Balingen macht einen großen Schritt

 Der HBW Balingen-Weistetten feiert am Donnerstag einen wichtigen Sieg gegen Essen im Kampf um den Klassenerhalt.
Der HBW Balingen-Weistetten feiert am Donnerstag einen wichtigen Sieg gegen Essen im Kampf um den Klassenerhalt. (Foto: imago/Marco Wolf)
Heinrich Müller

Mit einer überzeugenden Leistung hat Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstagabend den Tusem Essen mit 31:28 (Halbzeit: 12:10) besiegt und damit einen wichtigen Sieg gegen einen weiteren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt gefeiert. In dem für beide Mannschaften so wichtigen Spiel lagen die Gallier kein einziges Mal in Rückstand und landeten einen „Start-Ziel-Sieg“. Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt: Aufgrund des klaren Hinspielsieges (33:27) hat Essen den direkten Vergleich in dieser Saison gewonnen. Wären beide Mannschaften am Ende punktgleich, stünde Essen damit in der Tabelle vor den Galliern.

Nach den Niederlagen in Leipzig und zu Hause gegen Kiel stand HBW-Trainer Jens Bürkle in dem Kellerduell gegen den Traditionsverein wieder fast sein kompletter Kader zur Verfügung. Nur die Langzeitverletzen Marcel Niemeyer und Tobias Heinzelmann fehlten. „Dafür gebührt vorab unserer ärztlichen Abteilung mal größter Dank und Respekt“, lobte der HBW-Coach und meinte, dass dieser deshalb mindestens ein Teil des Sieges gehöre. Denn der nach dem Spiel gegen Kiel angeschlagene Vladan Lipovina stand von Beginn an auf der Platte und auch Winter-Neuzugang Kristian Beciri bekam vor allem in der Abwehr und im Überzahlspiel viele Spielanteile.

Nach dem 1:0-Führungstreffer durch Lukas Saueressig entwickelte sich ein spannendes und schnelles Spiel. Die Gäste aus dem Ruhrpott drückten mächtig aufs Tempo, aber die Schwaben hielten kompromisslos dagegen. Die Gallier zwangen Essen immer wieder in Fehler und nach dem 6:3, das Moritz Strosack nach einer sehr guten Abwehraktion von Oddur Grétarsson per Tempogegenstoß erzielte, sah Essens Trainer Jamal Naji zum ersten Mal Redebedarf. Seine Spieler nahmen sich die Ansprache zu Herzen und nach sieben torlosen Minuten der Gallier war das Spiel plötzlich wieder ausgeglichen. Es stand 6:6. Da die Gallier in Unterzahl spielten, drohte sogar der Rückstand. Den konnte der HBW allerdings verhindern. Der erste Treffer von Kristian Beciri nach seiner Verletzungspause brach schließlich den Bann.

Die Hausherren hatten das Heft wieder in der Hand. Trotz einer erneuten Vier-Tore-Führung (11:7) ging es nur mit einem knappen 12:10 für Balingen in die Halbzeitpause. Auf der Anzeigentafel sah es nun nach einem völlig offenen Spiel aus - war es aus Sicht von Gästetrainer Naji aber nicht. „Aus meiner Perspektive hat es sich nie eng angefühlt. Ich finde, dass Balingen heute sehr dominant aufgetreten ist“, erklärte er in der abschließenden Pressekonferenz. Der Zwei-Tore-Rückstand zur Pause habe seiner Mannschaft sehr geschmeichelt.

Gleich zu Beginn der zweiten dreißig Minuten rückten die Hausherren das Ergebnis dann aber auch zurecht. Nach einem 5:1-Lauf zum 17:11 waren die Weichen gestellt. „Das haben meine Spieler super gemacht.“ HBW-Coach Bürkle war hochzufrieden wie seine Mannschaft das Spiel in die Hand genommen hatte. Balingen gab den Vorsprung nicht mehr her. „Das Ding nimmt uns heute keiner“, habe er frühzeitig im Gefühl gehabt, meinte Bürkle nach dem Spiel. Mit der Schlussphase war der Sportwissenschaftler dann aber nicht mehr so ganz zufrieden. „Ich muss schon sagen, ich hätte die sieben Tore Differenz schon ganz gerne gehabt“, freute sich Bürkle zwar über die zwei Punkte, haderte aber mit der Differenz von „nur“ drei Toren.

Denn nach dem zwischenzeitlichen Treffer zum 27:20 war seine Mannschaft auf einem guten Weg, auch den direkten Vergleich zu gewinnen, aber unmittelbar nach dem 27. Treffer durch Vladan Lipovina schickten die beiden Unparteiischen René Zobel mit einer Roten Karte frühzeitig zum Duschen. Die Essener nutzten ihre Überzahl und erzielten drei Treffer in Folge.

Am Erfolg der Balinger konnte Essen zwar nicht mehr rütteln, aber im direkten Vergleich wären sie am Ende der Saison vorne. Das wurmte Chef-Coach Jens Bürkle dann schon etwas.

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