Betriebe setzen immer mehr auf Nachhaltigkeit

Lesedauer: 4 Min

Hinter dem Handwerkerforum Bad Saulgau stehen Betriebsinhaber, die zwei Tage lang die Besucher informieren und beraten.
Hinter dem Handwerkerforum Bad Saulgau stehen Betriebsinhaber, die zwei Tage lang die Besucher informieren und beraten. (Foto: Anita Metzler-Mikuteit)
Schwäbische Zeitung
Anita Metzler-Mikuteit

Sich unverbindlich informieren und ohne Zeitdruck beraten lassen – das hat beim Handwerkerforum im Stadtforum Bad Saulgau am Samstag und Sonntag im Vordergrund gestanden. Sechs Vorträge zu unterschiedlichen Themen rundeten das Gesamtprogramm ab. Beim Gespräch mit den Standbetreibern wurde auch deutlich, welch hoher Stellenwert nachhaltige und klimafreundliche Produkte einnehmen.

Schon kurz nach der Eröffnung am Samstagnachmittag im Stadtforum finden bereits die ersten Beratungsgespräche statt. Ohne Hektik, ohne Zeitdruck, ohne störende Geräuschkulisse, wie man sie von großen Messehallen kennt. Das wissen die Besucher zu schätzen.

„Wir haben uns die Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben“, sagt Martin Träger von den Bad Saulgauer Stadtwerken und informiert über mögliche Sanierungsfahrpläne bei einer anstehenden Heizungserneuerung und weiteren nachhaltigen und umweltschonenden Energiedienstleistungen des kommunalen Eigenbetriebs. Neu ist die Möglichkeit, Infrarotbilder fertigen zu lassen, um auf diese Weise Schwachstellen ausfindig zu machen, an denen unbemerkt Energie verloren geht.

Fingerabdruck für Haustüre

Interessante Neuerungen gibt es auch am Stand der Firma Fenster Striegel. Statt die Haustüre mit dem Schlüssel zu öffnen, lässt sich das inzwischen problemlos per Handy-App machen. Oder man fährt einfach kurz mit dem Finger über die Haustüre, und schon öffnet sie sich. Möglich macht das die sogenannte Fingerprint-Technik. „Dazu muss vorher der Fingerabdruck abgespeichert werden“, sagt Glasermeister Alexander Wild.

Bei der Zimmerei Ummenhofer werden im Zuge der wachsenden Wohnraumknappheit die vielen Möglichkeiten zusätzlicher Wohnraumgewinnung stark nachgefragt. Etwa in Form eines Anbaus oder durch den Ausbau oder Erweiterung des Dachgeschosses. „Oder wir setzen ein ganzes Stockwerk auf das bestehende Haus drauf“, sagt Jürgen Ummenhofer.

Auch über Förderprogramme für energetische Sanierungsarbeiten können sich die Besucher ausführlich informieren, etwa über die KfW-Bank. Klimafreundliche Produkte sind auch Thema bei Raumausstattermeister Marc Schmötzer. Ökologische Bodenbeläge werden in seinem Handwerksbetrieb genauso so stark nachgefragt wie luftig-leichte Dekostoffe, passend zum beginnenden Frühling. Hochwertige Tapeten liegen bei Rolf Pfänder schon seit Längerem im Trend. „Doch es werden nur einzelne Wände damit verkleidet“, sagt der Malermeister. Farben aus nachhaltigen Inhaltsstoffen und in den meisten Fällen lösemittelfrei sind bei ihm längst im Einsatz.

Lautlos fährt ein Rasenroboter über die Standfläche von Stefan Kelch. Der Diplom-Ingenieur für Landespflege zählt die vielen Vorteile des kleinen Gartenhelfers auf, der seit einigen Jahren in zunehmendem Maße in den Gärten zum Einsatz kommt. Überhaupt wird in die Gärten und deren Gestaltung seit geraumer Zeit deutlich mehr Geld investiert. Auch in die Digitalisierung. „Es ist ein Zusammenspiel von Natürlichkeit, die bei der Gestaltung eine große Rolle spielt, und Möglichkeiten, die die modernen Techniken bieten“, sagt der Inhaber der Gartenbaufirma aus Sießen, der an diesem Wochenende auch sein neues Visualisierungsprogramm für die Gartengestaltung vorstellt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen