Dirk Riegger will seinen Vater ablösen

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Die Bürgerwache Saulgau muss einen neuen Kommandanten wählen, weil Frank Riegger nach 25 Jahren aufhört. Sein Sohn Dirk Riegger
Die Bürgerwache Saulgau muss einen neuen Kommandanten wählen, weil Frank Riegger nach 25 Jahren aufhört. Sein Sohn Dirk Riegger steht schon parat. (Foto: Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung
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Bei der Korpsversammlung der Bürgerwache Saulgau am 20. April wird Frank Riegger nach 25 Jahren sein Amt als Hauptmann und Kommandant niederlegen. Sein Sohn Dirk Riegger steht als Nachfolger parat.

Frank Riegger hält Wort: Bei der Korpsversammlung vor zwei Jahren hatte er bereits angekündigt, dass er 2018 sein Amt als Kommandant zur Verfügung stellen wird. „Das war ein wohlüberlegte Entscheidung“, sagt der 66-Jährige, dessen Sohn Dirk Riegger in zwei Wochen kandidieren wird. Frank Riegger kann seinem Sohn mit einem guten Gewissen die Aufgaben übertragen. „Die Bürgerwache ist gut aufgestellt, auch finanziell“, ergänzt Frank Riegger.

Der 42-jährige Dirk Riegger setzt im Falle einer Wahl die Tradition der Familie Riegger fort. Frank Rieggers Vater war nach dem Krieg maßgeblich am Aufbau der Bürgerwache beteiligt. Onkel Adolf Riegger folgte als Kommandant der Bürgerwache, ehe Frank Riegger 1993 zum Kommandanten gewählt wurde. Bad Saulgaus damaliger Bürgermeister Günter Strigl und enge Freunde von Frank Riegger baten ihn um seine Kandidatur, nachdem Vorgänger Alexander Hauser während der Amtsperiode nicht mehr länger Kommandant sein wollte. „Keiner wollte die Nummer eins werden“, sagt Frank Riegger, der bei der Bürgerwache zuvor Stadtgrenadier war. Also ließ er sich zur Wahl aufstellen, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Jahre lang Zunftmeister der Dorauszunft Saulgau war. Zwei Ehrenämter, die viel Zeit kosten und an die Substanz gehen. „Du musst eben gut organisiert und strukturiert sein“, sagt Frank Riegger.

Generalrapport ein Höhepunkt

Und das war Riegger die vergangenen 25 Jahre lang als Kommandant des Traditionsvereins, der zu kirchlichen und städtischen Anlässen im Bataillon mit bis zu 140 Männer und Frauen – die beim Spielmannszug dabei sind – im bunten Rock ausrückt. 1997 wurde mit Frank Riegger an der Spitze die Waffenkammer fertig, in der seither alle Gewehre aufbewahrt werden. Im Jahr 2000 richtete die Bürgerwache in Bad Saulgau das Landestreffen der historischen Bürgerwehren und Stadtgarden von Württemberg-Hohenzollern aus. Zu den öffentlichen Auftritten zählten außerdem etliche Große Zapfenstreiche wie bei den runden Geburtstagen von Carl Herzog von Württemberg. Frank Riegger hat akribisch Buch geführt, wann und wo die Bürgerwache die Stadt Bad Saulgau repräsentierte. Er erinnert sich aber vor allem gerne an das vergangene Jahr zurück, in dem die Bürgerwache Gastgeber des Generalrapports der Union der Europäischen Wehrhistorischen Gruppen war. „Wir haben von allen Beteiligten sehr viel Lob für diese Veranstaltung erhalten.“

Hauptmann sein und Kommandos geben, so Riegger, sei nicht das Entscheidende im vergangenen Vierteljahrhundert gewesen. Vielmehr komme es darauf an, den Verein als Kommandant zu führen und vor allem Nachwuchs zu gewinnen. „Wir haben junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren auch aus dem Umland in die Kompanie bekommen“, sagt Riegger, der eine stabile Mitgliederzahl beobachtet, auch wenn es Schwankungen gegeben habe. Wenn die Mitglieder seinen Sohn zum seinem Nachfolger wählen, wird er beim Kommandowechsel am 9. Mai mit Sicherheit sagen können, dass er die Arbeit mit sehr viel Herzblut erledigt habe. „Es war anstrengend, hat aber immer Spaß gemacht.“

Frank Riegger ist seit fast einem Jahr Rentner und hätte auch eigentlich noch mehr Zeit als früher. Aber für ihn ist endgültig Schluss: „Ich will meine Schultern von der Last befreien. Jetzt sollen andere die Verantwortung übernehmen.“

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