Dirk Riegger: „Ich weiß, was auf mich zukommt

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Wechsel an der Spitze: Vater Frank Riegger (rechts) übergibt an seinen Sohn Dirk.
Wechsel an der Spitze: Vater Frank Riegger (rechts) übergibt an seinen Sohn Dirk. (Foto: Eugen Kienzler)
Schwäbische Zeitung
Eugen Kienzler

Der Führungswechsel bei der Bürgerwache Saulgau ist vollzogen: In der Korpsversammlung am Freitag im Stadtforum hat Frank Riegger das Kommando über die Bad Saulgauer Traditionsvereinigung nach 25 Jahren in jüngere Hände gelegt. Die Mitglieder der Bürgerwache wählten seinen Sohn Dirk zum Nachfolger. Erstmals in der Geschichte der Bürgerwache sitzt nun auch eine Frau im Verwaltungsrat des Vereins.

Ein Trommelwirbel leitete die Totenehrung ein, bei der stellvertretend für alle Verstorbenen dem erst kürzlich verstorbenen Ehrenmitglied Alois Wetzel gedacht wurde. Lang war die Aufzählung der Aktivitäten beim Bericht des Kompaniefeldwebels Uwe Schmid, die von den regelmäßigen Übungen über die Auftritte, wie beim Landestreffen in Altshausen, dem Großen Zapfenstreich in Munderkingen und an St. Johanni bis zum Höhepunkt in der Geschichte der Bürgerwache, der Ausrichtung des Generalrapports der Union der europäischen wehrhistorischen Gruppen (UEWHG), reichte.

Ebenso lang war die Liste der vielfältigen Ausgaben, die der langjährige Schatzmeister Ulrich Wehner präsentierte. Auch hier war der Generalrapport eine wesentliche Größe, die aber durch die zweckgebundenen Spenden ausgeglichen wurde. Trotz eines verringerten Kassenstands kann Wehner von einer sicheren Finanzlage berichten. Dies bestätigte Armin Schmid namens der Kassenprüfer. Ulrich Wehner gab bei der Versammlung nach 19 Jahren das Amt des Schatzmeisters ab.

Von den erhöhten Sicherheitsanforderungen beim Umgang mit Waffen und dem daraus resultierenden höheren Aufwand in der Waffenkammer berichtete der Fourier Gerd Lüdtke. So engagiert wie der Vortrag ist offenbar der Einsatz des Ausbildungsleiters des Jugendspielmannszuges, Armin Geiger. Von einem ehemaligen Sorgenkind hat sich der Spielmannszug zu einem stattlichen Musikensemble mit 26 jungen Trommlern und Pfeifern entwickelt, das bei einer Vielzahl von Auftritten die Zuhörer begeistert. Die letzte Amtshandlung von Frank Riegger war die Ernennung des Fähnerichs des ersten Zuges, Udo Kloss, zum Ehrendienstgrad im Range eines Feldwebels.

Mit der Entlastung durch den Rittmeister der Stadtgarde zu Pferd, Anton Heudorfer, endete die 25-jährige Amtszeit von Hauptmann und Kommandant Frank Riegger. In einer persönlichen Bilanz ließ Riegger dieses Vierteljahrhundert Revue passieren. Riegger hatte das Amt 1993 übernommen. Damals beendete er nach dem überraschenden Weggang des damaligen Kommandanten, Alexander Hauser, eine längere Vakanz an der Spitze des Vereins. Neben der Vielzahl von Auftritten in der Stadt und der Region und in der österreichischen Partnergemeinde Himmelberg nannte er das Große Landestreffen im Jahr 2000 in Bad Saulgau, den Auftritt bei „200 Jahre Fürstenkongress“ in Erfurt, die Abendserenade beim Treffen der NATO-Generale in Friedrichshafen und, als krönenden Abschluss, den Generalrapport der Union der wehrhistorischen Gruppen als Wegmarken seiner Amtszeit.

Gut vorbereitete Wahlen

Wie gut der Verwaltungsrat die Nachfolge aller ausscheidenden Amtsinhaber vorbereitet hatte, zeigten die anstehenden Wahlen. Bürgermeisterin Doris Schröter hatte als Wahlleiterin für die Wahl des Kommandanten eine leichte Aufgabe. Dem Wahlvorschlag Dirk Riegger folgte die Versammlung bei der Wahl per Akklamation einstimmig, so dass dieser mit diesem großen Vertrauensbeweis die Nachfolge seines Vaters antreten konnte. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich habe es in der Familie erlebt und weiß, dass ich in große Fußstapfen trete“, war dann auch sein erstes Statement als neuer Hauptmann und Kommandant.

Für den ebenfalls ausscheidenden Ulrich Wehner wurde Uwe Schmid zum Oberleutnant und stellvertretenden Kommandanten gewählt. Die Aufgabe des Kompaniefeldwebels bleibt in dieser Familie. Als neuer Spieß erhielt Armin Schmid das Vertrauen der 76 Wahlberechtigten, ebenso wie Hubert Wachter als neuer Fourier.

Mit Rosita Brändle wurde erstmals in der Geschichte der Bürgerwache eine Frau in den Verwaltungsrat gewählt. Sie, die Tochter des langjährigen Himmelberger Kommandanten Friedl Flath, verantwortet zukünftig als Schatzmeisterin die Finanzen.

Kommandoübergabe am 9. Mai

Gerd Lüdtke und Manfred Maier wurden in ihren Ämtern als Zugführer und Tambourmajor ebenso bestätigt wie der Schriftführer Gerhard Dudick sowie Manfred Hinz und Peter Reinhard als Fähnriche. Andreas Brändle, Roland Eberhart, Benedikt Schwendele und Maximilian Nerlich wurden als nichtständige Verwaltungsratsmitglieder berufen. In seiner Vorausschau auf die Aktivitäten nannte der neue Kommandant die Fahnen- und Kommandoübergabe mit Großem Zapfenstreich am 9. Mai, den Auftritt bei den Heimattagen Baden-Württemberg in Waldkirch und vor allem das Landestreffen der Kärntner Bürger- und Schützengarden in Himmelberg als die Höhepunkte des Jahres. Vom 7. bis 9. Juli gehen die Bad Saulgauer in großer Formation in die kärntnerische Partnerstadt. Neben der Bürgerwache reisen der Spielmannszug, die Stadtgarde zu Pferd, die Stadtmusik, der Heimat- und Trachtenverein und die The Original Royal Sulgemer Crown Swamp Pipers mit.

Lang war die Liste der Grußwortredner. Bürgermeisterin Doris Schröter dankte der Bürgerwache für ihr Engagement zum Erhalt der Tradition und gratulierte zum großartigen Erfolg als Gastgeber des Generalrapports. In persönlichen Worten bedankte sie sich bei Frank Riegger für seine Arbeit und vor allem dafür, wie er sie als Bürgermeisterin in die Gepflogenheiten der Bürgerwache eingeführt hat. Dank an die scheidende Führungsspitze und Gratulation an die neue Führung war dann auch der Tenor der weiteren Grußworte.

Über die Ehrungen bei der Bürgerwache berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.

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