Die Reise führt nach Brasilien

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Das Triathlon-Team des Kreisgymnasiums Riedlingen mit der zuständigen Lehrerin Claudia Weiser (hinten), das Riedlingen in Brasi
Das Triathlon-Team des Kreisgymnasiums Riedlingen mit der zuständigen Lehrerin Claudia Weiser (hinten), das Riedlingen in Brasilien vertreten wird: Helen Scheffold, Lukas Müller, Jana Müller, Tobias Kapp (v.l.). (Foto: Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Das Kreisgymnasium Riedlingen hat sich mit seiner Triathlonmannschaft für die Schulweltmeisterschaften im kommenden Jahr in Brasilien qualifiziert. Vom 7. bis 12. Juni wird das Weltfinale des Wettbewerbs Aracaju, rund 100 Kilometer nördlich von Rio de Janeireo. Auschlaggebend war der dritte Platz beim Bundesfinale in Berlin im September. Nachdem nun die beiden vor den Riedlingern platzierten Mannschaften aus dem Saarland und aus Brandenburg auf einen Start beim Weltfinale verzichten, haben die Oberschwaben quasi zugeschlagen und sich das Ticket gesichert.

In Berlin hatte die Mannschaft des Kreisgymnasiums Riedlingen den dritten Platz in der Gesamtwertung belegt. Die sechs Riedlinger Starter waren eingeteilt in zwei Mannschaften. In Team Baden-Württemberg I starteten Alessia Maile, Lukas Müller und Tobias Kapp in der Mannschaft Baden-Württemberg II waren es Luca Haid, Helen Scheffold und Jana Müller. Alle Starter mussten einen Einzelstart absolvieren (200 Meter Schwimmen; 3000 Meter Radfahren und 1000 Meter Laufen) sowie eine Staffel über dieselbe Distanz. Riedlingens Mannschaften landeten im Staffelwettbewerb auf den Rängen sieben (Baden-Württemberg I) und zwölf (Baden-Württenberg II), im Einzel war bei den Jungen Lukas Müller (14:18 Minuten) als Achter der Schnellste, vor Tim Kapp (15:16) und Luca Haid (15:42), bei den Mädchen landete Jana Müller als Schnellste auf Rang sieben (15:36), vor Helen Schffold (16:00) und Alessia Maile (16:22).

Die erzielten Zeiten beider Wettbewerbe und beider Mannschaften – jede Schule stellte zwei Dreierteams – wurden am Ende addiert und dann in eine Reihenfolge nach der Gesamtzeit gesetzt. Das Kreisgmymnasium Riedlingen wurde in 3:02:55 Stunden Dritter, hinter den Mannschaften aus dem Saarland und Brandenburg, die natürlich davon profitieren, dass an den jeweiligen Orten die Landes- bzw. Bundesstützpunkte sind.

„Natürlich ist das auch eine Kostenfrage“, sagt Clemens Müller, Vater einer Starterin aus der Mannschaft, zur bevorstehenden Weltreise. „Denn natürlich werden wir einige Sponsoren brauchen, die uns dabei unterstützen in Brasilien starten zu können.“ Die Kosten sind wohl auch ein wesentlicher Faktor, warum die vor den Riedlingern platzierten Mannschaften auf einen Start in Südamerika verzichten. Denn schließlich geht es nicht alleine um die Reise und den Aufenthalt vor Ort der vier Athleten selbst, sondern auch um den Transport der Begleitpersonen, des Materials und der Ausrüstung nach Brasilien.

Auch müssen einige Starter aus der Berlin-Mannschaft zu Hause bleiben, da in Brasilien nur die Jahrgänge 2001 und 2002 startberechtigt sind. Da zur Riedlinger Mannschaft in Berlin auch jüngere Starter gehörten, dürfen die in Südamerika nicht starten. „Das ist nun mal so. Wir haben uns darüber unterhalten und die Jungen und Mädchen verstehen das auch.“

Die Schulweltmeisterschaften werden alle zwei Jahre ausgetragen, zuletzt 2015 in Frankreich. Es qualifizieren sich in den einzelnen Sportarten die jeweiligen Landessieger oder die Mannschaften – wie Riedlingens Team – die davon profitieren, dass vor ihnen platzierte Mannschaften auf einen Start verzichten.

Mountainbike statt Rennrad

In Brasilien starten werden Tobias Kapp (Ertingen), Jana Müller (Altheim), Lukas Müller (Unlingen) und Helen Scheffold (Riedlingen). Natürlich ist das Quartett nicht sportlich vom Himmel gefallen, alle vier schwimmen beim TSV Riedlingen (Tobias Kapp, Helen Scheffold, Lukas Müller) oder sind ohnehin schon im Triathlon unterwegs wie Jana Müller. „Natürlich müssen wir bis zum Start in Brasilien noch das Lauf- und das Radtraining intensivieren“, sagt der Vater von Jana Müller. „Das sind die Grundvoraussetzungen, dass es in Südamerika klappt, speziell im Radfahren sind wir halt noch nicht soweit. Aber wir sind da auch noch nicht optimal ausgerüstet. Einer unserer Starter ist beispielsweise in Berlin mit einem Mountainbike gefahren“, sagt Müller und macht deutlich, woran es noch hakt.

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