Beste Unterhaltung in elf verschiedenen Lokalen

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 Die Band Molly’s Chamber begeistert bei der Musiknacht in Bad Saulgau die Besucher in der Kostbar.
Die Band Molly’s Chamber begeistert bei der Musiknacht in Bad Saulgau die Besucher in der Kostbar. (Foto: Fotos: Katrin Liedtke)
Katrin Liedtke

Einmal bezahlen, überall mitfeiern: Unter diesem Motte ist am vergangenen Samstagabend die Bad Saulgauer Musiknacht in die 18. Runde gegangen. Die Musiknacht ist aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Bad Saulgau nicht mehr wegzudenken. Elf Bands boten mit einer bunten Mischung verschiedenster Musikstile in Bars und Kneipen beste Unterhaltung für jeden Geschmack und jedes Alter.

Mit „Tutti Frutti“ eröffneten Jiggle & The Hairstylers ihren Gig im Café Stadtforum. Die noch sehr junge Band stammt ursprünglich aus der Bad Waldseer Gegend, mittlerweile hat es sie der Arbeit wegen aber nach München verschlagen. Sie hatten zwar schon Auftritte in Mengen und Sigmaringen, in Bad Saulgau spielten sie am Samstag aber zum ersten Mal. Unverbraucht und schwungvoll kam ihr Rock’n’Roll daher und verführte zum Tanzen. Auch in der Kostbar fiel es dem Publikum schwer stillzuhalten, denn die Spielfreude der Ravensburger Band Molly’s Chamber übertrug sich eins zu eins. Mit ihren gekonnten Coverversionen namhafter Interpreten trafen sie den Nerv der Zuhörer.

Als wahrer Publikumsmagnet erwies sich King Ralf (Ralf Kopp), einer der meistgebuchten Solokünstler Deutschlands. Das Gasthaus „Sternen“ brachte das Kunststück fertig, mehr Menschen aufzunehmen, als eigentlich hineinpassen. Der King drückte populären Hits vergangener Jahrzehnte seinen ganz eigenen Stempel auf.

Mit originellem Outfit und üppigem Instrumentarium, die Flöte im Pistolenhalfter, wusste er die Hörer zu fesseln. Gewohnt gut präsentierte Friedemann Benner, Vorsitzender des Bad Saulgauer Jazzvereins, im Dreikönigskeller sein Programm „Mr. FriZz Pianoman“. Elektronische Hilfsmittel sind bei ihm verpönt, der Vollprofi setzt auf handgemachte Livemusik für gehobene Ansprüche.

Authentisch, ursprünglich und dabei höchst professionell sorgte die Herman Hill Band im Bohnenstengel mit Rockballaden für Stimmung. Die Band aus Geislingen an der Steige hätte am Samstag auch bei der Musiknacht in Göppingen spielen können, aber nachdem sie der Tourismusbetriebsgesellschaft (Tbg) schon im vergangenen Jahr einen Korb gegeben hatte, fiel die Entscheidung diesmal zugunsten Bad Saulgaus. Gut so! Herman Hill, ihr US-amerikanischer Sänger von unglaublicher Präsenz, kam vor vier Jahrzehnten als Angehöriger der Streitkräfte und später als Zivilangestellter der NATO nach Deutschland. Mittlerweile betrachtet er Deutschland als seine zweite Heimat, hat hier geheiratet und Freunde gefunden. Die Band selbst gibt es schon seit 20 Jahren.

Schräger Humor

Ganz andere Klänge erwarteten die Besucher im Franziskaner. Bereits zum zweiten Mal standen hier die drei Bandmitglieder von „Aloha from Gaggly World“ auf der Bühne. Die ob ihres schrägen Humors Kultstatus genießende Band aus Emerkingen/Munderkingen unterhielt mit tanzbarer Elektronikmucke und witzigen Ansagen ihrer quirligen Sängerin Uschi Hess. Dem Publikum gefiel es. Draußen im Biergarten gab es derweil Rote im Wecken, was will man mehr. Das Konzept der Musiknacht ist eine Erfolgsgeschichte und verdient, fortgeführt zu werden. Die Bands sind glücklich über die zahlreichen Zuhörer, diese wiederum erleben zu einem mehr als fairen Preis einen unvergesslichen Abend.

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