Daniel Schwarz schafft den Hattrick

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Drei Siege in Reihe. Daniel Schwarz ist der deutsche König des Wildwasserschwimmens. In Roppen setzt er sich auch in diesem Jahr (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Daniel Schwarz (TSV Bad Saulgau) hat in Roppen/Tirol zum dritten Mal in Folge die internationale deutsche Meisterschaft im Wildwasserschwimmen gewonnen. Schwarz setzte sich in der Imst gegen 45 Konkurrenten durch. Schwarz siegte in 9:04,65 Minuten, die er für die knapp zwei Kilometer lange Strecke benötigte. Im Ziel lag er 28 Sekunden vor Felix Deichsel (Kulmbach) und Mark Müller (VfL Sindelfingen). Bei den Frauen sicherte sich übrigens Arlette Stockburger (Sparta Konstanz) vor der österreichischen Profi- und Olympiaschwimmerin Birgit Koschischek (SV Schwechat) den Titel.

Im Gegensatz zur Weltmeisterschaft starten bei der deutschen Meisterschaft in ihren Läufen alle Teilnehmer gleichzeitig und nicht in Intervallen. So galt es zunächst einen Vorlauf gegen sechs bis acht Konkurrenten zu überstehen, die besten Schwimmer qualifizierten sich für die Halbfinals, die besten Acht dieser Zwischenläufe dann fürs Finale. Zusätzliches Handicap: „Die Imst führte in diesem Jahr nur sehr wenig Wasser und der Spiegel sank zwischen Vorlauf und Finale noch einmal um zehn Zentimeter“, erinnert sich Daniel Schwarz in der Rückschau. Außerdem sorgte ein Wolkenbruch in der Nacht vor dem Wettbewerb dafür, dass die Imst zusätzliche Gewalt erzeugte.

In allen Runden Bestzeit

Doch Daniel Schwarz hatte die Naturgewalten und die Gegner von Beginn an im Griff. Bereits seinen Vorlauf beherrschte Schwarz deutlich. Am ersten der Checkpoints lag Daniel Schwarz noch im Feld, ehe er sich absetzte, zeigte, wie gut er die Strecke am Vorabend besichtigt hatte. In einer Endzeit von 7:51 Minuten qualifizierte er sich locker, mit der klar besten Zeit aller Teilnehmer, fürs Halbfinale. „Wegen des niedrigeren Wasserstands war die Strömung stärker, das hat die Sache nicht unbedingt einfacher gemacht“, sagt Schwarz. Unliebsame Bekanntschaft machte der Bad Saulgauer Schwimmer während der drei Läufe gleich zweimal mit dem Gelände. Im wilden Wasser krachte er sowohl im Vorlauf als auch im Halbfinale auf einen von der Gischt verborgenen Stein und zog sich Blutergüsse und Prellungen zu. Vor allem der „Unfall“ im Vorlauf tat weh.

„Ich hatte eine komplett blaue Brust, Prellungen und Blutergüsse, aber ich habe auf die Zähne gebissen.“ Trotzdem ließ sich Schwarz zur Sicherheit durchchecken. Doch einem weiteren Start stand nichts im Wege. Im Halbfinale machte Schwarz nach dem Start erneut eine unliebsame Bekanntschaft mit dem Untergrund. Sofort nach dem Start („Man startet mit einer Art Bauchplatscher“) hatte Schwarz Felskontakt. „Aber ich bin weitergeschwommen, es ging“. Schwarz schwamm sich durchs Feld, lag im Ziel in 8:58 Minuten deutlich vorne, erzielte in der Zwischenrunde die schnellste Zeit aller Teilnehmer und qualifizierte sich fürs Finale.

Auch in diesem distanzierte er die Konkurrenz am Ende in 9:04,65 deutlich, in der nun langsamer gewordenen Strömung der Imst um knapp eine halbe Minute.

Erfreulich aus der Sicht der Veranstalter: Die Teilnehmerzahl steigerte sich zum Vorjahr um über 60 Prozent, auf 77 Teilnehmer in allen Klassen. Trotz des sehr wilden Inns gab es insgesamt keine größeren Verletzungen, außer einigen blauen Flecken und leichten Schürfwunden. So berichten die Veranstalter auf der WSV-Homepage. Die siebte Auflage wird voraussichtlich am 6. September 2014 ausgetragen.

Informationen und mehr unter www.bodyrafting-challenge.eu, oder auf Facebook unter www.facebook.com/Bodyrafting.Challenge.

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