Balingen feilt weiter am Kader

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Die Dienste des tunesischen Nationaltorhüters Marouèn Maggaiz kann und will sich der HBW Balingen-Weilstetten in der kommenden S
Die Dienste des tunesischen Nationaltorhüters Marouèn Maggaiz kann und will sich der HBW Balingen-Weilstetten in der kommenden Saison nicht mehr leisten. (Foto: Matthias Rietschel/imago)
Schwäbische Zeitung

Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten stellt weiter die Weichen für die Zukunft. Es geht derzeit Schlag auf Schlag. Nach den Neuverpflichtungen von Roman Kirveliavicius, Marcel Niemeyer und am Montag von Benjamin Meschke hat Geschäftsführer Wolfgang Strobel am Dienstag mitgeteilt, dass in der kommenden Saison mit Torhüter Jonas Baumeister und Linkshänder René Zobel, nach Lukas Saueressig, zwei weitere Spieler aus dem Balinger Nachwuchskader einen Vertrag für die 2. Bundesliga erhalten haben. Gleichzeitig teilte er mit, dass Marouèn Maggaiz, Markus Stegefelt und Simen Schønningsen den Verein am Ende der Saison verlassen.

„Baumeister und Zobel werden sicher noch etwas Zeit brauchen, um sich in der wesentlich stärkeren 2. Liga durchzubeißen. Aber mit konstant guten Leistungen haben sie sich diese Chance einfach verdient“, sagt HBW-Coach Jens Bürkle. Er weiß, dass es nicht einfach wird, ist aber davon überzeugt, dass beide einen erfolgreichen Weg beschreiten. Zusammen mit Lukas Saueressig werden damit in der kommenden Saison gleich drei Spieler aus der eigenen Nachwuchsmannschaft dauerhaft zur Bundesligamannschaft hinzustoßen. „Das ist nur konsequent“, sagt auch Geschäftsführer Wolfgang Strobel. Der Perspektivkader habe in den vergangenen drei Jahren in der 3. Liga ganz oben mitgespielt und sowohl Saueressig als auch Zobel und Baumeister hätten daran großen Anteil.

„Wir haben schon seit Jahren ein durchgängiges Konzept von der JSG über unsere 2. Mannschaft bis hinauf in die Bundesligamannschaft, von dem alle profitieren“, verweist Strobel darauf, dass es das Konzept schon länger gibt und jetzt konsequent umgesetzt wird, „weil wir Spieler wollen, die sich mit dem HBW identifizieren und sich für ihn zerreißen.“ Der Balinger Geschäftsführer ist davon überzeugt, dass Baumeister und Zobel genau das machen. Die Verpflichtung von Saueressig, Zobel und Baumeister sieht er auch als Ansporn für andere Nachwuchshandballer aus der Region. So könne man es über die JSG und das Balinger Perspektivteam bis hinauf in die Bundesliga schaffen. „Wer das Talent und den notwendigen Ehrgeiz mitbringt, der ist bei uns goldrichtig“, sagt Strobel und hofft, dass die Verträge für die Nachwuchsspieler Signalwirkung in der Region haben.

„Mit diesem Ziel bin ich vor drei Jahren nach Balingen gekommen und bin stolz darauf, dass ich beim HBW jetzt die Chance bekomme, mich in der 2. Liga zu beweisen“, sagte Linkshänder René Zobel bei der Vertragsunterzeichnung. Wenn alles optimal laufe, werde er im Juni seine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann abschließen und könne sich dann voll und ganz auf den Handball konzentrieren. Er fühle sich zusammen mit seiner Freundin in Balingen sehr wohl und blicke der kommenden Saison gespannt entgegen.

Während der Linkshänder mit seiner Ausbildung fast fertig ist, steckt Torhüter Jonas Baumeister mitten drin. „Sport und gleichzeitig den nächsten beruflichen Schritt verbinden zu können, wird für mich eine Herausforderung, vor der ich viel Respekt habe. Mein Arbeitgeber ist aber sehr kooperativ und deshalb traue ich es mir zu, beide Aufgaben unter einen Hut zu bringen.“ Baumeister freut sich darüber, dass er vom HBW das Vertrauen bekommt. Er habe mit vielen seiner künftigen Mannschaftskameraden bereits in den vergangenen drei Jahren zusammengespielt und freue sich darauf, zusammen mit ihnen die Herausforderung 2. Liga anzunehmen.

Norweger will nicht mehr

Während sich Baumeister und Zobel auf eine gemeinsame Zukunft bei den Gallier von der Alb freuen, wird es für Markus Stegefelt beim HBW keine weitere Zukunft geben. „Das war menschlich eine sehr, sehr schwere Entscheidung, denn Markus ist ein absoluter Mannschaftstyp und hat sich super integriert“, bedauert Strobel, dass er den Vertrag mit Stegefelt aus sportlichen Gründen nicht verlängern konnte. Dem Schweden fehlte die für die Bundesliga notwendige Abwehrqualität. Auf Grund von einigen Verletzungsproblemen habe er sein Potential nie so richtig abrufen können. Auch für Torhüter Marouèn Maggaiz wird es beim HBW nach dieser Saison keine Zukunft geben. „Auch er hat sich hier absolut integriert, ist menschlich ein super Typ und auch sportlich können wir ihm nichts vorwerfen“, erklärt Strobel. Bei dem Schlussmann gaben wirtschaftliche Gründe den Ausschlag für die Trennung. Sie veranlassten die Verantwortlichen dazu, die im Vertrag vereinbarte Kündigungsoption zum Ende dieser Saison zu ziehen. Von sich aus geht hingegen Simen Schønningsen. Der Norweger möchte keine weitere Saison in der 2. Liga spielen.

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