In der zweiten Halbzeit bittet Jens Bürkle, Cheftrainer des HBW Balingen-Weilstetten, seine „Gallier“ gleich zweimal kurz hinte
In der zweiten Halbzeit bittet Jens Bürkle, Cheftrainer des HBW Balingen-Weilstetten, seine „Gallier“ gleich zweimal kurz hintereinander zur Auszeit. Doch der HBW verliert mit 27:36. (Foto: Oliver Zimmermann via www.imago-images.de)
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Trotz einer starken ersten Halbzeit hat Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag bei den Rhein-Neckar Löwen in Mannheim eine 27:36-Niederlage (Halbzeit: 14:16) einstecken müssen. Der zweifache deutsche Meister rührte zu Beginn der zweiten 30 Minuten in seiner Abwehr Beton an. Gegen das schwarzgelbe Bollwerk fand der Balinger Angriff kaum noch Mittel.

Nach 0:10 Punkten aus den ersten fünf Spielen hatte auf Seiten des HBW niemand erwartet, ausgerechnet gegen die Rhein-Neckar-Löwen zu punkten. „Es geht darum, Schritt für Schritt nach vorne zu kommen. Heute können wir nur gewinnen“, hatte HBW-Coach Jens Bürkle vor dem Spiel in Mannheim gesagt. Diese Worte nahm seine Mannschaft mit ins Spiel - und war zunächst tonangebend. Oddur Grétarsson brachte die Schwaben im Badischen mit einem sicher verwandelten Strafwurf mit 1:0 in Führung. Selbst eine frühe Zeitstrafe gegen Spielmacher Lukas Saueressig brachte die Gäste nicht aus dem Konzept. Ein ganz starker Mike Jensen im Balinger Tor machte den Löwen das Leben schwer. Als James Scott in Unterzahl das 4:3 erzielte, parierte der Däne gegen den Mannheimer Top-Torschützen Lukas Nilsson. Vorne nagelte Vladan Lipovina die Kugel zur ersten Zwei-Tore-Führung in die Maschen - 5:3.

Nach einem Doppelschlag von Tim Nothdurft zum 8:6 für die „Gallier“ zog Löwen-Coach Martin Schwalb die Notbremse. In der Auszeit fand er für seine Abwehr deutliche Worte. Er forderte mehr Aggressivität und stellte gleichzeitig von der 6:0-Variante auf die 3-2-1 um. Doch zunächst änderte sich wenig. Die Balinger blieben konsequent im Abschluss. Nach dem Treffer zum 10:8 durch Wiederstein hatte Balingen sogar die Chance, auf drei Tore vorzulegen. Doch Kapitän Jona Schoch unterlief ein technischer Fehler.

Der Favorit verkürzte auf 9:10. Bereits jetzt war deutlich zu sehen, dass sich der HBW-Angriff an der immer beweglicher und aggressiver werdenden Löwen-Abwehr aufrieb. Die Löwen gingen mit 12:11 in Führung und Gallier-Coach Jens Bürkle nahm eine Auszeit, mahnte zur Geduld, auch weil seine Spieler in dieser Phase zu schnell zu viele unvorbereitete Würfe genommen hatten und jedes Mal ausgekontert wurden.

Nach der Auszeit glich Vladan Lipovina die Führung der Hausherren aus, aber die Löwen legten nach. Zur Pause stand es 16:14 für den Favoriten. Nach dem Anspiel traf Uwe Gensheimer zum 17:14 und als Lipovina eine völlig unnötige Zeitstrafe kassierte, ging es Schlag auf Schlag. Die „Löwen“ zogen auf 21:15 davon. HBW-Trainer Jens Bürkle nahm nur sechs Minuten nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte eine Auszeit. Die verpuffte völlig. Der HBW leistete sich Ballverluste, Abspielfehler und technische Fehler in Serie, Bürkle nahm eine weitere Auszeit, doch auch die verpuffte.

Bereits Mitte der zweiten Halbzeit war das Spiel beim Zwischenstand von 29:19 entschieden. Nach der starken ersten Hälfte kamen die Balinger bei den Rhein-Neckar-Löwen über die Rolle des Sparringspartners nicht mehr hinaus und mit 36:27 fiel der Löwen-Sieg doch noch standesgemäß aus.

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