Die Big Band gratuliert zum Stadtjubiläum

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 Die Sängerin Steffi Hausler und den Trompeter Martin Auer treten als Duett auf.
Die Sängerin Steffi Hausler und den Trompeter Martin Auer treten als Duett auf. (Foto: monika fischer)
Monika Fischer

Die Big-Band-Saulgau, kurz BBS, inzwischen 34 Jahre alt, hat ihren diesjährigen Konzerthöhepunkt dem 1200-jährigen Stadtjubiläum gewidmet. Das Publikum im voll besetzten Stadtforum bejubelte Jazz-Ohrwürmer von Louis Armstrong bis Stevie Wonder. Als „Special Guests“ waren Star-Trompeter Martin Auer, der Ausnahme-Drummer Gregor Beck und Iazzsängerin Steffi Hausler im Einsatz.

Um es vorweg zu nehmen: Die bestens aufgelegte Big Band, illustre Gäste, ein souveräner Bandleader und der seit neun Jahren als kompetenter wie witziger Moderator agierende Michael Stephan präsentierten ihren Fans erneut ein Konzert-Höhepunkt der Superlative. Dank der „geballten musikalischen Kompetenz der Musiker“ (Originalton Michael Stephan), gelang es Hans Georg Rimmele auch diesmal, die Band auf neue Höhenflüge einzustellen. Der Konzerttitel lautete in diesem Jahr „‘S Wonderful“ und stand für ein Paket „wunderbarer“ Ohrwürmer von „Satchmo“ Louis Armstrong bis hin zu Stevie Wonder.

Den Auftakt übernahm die Sängerin Steffi Hausler und interpretierte mit ungemein variabler, von soft gurrend bis messerscharf schneidend changierender Jazzstimme den gleichnamigen George Gershwin Song „‘S Wonderful“. Dann hieß Bandleader Hans Georg Rimmele die teils aus weitem Umkreis angereisten Besucher willkommen, die sich den elektrisierenden Sound einer Big Band nicht entgehen lassen wollten. Mit im Publikum saßen auch der letzte Landrat des Altkreises Saulgau, Wilfried Steuer, und seine Frau Lisa.

Eigentlich hatte sich der Startrompeter Axel Schlosser als „Special Guest“ angesagt. Doch da der werdende Vater die Geburt seines Nachwuchses begleiten wollte, sprang sein Kollege aus der Band des Hessischen Rundfunks, Martin Auer, kurzfristig ein. Dass dieser weit mehr als ein Ersatz war, zeigte sich schon bei den ersten, mit kristallklarem Ansatz geblasenen Tönen und einem faszinierenden Wechsel des Tonvolumens. Ein weiterer, auf internationalem Parkett agierender Musiker war der aus Zußdorf stammende Schlagzeuger Gregor Beck, der das Publikum mit solistischen Einsätzen vom Hocker riss. Apropos Solo-Einsätze. Hans Georg Rimmele hatte wieder darauf geachtet, möglichst viele Big-Band-Mitglieder aus den verschiedenen Instrumental-Registern mit Soli zu betrauen. Eine Gelegenheit für die Musiker, ihr Können unter Beweis zu stellen und ein „Hin-Hörer“ für die Konzertbesucher. Gelegentlich griff der Bandchef, der als ausgezeichneter Klarinettist und Saxophonspieler bekannt ist, auch selbst zum Instrument, wobei der Ostracher Posaunist Paul Meier das Dirigat übernahm.

Um die Titel der jeweiligen Stücke ins Blickfeld der Betrachter zu rücken, hatte die Technik im linken Bühnenhintergrund eine Leinwand installiert, über die auch Fotos und Poster der ursprünglichen Interpreten und Komponisten flimmerten. Beim „Concerto for Cootie“, etwa, das Duke Ellington, einer der einflussreichsten amerikanischen Jazzmusiker, für seinen Star-Trompeter geschrieben hatte, erschien dessen Portrait auf der Leinwand. De Reise durch die Jazzgeschichte des vorigen Jahrhunderts setzte sich fort mit „A Tribute to Louis Armstrong“, dessen facettenreiche Variationen des Spirituals „Oh when the Saints go marching“ ins Ohr gingen.

Ob Count Basie‘s „Shiny Stockings“, „Sing, Sing, Sing“ von Benny Goodman, oder der Ausflug in die Region des Funk und Soul am Beispiel von „Pick up the Pieces“ der Average White Band. Immer boten die Stücke einen Musikgenuß, bei dem der faszinierende Big-Band Sound aufblitzte. Zwischen die Instrumentals hatte Hans Georg Rimmele Songs gestreut, die Steffi Hausler mit ihrer agilen Stimme interpretierte: „Alright, Okay, You win“, „Unchain my heart“, „Over the Rainbow“, „The Son of a Preacherman“ „Man hätte mitsingen und tanzen mögen“, seufzte eine Besucherin.

Nach knapp drei Stunden“ neigte sich der Abend mit einem geheimnisvollen „Superstituous“ dem Ende zu. Doch zuvor erklatschten sich die Besucher zwei Zugaben. Zuerst „How high the Moon“, und, wie Hans Georg Rimmele verschmitzt meinte, „weil‘ s so schön war“, eine Wiederholung des Auftakttitels „ ‘S Wonderful“.

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