Die Recyclinghof-Provisorien nahen

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Bei der Entsorgung von Grünabfällen müssen sich die Bad Saulgauer für einige Monate auf Provisorien einstellen.
Bei der Entsorgung von Grünabfällen müssen sich die Bad Saulgauer für einige Monate auf Provisorien einstellen. (Foto: Siegemund, Ilja)
stellv. Redaktionsleiter

Einige Monate lang wird Bad Saulgau mit Einschränkungen bei der Entsorgung von wiederverwertbaren Abfällen und Grünabfällen aus privaten Gärten leben müssen. Nach dem Wegfall des Grünguthofes in der Mackstraße in Richtung Hochberg haben Stadtverwaltung und Kreisverwaltung entschieden, den Recyclinghof an der Moosheimer Straße als zentralen Recycling- und Grünguthof für die Stadt auszubauen. Ab Spätherbst wird dort mindestens ein Jahr lang gebaut. Für diese Zeit suchen Stadt und Landkreis nach provisorischen Entsorgungsmöglichkeiten. Die Pläne stellte Richard Striegel, der Erste Beigeordnete, in der Einwohnerversammlung am Donnerstag im Stadtforum vor.

Seit Oktober 2016 ist die Stadt ohne einen zweiten Grünguthof. Die Möglichkeit der Entsorgung von Grünabfällen in der Mackstraße entfiel durch die Erweiterung des Gewerbegebiets an der Hochberger Straße. Die Firma Oehler hat das Gelände des früheren Grünguthofes inzwischen bebaut. Übergangsweise können Grünabfälle beim Entsorgungsunternehmen Alba abgegeben werden. Das ist ein Provisorium. Die Suche nach tragfähigen Lösungen war langwierig. Zunächst suchten Kreisverwaltung und Stadtverwaltung nach einem Ersatzstandort für den geschlossenen Grünguthof. Der Landkreis ist Träger der Abfallentsorgung, Städte und Gemeinden stellen dem Landkreis traditionell die Standorte zur Verfügung. Mehrere Standorte wurden untersucht und wieder verworfen.Im Verlauf des Jahres 2017 wurde eine zentrale Anlage mit verbesserten Öffnungszeiten anvisiert.

Der ursprüngliche Plan, einen solchen zentralen Recyclinghof in der Herdgrube beim Schützenhaus zu verwirklichen, wurde aus unterschiedlichen Gründen verworfen. An diesem Standort war auch die Anlieferung von Sperrmüll aus privaten Haushalten geplant. Unter anderem sprachen Probleme des Artenschutzes und die Verkehrszunahmen im Bereich des Wohngebiets „Kessel“ gegen diese Lösung. Von städtischer Seite sei auch die Möglichkeit der Anlieferung von Sperrmüll kritisch gesehen worden, so Striegel: „Wir wollten keine Müllumladestation an diesem Standort.“

Stadtverwaltung und Kreisverwaltung einigten sich darauf, den Standort an der Moosheimer Straße zu erweitern und auszubauen. Eine Anlieferung von Sperrmüll wird dort aus Platzgründen nicht möglich sein. Für diese Entsorgungsmöglichkeit gebe es eine Zusammenarbeit mit dem Entsorgungsunternehmen Alba.

Kein Treppensteigen mehr

Die Entsorgung von wiederverwertbarem Material werde in der neuen Einrichtung bequemer sein. Die Anlieferung soll über Rampen erfolgen, der Einwurf in die Container werde ohne das bisherige Treppensteigen möglich sein und die Öffnungszeiten würden erweitert. Die Kostenschätzungen für die Investition mussten im Lauf der Diskussion immer wieder nach oben angepasst werden. „Wir gehen derzeit von Kosten zwischen 1,7 bis 1,8 Millionen Euro aus“, sagte Richard Striegel.

Den größten Teil trägt der Landkreis Sigmaringen. Den Anteil der Stadt bezifferte er mit bis zu 350 000 Euro. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr nach dem Ende der Grüngutsaison beginnen. Für wiederverwertbaren Abfall soll es ein Provisorium beim städtischen Bauhof geben, mit Beginn der Grüngutsaison wird eine Lösung mit der Firma Alba angestrebt. „Wir werden Sie über die weitere Entwicklung informieren“, sagte Richard Striegel.

Die Standortfrage ist entschieden. „Es wird keine dezentrale Lösung geben“, beantwortete Richard Striegel eine Frage von Gerd Stolz, der bei diesem zentralen Standort zusätzlichen Verkehr aus den Wohngebieten durch das Nadelöhr zwischen Paradieskreisel und Saulgauer Loch befürchtete. Für die Moosheimer Straße sei eine Anfahrt über die Umgehungsstraße möglich, so Striegel. Außerdem werde der Landkreis bei zwei Standorten wegen erhöhter Personalkosten nicht mitspielen.

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