Das neue Lern- und Wohlfühl-Zentrum ist eröffnet

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Schule nur als Unterricht das war einmal. Moderne pädagogische Ansätze sehen die Schule als umfassenden Lernort. Die Stadt Bad Saulgau baute für die neue Pädagogik nun neue Räume.
stellv. Redaktionsleiter

Mit einer Feier haben Stadtverwaltung, Lehrer, Elternvertreter und Schüler am Mittwoch das neue Zentrum Störck im städtischen Gymnasium in Bad Saulgau seiner Bestimmung übergeben. Die neuen Räumlichkeiten ermöglichen die Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte. Schule werde damit nicht mehr nur Lern-, sondern auch Lebensraum, betonte Bürgermeisterin Doris Schröter bei der Eröffnung.

Für den musikalischen Rahmen der Feier sorgte die schuleigene Big Band unter der Leitung von Stefanie Esslinger. Bürgermeisterin Doris Schröter belegte den hohen Stellenwert, den die Schulen in Bad Saulgau genießen, durch Zahlen. Seit 2009 hätten Stadtverwaltung und Gemeinderat in diesem Bereich Investitionen in Höhe von 16 Millionen Euro beschlossen, die Hälfte davon sei in Investitionen am Störck-Gymnasium geflossen. Dass Schule hier nicht nur Unterrichts- sondern auch Lebensraum werde, zeige sich in neuen lichtdurchfluteten Räumen. Wo das nicht möglich war, sei energiesparendes und angenehmes LED-Licht verwendet worden. Für den Lebensraum Schule habe die Stadt nun die räumlichen Voraussetzungen geschaffen. Diese Räume mit Leben zu füllen sei nun Aufgabe von Lehrern und Schülern. Sie lobte die Zusammenarbeit mit der Schulleitung bei der Verwirklichung des Projekts als „konstruktiv“.

Chill-Sessel sind begehrt

Die neuen knapp 500 Quadratmeter großen Räumlichkeiten entstanden im Bereich der früheren Fachräume des Störck-Gymnasiums. Der Lehrerbereich umfasst ein Drittel, der Schülerbereich zwei Drittel der Fläche. An den meisten Plätzen in den beiden Räumen des Schülerbereichs gibt es Anschlüsse via Kabel (LAN) ans schnelle Internet. Hier können Schüler alleine arbeiten oder gemeinsam Gruppen- oder Projektarbeiten besprechen. Ein Ruhebereich für Schüler findet auf einem leicht erhöhten Podest Platz. Hier können sich Schüler zurückziehen, um sich beispielsweise beim Lesen mit einem Buch zu entspannen.

Die drei „Chill“-Sessel waren schon bei der Eröffnungsfeier eine heiß begehrte Sitzgelegenheit. Weitere Besprechungs- und Funktionsräume gibt es nun zum Innenraum hin. Auch für die Schnellrecherche stehen zum Platze bereit, die vom Flus aus leicht zugänglich sind.Hier können Laptops schnell angeschlossen werden, um online zu recherchieren.

„Die Grundkonzeption ist menschlich“, betonte Schulleiter Stefan Oßwald. Sie sei geprägt von „gegenseitiger Wertschätzung, Toleranz und Offenheit“. Er betonte die Verpflichtung der Schule, auf gesellschaftliche Veränderungen mit Augenmaß zu reagieren und sich neuen pädagogischen Ansätzen zu öffnen. Es gehe um eine Schule, „die anders ist und anders sein darf“. Den neuen Gebäudeteil bezeichnete er als ein Herzstück solcher Veränderungen. „Wir haben uns hier nicht radikal verändert, aber wir haben die Türen geöffnet“.

Über die neuen Räume freut sich auch Kathrin Oppler, die für die Ganztagsbetreuung am Störck-Gymnasium verantwortlich ist. Eine verlässliche Ganztagsbetreuung wird an der Schule dreimal pro Woche angeboten. Bisher wurden für die Hausaufgabenbetreuung, ein Teil der Ganztagsbetreuung, Klassenzimmern benutzt. Mit dem neuen Gebäudeteil gibt es hier neue Möglichkeiten. „In diesen offenen Räumlichkeiten kommen wir weg von der Unterrichtsatmosphäre“, sagt die Betreuerin. Sie betont in ihrem Beitrag den Blick auf den ganzen Menschen: „In die Schule kommt nicht nur der Kopf, es kommt das ganze Kind“. Schülersprecherin Edina Schmitt sah die Räumlichkeiten als Möglichkeiten der Begegnung mit anderen Schülern, Lehrern und Eltern. Sie lobte, dass Schüler hier auch die Möglichkeit hätten, „sich zu entspannen vom Lernstress zu erholen“. Unter den Gästen befanden neben Schülern, Lehrern und Gemeinderäten auch die beiden Vertreter der Gesamtelternbeirats, Michael Skuppin und Baykal Ünal.

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