Darsteller bringen eigene Vorschläge mit

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 Regisseur Michael Skuppin gibt Anweisungen und freut sich gleichzeitig über Vorschläge der Laienspieler (rechts Stefanie Schneb
Regisseur Michael Skuppin gibt Anweisungen und freut sich gleichzeitig über Vorschläge der Laienspieler (rechts Stefanie Schnebel) in der Rolle der Äbtissin. Die Premiere des Freilichttheaters ist am Freitag, 31. Mai. (Foto: Anita Metzler-Mikuteit)
Anita Metzler-Mikuteit

Noch vier Tage bis zur Premiere am 31. Mai. Dann wird anlässlich des Jubiläumsjahrs 1200 Jahre Bad Saulgau das Freilichttheater „D’Schweda ond dr Herrgott von Sulga“ im Oberamteihof zur Aufführung kommen. Die Proben laufen auf Hochtouren. Auch diesmal zeigen rund 100 Laienspieler aus Bad Saulgau ihre vielfältigen Talente auf der Freilichtbühne.

Das Theaterstück von Ewald Reichle wurde aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Bürgerausschusses bereits vor elf Jahren gezeigt. Wegen des Stadtjubiläums wurde es nun von Michael Skuppin für eine Neuauflage überarbeitet.

Das historische Volksstück basiert auf der Legende vom Wunder der Saulgauer Kreuzkapelle. Demnach wollten angeblich die Schweden im Jahr 1634 während der Belagerung der Stadt das aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Kruzifix verbrennen. Durch ein unerklärliches Aufleuchten des Kreuzes wurden sie davon abgehalten und in die Flucht geschlagen. „Die Szenenstruktur wurde im Wesentlichen beibehalten“, sagt der freischaffende Künstler vor den Proben auf dem Oberamteihof. Das Stück wurde, so Michael Skuppin, lediglich um eine Eingangsszene in Buchau ergänzt, die den Bezug zur 1200-Jahrfeier herstellt. Zudem wird es mehr Live-Musik geben. Und es wurden mehr Spielszenen eingebaut an Stellen, an denen vormals lediglich erzählt wurde.

Stück ist „weiblicher“

Auch ist das Stück, so Michael Skuppin, „weiblicher“ geworden. So würden nun auch ein paar „pfiffige Weibsleut“ auftauchen, „die der Geschichte gut tun“. Wieder seien wahre Naturtalente unter den Darstellern, die richtig über sich hinauswachsen würden. Dankbar ist er über die Unterstützung von Christel Haag, Richard Frey und Andreas Ruess. „Weil doch ganz viel Arbeit im Hintergrund läuft.“ Das Wetter spielt natürlich eine elementare Rolle, auch bei den Proben. „Die ersten Proben im Freien mit Pferd und Schwedenhaufen haben wir bei Schneeregen absolviert“, so der Regisseur, der sich während der ganzen Vorbereitungszeit stets über Vorschläge vonseiten der Darsteller gefreut hat und diese so am Entwicklungsprozess beteiligt waren. Diesen Entfaltungsspielraum gibt er den Protagonisten gerne. Nicht zuletzt deshalb, weil erfahrungsgemäß eigene Vorschläge anders umgesetzt werden.

Mit welch großem Engagement die Bürger dabei sind, zeigt auch das Beispiel von Hansjörg Mutschler. Trotz eines schweren Unfalls nimmt der pensionierte Lehrer an den Proben teil und wird auch bei den Hauptvorstellungen dabei sein. Wie viel Freude auch die anderen Teilnehmer am Theaterspiel haben, wird bei der ersten Gesamtprobe deutlich.

Zurück von den Flitterwochen

Marion Stärk kann es nach den Flitterwochen kaum erwarten, bis sie wieder auf der Bühne stehen darf. Günther Wetzel war, wie viele andere auch, schon beim ersten Mal mit dabei und hatte diese Zeit noch gut in Erinnerung. „Ich habe damals so viele Leute näher kennengelernt, das war sehr schön, warum soll ich diesmal nicht auch wieder mitmachen“, sagt der Maskenschnitzer. Dann geht’s los mit den Proben. Das Wetter macht mit, die Stimmung ist ausgelassen. „Die einzelnen Szenen in sich funktionieren“, so Skuppin. Die Übergänge müssten noch geübt werden. „Aber wir haben ja noch weitere Gesamtproben“. Alle freuen sich auf die vier Vorstellungen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitmachen.

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