Der Verlierer steckt im Keller fest

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 Ein bisschen ratlos wirkt Matthias Kempf, Trainer der Handballer des TSV Bad Saulgau nach den beiden Schlappen zuletzt. Doch er
Ein bisschen ratlos wirkt Matthias Kempf, Trainer der Handballer des TSV Bad Saulgau nach den beiden Schlappen zuletzt. Doch er weiß, dass die Chancenverwertung das Problem seines Teams ist. Folglich mahnt er zur Ruhe vor dem Kasten. (Foto: Karl-Heinz Bodon)
Thomas Lehenherr

TSV: Bakos, J. Engler (beide im Tor), Fuchs, Kaumann, Csuka, F. Kohler, P. Engler, Schäfer, Reck, Tovmasyan, Balan.

Nach der erneuten Heimniederlage gegen Altenstadt mit 23:25 und dem unerwartet schlechten Saisonstart mit 2:4 Punkten fährt der TSV Bad Saulgau am Sonntag zur SG Kuchen/Gingen. Spielbeginn in Kuchen (Ankenhalle, Jahnstraße) ist um 17 Uhr. Dabei will der TSV Bad Saulgau vor allem die Ladehemmung der vergangenen Wochen ablegen und die Angriffe konzentrierter zu Ende spielen.

Bad Saulgaus Coach Matthias Kempf versuchte deshalb in dieser Trainingswoche, Ruhe und Konzentration in die Offensive zu bringen. Abgeschlossen werden sollte der Angriff erst, wenn sich eine echte Gelegenheit dazu bietet. In den letzten beiden Spielen machten die Angreifer zu häufig den Fehler, die Bälle in die Mitte des Tores halbhoch zu platzieren. Für den Torhüter sind das meist „dankbare“ Würfe. Aufsetzer und/oder höher angesetzte Würfe sind zumindest aus dem Rückraum in aller Regel die bessere Variante, so lehrt es schon die alte Handballschule. Diese möchte sich das Team um Kapitän und Torhüter David Bakos zu Herzen nehmen und auf dem Parkett umsetzen.

Die Mittespieler Dennis Kaumann und Michael Reck müssen gegen das normalerweise gut funktionierende Abwehrbollwerk der Spielgemeinschaft aus körperlich starken und groß gewachsenen Spielern kreativ und geduldig agieren und ihre Kreisläufer Jochen Schäfer und Patrick Osterc gut in Szene setzen. Trainer Kempf hofft zudem, dass Abwehrstratege Daniel Balan, der eine Woche lang krank war, wieder einigermaßen fit ist und dem starken SG-Rückraum Widerstand leisten kann. Fehlen werden Mittespieler Istvan Gaspar und Kreisläufer Patrick Fritz, der noch immer an der Hand verletzt ist.

Kuchen/Gingen, die Mannschaft des Trainers Ralf Riethmüller, ist wie der TSV Bad Saulgau mit 2:4 Punkten nicht wunschgemäß in die Saison gestartet. Der Gegner ist für den TSV Bad Saulgau altbekannt. Die bis dato letzten beiden Begegnungen vor drei Jahren entschied Bad Saulgau für sich. Einige Akteure von damals sind noch immer dabei und auf Kuchener Seite steht noch immer derselbe Trainer am Seitenrand.

Kuchen: Viele verletzte Spieler

Zurzeit ragen bei der SG die Torgaranten Marvin Freichel, Moritz Lächler und Felix Däumling im Rückraum heraus. Jeder dieser Spieler erzielte bislang zehn Treffer oder mehr pro Spiel. In Feldkirch siegte die Spielgemeinschaft, gegen Lauterstein II hatte das Team zuletzt großes Pech und verlor mit 30:31.

Wie auch Bad Saulgau fehlten Kuchen/Gingen zuletzt viele verletzte Spieler: Marc Becker, Moritz Mayer und Marvin Freichel sind noch angeschlagen, ihr Einsatz ist fraglich. Umso mehr wird sich der übrige Kader vor heimischen Publikum ins Zeug legen, um nicht noch weiter in den Tabellenkeller zu rutschen. „In der Trainingswoche hat die Mannschaft unter Anleitung von Ralf Riethmüller die vergangene Partie aufgearbeitet und an den Problemen gefeilt. Die SG ist jedenfalls bis in die Haarspitzen motiviert, die alten Duelle gegen Bad Saulgau aufleben zu lassen und sich einen harten Fight zu liefern“, heißt es auf der SG-Homepage.

Bad Saulgau seinerseits will den zweiten Saisonsieg einfahren. „Wir hoffen, den Kopf frei zu bekommen. Die Angriffsschwäche ist meiner Meinung nach reine Kopfsache. Im Training haben wir Tempogegenstöße geübt. Kein einziger wurde verworfen. Wir müssen einfach die Lockerheit wieder zurückgewinnen“, sagt Matthias Kempf.

„Der Gegner hat sich in den vergangenen Jahren etwas verjüngt, er spielt oft mit einer offenen Deckung. Spielerisch sind wir nicht schlecht, so dass uns da schon etwas einfällt. Es gibt keine Schuldzuweisungen und ich bin zuversichtlich, wenn wir die Trainingsleistungen auch im Spiel umsetzen können.“ Eins steht fest: Wer verliert, steckt zunächst mal richtig im Keller fest.

TSV: Bakos, J. Engler (beide im Tor), Fuchs, Kaumann, Csuka, F. Kohler, P. Engler, Schäfer, Reck, Tovmasyan, Balan.

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