Dirigent verlässt Musikverein nach vier Jahren

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 Der Musikverein Renhardsweiler zeigt sich bei seinem Jubiläumskonzert im Dorfgemeinschaftshaus von seiner besten Seite.
Der Musikverein Renhardsweiler zeigt sich bei seinem Jubiläumskonzert im Dorfgemeinschaftshaus von seiner besten Seite. (Foto: Fotos: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Zum Abschluss seines 60-jährigen Vereinsbestehens hat der Musikverein Renhardsweiler am vergangenen Samstag zu einem Jubiläumskonzert eingeladen, das seinem Namen alle Ehre machte und einmal mehr demonstrierte, wie viel Freude und Begeisterung Blasmusik auslösen kann. Freude auch bei der Vorsitzenden Roswitha Stützle ob des guten Besuchs der Veranstaltung und vor allem über die Leistung, die sowohl die Jugendkapelle als auch das Blasorchester darbot. Einziger Wermutstropfen war die Verabschiedung von Dirigent Ackermann, der nach vier Jahren den Musikverein Renhardsweiler auf eigenen Wunsch verließ.

Vorsitzende Roswitha Stützle bedankte sich bei dem scheidenden Dirigenten Daniel Ackermann für seine gute Arbeit. Dazu gab es noch Geschenke und kleine Erinnerungen. Nicht leicht war es sichtlich für Ackermann, bei dem ein paar Tränen flossen. Die Kapelle hatte aber für ihn noch ein besonderes Abschiedsgeschenk parat. Unter der Leitung von Vizedirigentin Christine Eisele hieß es dann „Thank you for the music“.

Damals ohne Frauen

Rückblickend auf die 60 Jahre Musikverein Renhardsweiler stellte Roswirtha Stützle fest, dass sich in dieser Zeit einiges getan habe. Angefangen habe man damals mit 28 Musikanten, „aber keine Frau war dabei“, so die Vorsitzende. Dazu wurde die Kapelle von acht Dirigenten geleitet, elf Vereinsvorsitzende standen an der Spitze des Vereins. Heute stellen die Frauen die Hälfte der etwa 50 Mitglieder starken Kapelle, deren Durchschnittsalter bei 29 Jahren liegt. „Der Verein wird älter und die Musikkapelle jünger“, so Stützle. Dabei zielte sie auch auf die Jugendkapelle ab, die sich aus 35 Mitgliedern aus Otterswang, Bierstetten und Renhardsweiler zusammensetzt.

Dieses Orchester hatte auf der Bühne Platz genommen und leistete unter der Leitung von Sabrina Frasch ebenfalls seinen Beitrag zum Jubiläumskonzert. Und die Jugendkapelle feierte mit der Ouvertüre „Celebration and Song“ einen geglückten Einstand. Ausdrucksstark und sicher wurden so die einzelnen Melodienfolgen dargebracht, was zu einem klangvollen Musizieren führte. Als nächstes Stück kündigte Max Fleisch „You’ll be in my heart“ von Phil Collins an. Die Konzertbesucher hatten die Jugendlichen auch mit dieser Filmmusik in ihr Herz geschlossen, genauso wie mit dem Liebeslied „Despacito“, bei dem viel Rhythmus gefragt war. „Make music“ war dann die geforderte die Zugabe für die Konzertbesucher und zugleich auch die Aufforderung für die Aktivkapelle, die dann die Bühne betrat.

Mit durchdringenden Posaunen- und Trompetenklängen eröffnete der Musikverein Renhardsweiler unter der Leitung von Daniel Ackermann das Jubiläumskonzert. Dazu bot die „Nordic fanfare and Hymn“ die richtige Plattform. In eine geheime Welt nach Afrika entführte dann das Orchester die Zuhörer. Die Dogons sind eine afrikanische Volksgruppe, deren Leben mit dieser Komposition zum Ausdruck gebracht wurde. Ob fast mit monoton-majestätischem Blech, das fein einsetzende Holz und vor allem die Trommeln führten zu einer musikalischen Entschlüsselung des Lebens und der Kultur der Dogons. Dabei zeigte sich das Orchester hoch konzentriert, was sich auch im Vernetzen der einzelnen Register positiv niederschlug.

Besondere Herausforderung

„Erst heiß, nun kalt“, so ging die musikalische Reise über den Kontinent Richtung Nordpol und hier auf eine russische Forschungsstation. Diese „Artic challange“ war auch für die Kapelle eine Herausforderung, der sie sich bravourös stellte und es in allen drei Sätzen verstand, das Leben in dieser Eiswüste dazu stellen. Eilig hatte es das Orchester nicht beim nächsten Titel „In aller Kürze“, wollte man doch den für den Stundenchor komponierten Titel mit all seinen Klangvariationen zum Besten geben. Dabei zeigte sich die Kapelle „bestens aufgelegt“, sodass bis zum Schluss eine musikalische Kurzgeschichtegeschrieben wurde, die alle Klangcharaktere zum Vorschein brachte.

„Blues vom Feinsten“, nannte Wolfgang Traub, der die Programmansage übernommen hatte, was sich hinter Joe Cocker verbirgt. Wenn man dann die Highlights dieses Urgesteins, wie zum Beispiel „You can leave your hat on“ vom Orchester zu hören bekam, musste man eingestehen: „Blasmusik trifft Joe Cocker“ war ein Volltreffer, weil die Interpretation und das richtige Arrangement passten.

Noch einmal legte das Orchester wahre Spielfreude an den Tag, denn an den Schluss des Jubiläumskonzertes hatte Ackermann den Masch „Mein Regiment“ von Ludwig Hermann Blankenburg gesetzt. Für die Zugabe holte sich der Dirigent auch noch das Jugendorchester auf die Bühne. Zusammen erklang dann der „Abendmond“ als richtige Einstimmung auf die Adventszeit.

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