Der Tabellenführer gastiert im Kronried

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 Patrick Fritz (vorne) tankt sich durch die gegnerische Abwehr und zieht durch. Gegen den Tabellenführer VfL Kirchheim wird er e
Patrick Fritz (vorne) tankt sich durch die gegnerische Abwehr und zieht durch. Gegen den Tabellenführer VfL Kirchheim wird er es nicht ganz so einfach haben. (Foto: Karl-Heinz Bodon)
Thomas Lehenherr

Nach drei Siegen in Folge und mit 8:6 Punkten auf dem Konto trifft der TSV Bad Saulgau in der Handball-Landesliga am Samstag, 18 Uhr in der Kronriedhalle auf den aktuellen Tabellenführer VfL Kirchheim/Teck. 13:1 Punkte und im Schnitt mehr als 30 Treffer pro Spiel sprechen eine deutliche Sprache zu Gunsten der Gäste. Der TSV muss kämpferisch und spielerisch sein Potenzial voll ausschöpfen, um dem Tabellenführer auf Augenhöhe zu begegnen. Eine enorme Herausforderung für die Mannschaft von Trainer Matthias Kempf, auch weil der TSV Bad Saulgau vom Verletzungspech gebeutelt ist.

Nach dem Kreuzbandriss des schnellsten Akteurs Eric Kempf und der Trümmerfraktur im Daumen von Rückraumspielers Daniel Matt fallen zwei Leistungsträger für viele Monate aus. Doch irgendwie muss der Tabellenfünfte diese herben Verluste kompensieren. Bad Saulgau besitzt ein relativ großes, ausgeglichenes Team, in dem jede Position doppelt besetzt ist. Doch viel darf nicht mehr passieren und der TSV hätte ein großes Problem. Einige weitere Akteure sind angeschlagen, können jedoch antreten. Auf gar keinen Fall möchten sich die Bad Saulgauer dem Favoriten kampflos geschlagen geben, schließlich ist der erwünschte Tabellenplatz vier schon in Reichweite und sorgt für zusätzliche Motivation.

Im Team der Gäste ist Ausnahmespieler und Kapitän Robin Habermeier Dreh- und Angelpunkt im Spielaufbau. Zudem hatte der VfL ein glückliches Händchen, als es darum ging, neue Spieler zu verpflichten: Dominik Burkhardt ist derzeit in bestechender Form und ein Torgarant. Benni Scott und Jakob Klein machen ihre Sache ebenfalls hervorragend. Eine ausgeglichene Trefferverteilung zeugt überdies von mannschaftlicher Geschlossenheit. So werden Thimo Böck, Dominik Merkle, Julian Mikolaj und Alexander Schwarzbauer bei fast jedem Match als mehrfache Torschützen geführt.

In der vergangenen Saison ging das Auswärtsspiel in der Kirchheimer Halle, in der striktes Harzverbot herrscht, mit 24:29 verloren. Im Heimspiel brannte der TSV ein Feuerwerk ab und schlug den VfL mit 43:27. Doch dies ist Geschichte. Kirchheim ist wesentlich stärker aufgestellt als noch vor einem Jahr und agiert sowohl in der Offensive als auch in der Defensive beispielhaft. TSV-Coach Matthias Kempf versuchte, im Training in dieser Woche, die Fehler im Angriff weiter zu minimieren und an der Körpersprache zu arbeiten. Es gibt für sein Team keinen Grund, sich zu verstecken. Die Hausherren möchten mit Unterstützung der Fans entschlossen angreifen und die Chancen besser nutzen. „Wir können in unserer Situation eigentlich befreit aufspielen. Kirchheim muss dagegen gewinnen, will es auf Platz eins bleiben. Wegen unseres Verletzungspechs müssen wir nun noch mehr zusammenhalten. Wir haben drei Spiele hintereinander gewonnen und brauchen uns nicht zu verstecken“, sagt Kempf, der die Stärken des Gegners kennt. „Auf halbrechts ist Kirchheim extrem stark. Überhaupt ist die Mannschaft sehr ausgeglichen und auf allen Positionen gefährlich. Wir müssen unser Spiel durchbringen, dann haben wir eine Chance. Die nächsten drei Gegner, Kirchheim, Steinheim und Reichenbach, sind Spitzenmannschaften. Das wird sehr schwer für uns“, sagt Kempf.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Handballabteilung, Ex-Spieler Alexander Osswald, ist auf Grund des dezimierten Kaders besorgt, aber nicht ganz ohne Hoffnung. „Durch das Fehlen unserer beiden Verletzten, Daniel Matt und Eric Kempf, rutschen wir natürlich voll in die Außenseiterrolle. Aber eine volle Halle und die Möglichkeit, den Tabellenführer zu schlagen, ist natürlich ein zusätzlicher Motivationsschub für unsere Mannschaft. Es wird ein hartes Stück Arbeit. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine Chance haben werden, das Spiel zu gewinnen“, sagt Osswald.

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