, realistisch ist. Hinzu kommt ein Trainer, bei dem jeder Stammspieler bei null beginnt.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen