Balingen entscheidet das Derby mit einem Zwischenspurt

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Konstanz’ Keeper Poltrum ist mit seiner Leistung nicht zufrieden, Balingen entführt die Punkte.
Konstanz’ Keeper Poltrum ist mit seiner Leistung nicht zufrieden, Balingen entführt die Punkte. (Foto: Peter Pisa)
Heinrich Müller

Der HBW Balingen-Weilstetten hat auch das zweite Derby der laufenden Saison in der 2. Handball-Bundesliga gegen die HSG Konstanz gewonnen. Nach dem deutlichen Erfolg auf der Alb in der Vorrunde, siegte Balingen-Weilstetten auch in der Konstanzer Schänzlehalle am Samstag mit 31:24 (15:14). Das Spiel selbst hielt, was es versprach und die HSG Konstanz tat alles dafür, um den Handball-Fans im Süden einen echten Höhepunkt zu bieten: Zusatztribünen, Fanmeile am Bodenseeufer und ein Livestream aus der Halle für all’ jene, die nicht nach Konstanz kommen und die so das Derby im Internet verfolgen konnten.

Die Hausherren hatten sich angesichts eines hammerharten Restprogramms viel vorgenommen und wollten die Auswärtsschwäche der Gallier von der Alb nutzen. Balingen musste neben dem Langzeitverletzten Markus Stegefelt auch auf Torhüter Tomáš Mrkva verzichten. Kurzfristig fielen auch noch der Norweger Simen Schønningsen und Valentin Spohn aus. Dafür nominierte HBW-Coach Jens Bürkle neben Lukas Saueressig noch Torhüter Jonas Baumeister, René Zobel und Fabian Wiederstein aus dem Balinger Nachwuchskader. Die vielen Ausfälle machten die Aufgabe am Bodensee für den HBW nicht einfacher. Das nährte die Hoffnung der Konstanzer Fans, ihrer Mannschaft könnte eine Überraschung schaffen. Lautstark versuchten die HSG-Fans ihr Team nach vorne zu peitschen. Und weil die rund 400 HBW-Fans genau so laut dagegenhielten, war in der Schänzle-Sporthalle zeitweilig das eigene Wort nicht mehr zu verstehen.

Zehn starke Minuten reichen

Es entwickelte sich von Beginn ein klasse Derby, in dem die Balinger über weite Strecke die Nase immer ein Stückchen vorne hatten. Kurz vor der Pause nutzte der am Ende achtfache Torschütze Jona Schoch einen technischen Fehler der HSG, um seine Mannschaft mit 15:13 (27.) in Führung zu bringen. Die Schwaben ließen die Chance zum beruhigenden Drei-Tore-Vorsprung aber liegen und so verkürzte Konstanz in Überzahl erneut. Mit einer hauchdünnen 15:14-Führung aus Sicht der Balinger ging es in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten 30 Minuten kam der Angriffsmotor Balingens leicht ins Stottern. Konstanz nutzte seine Möglichkeiten und nach einem verwandelten Strafwurf von Paul Kaletsch lagen die Hausherren sogar mit 16:15 in Führung. Die „HSG-Hölle“, wie die Konstanzer Fans die Schänzle-Sporthalle auch bezeichnen, kochte fast über. Doch Oddur Grétarsson ließ sich davon nicht beeindrucken. Er verwandelte für Balingen von der Siebenmetermarke eiskalt. Die HBW-Abwehr whrte den folgenden HSG-Angriff ab und Christoph Foth traf vom Kreis zum 17:16 für die Gäste. Das Spiel war wieder gedreht. Die Hausherren nutzten allerdings eine umstrittene Zeitstrafe gegen Lars Friedrich, der im Lärm einen Pfiff der beiden Unparteiischen nicht gehört haben will und den Ball noch aufs Tor warf. Konstanz glich zum 19:19 aus.

Der HBW ließ sich allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Im Angriff spielten Strobel und Co. ihre Angriffe konzentriert zu Ende und hinten bekamen ihr tunesischer Nationaltorhüter Marouèn Maggaiz und die Abwehr immer mehr Zugriff aufs Spiel. Nach dem 24:23 für den HBW erhöhte René Zobel auf 25:13, Strobel ließ Tor Nummer 26 folgen. Nach einer Glanztat von Maggaiz gegen den Ex-HBW-Spieler Fabian Schlaich traf Jannik Hausmann in Unterzahl zum 27:23 für die Gäste und als auch die folgende Auszeit der HSG im Sande erfolglos verlief, zog der HBW durch zwei Hausmann-Treffer auf 29:23 davon. Die Vorentscheidung. In der Schlussphase betrieb Konstanz noch etwas Ergebniskosmetik, am Ende hieß es 31:24 für die Gäste. Am hochverdienten Auswärtssieg des HBW änderte sich nichts mehr. Konstanz bleibt akut abstiegsgefährdet, Balingen verbesserte sich auf den sechsten Tabellenplatz.

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