Die Politik der kleinen Schritte

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 Die Defensivabteilung um „Sechser“ und Kapitän Kevin Hartl (re., hier gegen Leutkirchs Biechele) muss gegen Weiler stehen
Die Defensivabteilung um „Sechser“ und Kapitän Kevin Hartl (re., hier gegen Leutkirchs Biechele) muss gegen Weiler stehen (Foto: Thomas Warnack)
Sportredakteur

Sieben Tage sind seit dem 1:9-Debakel des FC Mengen beim Meisterschaftsfavoriten TSV Berg vergangenen. Eine Woche, in der die Schwarz-Gelben Seelenmassage betreiben konnten, eine Woche aber auch, in der rund ums Ablachstadion wohl auch sehr viel gegrübelt wurde.

„Unmittelbar nach dem Spiel war ich doch sehr, sehr geknickt“, gibt Mengens Trainer Miroslav Topalusic zu. „Ich habe mich geschämt, aber nicht nur für meine Mannschaft, auch über mich selbst, weil wir es nicht geschafft haben, die Niederlage in Grenzen zu halten. Das hat mich schon sehr gewurmt. Ich musste da erst mal eine Nacht drüber schlafen“, räumt Topalusic ein. „Es ist bestimmt nicht einfach so ein 1:9 wegszustecken. Aber wir müssen das annehmen und positive Akzente setzen. Jeder muss bei sich selbst anfangen.“ Die Politik der kleinen Schritte. „Zweikämpfe gewinnen, gute Pässe spielen, kleine Erfolgserlebnisse eben“, sagt der Trainer. „Die Mannschaft hat ja das Potenzial. Sie muss es nur abrufen. Es war ja auch in Berg so, dass wir elf gegen elf gespielt haben, Berg hatte keine drei Mann mehr auf dem Feld, auch wenn es stellenweise so aussah. Bis zum 0:2 ist das aus unserer Sicht ja auch ganz okay gewesen. Aber nach dem 0:2 ging nichts mehr. Da sind wir zusammengebrochen“, sagt Topalusic.

Und so stand die „Trauerarbeit“ unter der Woche im Vordergrund. „Man sieht in so einer Situation halt auch mal, wer wirklich zu einem hält und wer zum Verein steht.“ Deshalb sei auch der Austausch mit der Vereinsspitze so positiv gewesen. „Ich muss hier echt mal die Vereinsführung loben, die sich eingebracht hat, auch Einzelgespräche geführt hat“, sagt der Coach und stellt vor allem Abteilungsleiter Mario Campregher heraus. „Mare hat mich sehr gut unterstützt. Er sieht vieles nicht so schlimm wie ich“, lobt er den in dieser Situation ausgleichenden Charakter des Mengener Spielleiters.

„Keine Ausreden“

Seiner Mannschaft indes gibt er klare Vorgaben. „Wir müssen vor allem Matthias Stadelmann und Samuel Riegger aus dem Spiel nehmen. Dann haben wir gute Chancen gegen Weiler etwas zu holen. Wir müssen sukzessive Schritte nach vorne machen.“ Topalusic fordert: „Jeder muss für den anderen einstehen. Wir kommen da nur gemeinsam raus. Sicher, Weiler hat derzeit einen positiven Lauf, wir einen negativen. Aber trotzdem: Weiler ist zu diesem Zeitpunkt vielleicht der richtige Gegner. Wir wollen einen Punkt holen“, sagt Topalusic. „Wir müssen da jetzt durch. Bei uns sind alle Mann an Bord. Ich will auch nicht klagen, die die spielen, müssen es reißen. Es gibt keine Ausreden mehr.“

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