Den Bestattungswald soll es ab 2019 geben

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Auch in Bad Saulgau soll eine Urnenbestattung bald im Wald möglich ein.  Foto: Britta Pedersen/dpa
Auch in Bad Saulgau soll eine Urnenbestattung bald im Wald möglich ein. (Foto: Britta Pedersen/dpa)
stellv. Redaktionsleiter

Der Gemeinderat der Stadt Bad Saulgau hat in der Sitzung im Foyer der Stadthalle erste Grundsätze für die Kostenkalkulation und die Vermarktung des geplanten Bestattungswaldes in der Nähe von Wilfertsweiler festgelegt. Beschlossen hat das Gremium unter anderem die verschiedene Arten der Ruhebäume: Familienbaum, Wahlruhebaum und Gemeinschaftsbaum. Ganz billig ist die Bestattung allerdings nicht. In der günstigsten Version muss für eine letzte Ruhestätte an einem Gemeinschaftsbaum mit rund 670 Euro gerechnet werden.

Erstmals wurde auch ein Termin für erste Belegungen genannt: „Wir peilen das zweite Quartal 2019 an“, sagte der Erste Beigeordnete Richards Striegel auf eine Anfrage von Stadtrat Ernst Buck. Bis dahin soll ein etwa 40 Hektar großes Waldstück in der Nähe der Maximilianshütte bei Wilfertsweiler für die Nutzung als Bestattungswald hergerichtet werden.

In diesem Waldstück soll es laut Sitzungsvorlage im Endausbau 110 Bäume geben, an denen Menschen begraben werden können und wo Angehörige, Freunde und Bekannte eine Stätte der Erinnerung an den Verstorbenen finden. Die Hälfte dieser Bäume sind als Familienbäume vorgesehen. Ein solcher Familienbaum wird zu Lebzeiten ausgesucht. Angehörige und Freunde können hier nach dem Willen des Erwerbers bestattet werden. Einzelne Grabstellen werden an einem Gemeinschaftsbaum mit jeweils elf Plätzen vergeben. Hier wird der Platz von der Verwaltung zugeteilt. Wer den Baum für die letzte Ruhestätte selbst wählen möchte, hat diese Möglichkeit bei einem Wahlruhebaum. Hier sind acht Plätze pro Baum bei Vollbelegung vorgesehen. „Wir streben eine kostendeckende Lösung an“, sagte Striegel bei seiner Einführung zum Tagesordnungspunkt. Wettbewerbsfähig sollen die Preise außerdem sein. Die Kosten liegen laut Birgit Luib bei etwas über einer Million Euro. Beschilderungen, die Schaffung eines Parkplatzes und eines Andachtsplatzes sowie Kosten für eine Homepage sind in der Kostenberechnung berücksichtigt. Einkalkuliert sind aber auch Personalkosten. So soll es nicht nur Verkaufsgespräche geben, sondern Interessierten können bei Führungen einmal im Monat deinen Überblick über die in Frage kommenden Ruhebäume erhalten. Vermindert wurde die Laufzeit des Bestattungswaldes von ursprünglich geplanten 99 Jahren auf 70 Jahre. „Wir waren der Meinung, das ist ausreichend, ein längerer Zeitraum ist kaum zu überblicken“, so Richard Striegel. Mit der Kostenrechnung gibt es erste Zahlen darüber, womit die Erwerber von Grabstellen im Wald rechnen müssen. Für einen Familienbaum – Laufzeit 70 Jahre – müssten 7900 Euro bezahlt werden. Eine letzte Ruhestätte an einem Wahlruhebaum – Laufzeit 30 Jahre – würde nach dieser ersten Schätzung 850 Euro kosten. Für den Platz an einem Gemeinschaftsbaum – Laufzeit 15 Jahre – wurde vorläufig mit 670 Euro kalkuliert.

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