Der Nürburgring präsentiert sich am Wochenende des fünften Laufs der VLN in seiner ganzen Bandbreite. Regen, Nebel, trüb, Sonne
Der Nürburgring präsentiert sich am Wochenende des fünften Laufs der VLN in seiner ganzen Bandbreite. Regen, Nebel, trüb, Sonne. Das Team Kappeler präsentiert sich in bestform. Der gelbe Porsche fährt zum Sieg. (Foto: Fotos: Bjoern Schueller/Team Kappeler)
Schwäbische Zeitung

Das Team Kappeler hat am vergangenen Wochenende, beim Sechs-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring seine Klasse im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring gewonnen. In der Gesamtwertung belegten Thomas Kappeler und Co. Platz zwölf auf ihrem gelben Porsche GT3 Cup.

Zum fünften Lauf, ausgerechnet zum Highlight der VLN-Saison, dem Rowe-6-Stunden-Rennen, ist das Glück zum Team Kappeler aus Bad Saulgau zurückgekehrt. Alle Teams versuchen in diesem Rennen, nochmals ein zusätzliches „Brikett“ in den Ofen zu werfen. Das heißt: Da werden zusätzliche, schnelle Fahrer verpflichtet, neue Sponsoren erscheinen auf neufolierten Autos – alle Teams möchten an diesem Wochenende jeweils besonders gut aussehen.

Auch das Team Kappeler nutzte den ganzen Freitag als Testtag und arbeitete bei trockenen Bedingungen mit großem Einsatz an der weiteren Verbesserung des Fahrzeug-Setups. Am Ende des Tages war das Team dann überzeugt, dass es die Performance des gelben Rannwagens mit der Nummer 66 nochmals etwas optimieren konnte.

Für den Renntag war schönes, trockenes Wetter angesagt, also genau das Wetter, das das Team auch bei den Testfahrten vorgefunden hatte – ideal. Das Wetter am Samstagmorgen brachte jedoch starken Regen, viel Nebel und schlechte Sicht, doch ein Blick auf den Wetterbericht zeigte: Pünktlich zum Rennbeginn sollte es sonniger werden ... und auch bleiben. Das Team Kappeler entschied sich, im bevorstehenden Regen-Qualifying das Risiko zu minimieren und praktisch nur die Pflichtrunden zu absolvieren. Trotzdem stand der Wagen auf Startplatz zwei der Klasse und Platz 19 im Gesamtklassement. Pünktlich zum Rennstart lief dann wirklich das Eifelwetter zur Hochform auf. Es wurde sonnig und die Strecke trocknete zügig ab.

Nach einer sehr gut verlaufenen Startphase kam der Kappeler-Porsche schon nach drei Runden aus taktischen Gründen an die Box, wurde in Rekordtempo auf Slicks gestellt, wieder vollgetankt und ohne Fahrerwechsel zurück auf die Rennstrecke und die Jagd geschickt.

Zurück an der Spitze

Jetzt lief das ganze Team, Fahrer wie Boxenmannschaft, zur Hochform auf: Alles klappte wie am berühmten Schnürchen: Die Fahrer legten Super-Zeiten hin und machten keine Fehler; die Teamführung optimierte immer wieder zur richtigen Zeit die Rennstrategie und die Boxenmannschaft absolvierte die Boxenstopps in einer sehenswerten Präzision und Kaltschnäuzigkeit. Gegen Rennende träumte wohl jedes Teammitglied insgeheim vom großen Sieg – wagte es aber nicht offen auszusprechen – einfach zu viel war dieses Jahr schon unerwartet gegen das Team gelaufen.

Aber diesmal sollte es anders kommen: Nach sechs Stunden Rennzeit röhrte der gelbe Porsche GT3 Cup MR mit der Nummer 66 unter großem Jubel auf Position eins der Klasse und Position zwölf im Gesamtklassement über die Ziellinie.

Es war geschafft! Das Team Kappeler hatte sich wieder an die Spitze zurückgekämpft und auch das Rennglück hat sich ausgerechnet beim Saison-Hauptrennen wieder auf die Seite des Bad Saulgauer Teams geschlagen. Das alte Sprichwort hat unverändert seine Gültigkeit: „Nüd luggloo gwünnt!“ (Nicht lockerlassen gewinnt!). Bei der Siegerehrung wurde das Team Kappeler Motorsport durch eine Schweizer Fangemeinde mit Alphornklängen und Fahnen gefeiert – unter Applaus des gesamten Publikums.

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