Bei Hauptübung sind Kinder unter Schock zu versorgen

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 Bei der Befreiung von Verletzten aus Fahrzeugen müssen die Unfallopfer auch vor den Blicken von Schaulustigen geschützt werden.
Bei der Befreiung von Verletzten aus Fahrzeugen müssen die Unfallopfer auch vor den Blicken von Schaulustigen geschützt werden. (Foto: Feuerwehr)
Schwäbische Zeitung

Einen Einsatz bei einem Verkehrsunfall im Bereich des Walter-Knoll-Schulverbunds in Bad Saulgau hat die Feuerwehr Bad Saulgau bei ihrer Jahreshauptübung am Samstag geprobt. Neben Versorgung und Rettung von mehreren Verletzten und teilweise eingeklemmten Unfallopfern bestand die Schwierigkeit darin, zusätzlich rund 20 Schüler am Rand des Unfallorts zu betreuen, die den schlimmen Unfall als Augenzeugen miterlebt haben.

So stellt sich das Übungsszenario am Samstag an der Schule dar: Ein Auto liegt auf der Seite, eine Mutter mit ihrem Kind ist darin eingeschlossen. Zwei weitere Autos stehen demoliert im Kreuzungsbereich, die Fahrzeuglenker sind verletzt, unter Schock und sitzen noch in ihren Fahrzeugen. Unter einem Lastwagen liegt eine verletzte Person, die mit ihrem Roller auf den vorausfahrenden Lastwagen aufgefahren ist. Kinder einer Schulklasse werden Augenzeugen des Unglücks und stehen unter Schock an der nahegelegenen Bushaltestelle. Drei Einsatzstellen auf einer Kreuzung, 20 unter Schock stehende Kinder an der Bushaltestelle – eine Herausforderung für die Einsatzkräfte an diesem Samstagnachmittag.

Aus der Ferne ist Martinshorn zu hören. Einsatzleiter Marc Schmötzer trifft als Erster an der Einsatzstelle ein und verschafft sich einen Überblick. Sofort alarmiert er weitere Kräfte der Feuerwehr sowie die Notfallseelsorge. Dann geht es Schlag auf Schlag.

Während die Vorbereitungen zur Rettung laufen, stimmen sich die Fahrzeugführer und der Einsatzleiter ab. Das Ergebnis: Priorität hat das Fahrzeug in Seitenlage. Die Rettung wird eingeleitet. Weitere Fahrzeuge der Feuerwehr treffen an der Einsatzstelle ein, machen sich an den anderen Fahrzeugen zu schaffen und leiten die Rettung ein. Die Einsatzstellen werden parallel abgearbeitet, mit Schere und Spreizer wird hantiert. Während sich Einsatzkräfte der Feuerwehr um die Befreiung der eingeschlossenen Personen kümmern, laufen die medizinischen Vorbereitungen des Rettungsdienstes. Die DRK Bereitschaft koordiniert gemeinsam mit Feuerwehrarzt Dr. Adolf Maier die Versorgung der verletzten Personen. Mittlerweile ist die Einsatzstelle komplett abgesichert, der Brandschutz an allen Fahrzeugen ist sichergestellt. Denn in diesem Moment steigt schwarzer Rauch aus einem Auto, in dem noch eine Person eingeschlossen ist. Ein Team der Notfallseelsorge betreut die Kinder, welche Augenzeugen des Unfalls wurden. Dazu wird von der Feuerwehr ein Schnelleinsatzzelt aufgebaut.

Nach gut 30 Minuten sind alle Verletzten aus ihren Fahrzeugen gerettet und an den Rettungsdienst übergeben. Die Schulkinder sind in der Obhut der Notfallseelsorge. „Übungsziel erreicht – zum Abmarsch fertig“, gibt Einsatzleiter Marc Schmötzer den Einsatzkräften das Signal zum Rückbau der Rettungsgeräte. Applaus gibt es von den etwa 200 Zuschauern, die über die einzelnen Rettungsschritte und Tätigkeiten der Feuerwehr von Bernd Gessler informiert wurden.

Nachwuchs übt unter Atemschutz

Vor der Hauptübung zeigte traditionell die Jugendfeuerwehr ihr Können. Angenommen war ein Brand im Bereich der Sporthalle des Walter-Knoll-Schulverbunds. Zwei Trupps unter Atemschutz begaben sich ins Gebäude zur Personensuche und anschließenden Brandbekämpfung.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung, die erstmals im Erweiterungsbau der Feuerwehr Bad Saulgau stattfand, ging Stadtbrandmeister Karl-Heinz Dumbeck nochmals auf die gezeigten Übungen ein und dankte den Teilnehmern für das Engagement. Der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Saulgau, Richard Striegel, fand lobende Worte für die Übungen und freute sich, dass die Nachbesprechung in den neuen Räumen der Feuerwehr stattfinden konnte.

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