„Die Bachelorette“ ist eine primitive Inszenierung

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Contra: Primitive Inszenierung
Dirk Thannheimer- (Foto: Roland Rasemann)
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Die vierte Staffel der RTL-Flirtshow „Die Bachelorette“ ist am Mittwochabend zu Ende gegangen. Endlich ist das Laientheater vorbei. Acht Wochen lang wurden erwachsene Männer in einer Luxusvilla zusammengepfercht, um sich vor laufenden Kameras zum Narren und zum Spielzeug des Senders zu machen. Sie zogen in die Villa ein, um das Herz einer Junggesellin zu erobern, die im Fernseher ihre große Liebe finden wollte. Wer’s glaubt, wird selig. Das Drehbuch gibt den Männern exakt die Rollen vor, die sie auf Kommando spielen müssen – der Draufgänger, der Introvertierte, der Kotzbrocken. Daniel Lott aus Bad Saulgau wurde anfangs in die Schublade des schüchternen Verehrers gesteckt, der mit seinem Charme bei Nadine immer mehr Punkte sammelte, es sogar bis ins Finale schaffte und beinahe heulen musste, als er die letzte Rose nicht erhielt. Sein letzter Auftritt war kein gutes Bewerbungsvideo für eine Schauspielschule. Oder war es doch eine Liebesschnulze ohne Happy End? Nein, eher eine primitive Inszenierung, bei dem den Zuschauern Gefühle vorgegaukelt werden. Aber was reitet die gut aussehenden Männer zwischen 20 und Mitte 30, sich auf so erbärmliche Weise nach der Herzensfrau umzusehen? Die Sehnsucht danach, auf der Straße erkannt und berühmt zu werden? Die Motive der Männer können unterschiedlicher Natur sein. Aber keiner von ihnen hat im Grunde genommen diesen Seelenstriptease nötig. RTL wird es egal sein. Die nächste Staffel kommt bestimmt. Leider.

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