Bad Saulgau, Indien, Japan: Manager Sven Gräble empfiehlt, etwas Neues zu probieren

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  Referent Sven Gräble (zweiter von rechts) informiert die Schüler über die beruflichen Spurenwechsel in seiner Karriere. Den Ko
Referent Sven Gräble (zweiter von rechts) informiert die Schüler über die beruflichen Spurenwechsel in seiner Karriere. Den Kontakt hat Franz Schweizer (von links) hergestellt. Mit auf dem Bild sind Stefan Osswald, Schulleiter des Störckgymnasiums, und Michael Roensch, Vorsitzender des Fördervereins. (Foto: Monika Fischer)
Monika Fischer

Der Verein „Freunde des Störckgymnasiums“ hat im Rahmen der Berufsorientierung einen ehemaligen Schüler für einen Vortrag eingeladen. Das diesjährige Referat hielt Sven Gräble, der extra aus Tokio gekommen war, wo er in leitender Stellung für die Mitsubishi Fuso Corporation tätig ist, die zur Daimler AG gehört.

Mit seinem Willkommensgruß verband der Vereinsvorsitzende Michael Roensch den Aufruf, sich in der Schule wie in der Öffentlichkeit für die Meinungsfreiheit einzusetzen. Es gelte, die Ansichten Andersdenkender zu tolerieren und diese nicht mit rüdem Wortschatz oder gar tätlicher Gewalt zu parieren. Den Weg in seine Position überschrieb Sven Gräble mit dem Wahlspruch „Wer die Spur nicht wechselt, hat keine Chance zu überholen.“ Regelmäßige Spurwechsel haben nicht nur sein Leben geprägt: Sich immer wieder auf Neues einzulassen, sei auch für Erfolge in Industrie und Wirtschaft gefordert.

Unterstützt von einer Powerpoint-Präsentation zeichnete Gräble, Abiturjahrgang 1993, seinen Werdegang nach, wobei die Schwerpunkte auf seiner Tätigkeit in Indien und Japan lagen. Sympathisch und locker stand der Mitvierziger auf der Bühne des Alten Klosters und informierte über sein Tätigkeitsfeld. Daran schlossen sich Ausblicke zur Zukunft der Produktion beziehungsweise zur „Factory of the Future“ an. Mit dem Abschluss eines Diplom- und Wirtschaftsingenieurs in der Tasche stieg der junge Saulgauer 2001 bei der Daimler Unternehmensgruppe ein, für die er bis heute arbeitet. Dort wechselte er er zwischen den Lastwagen- und Autobereichen, bis ihn 2005 ein Spurwechsel nach Indien führte. In Chennai trug er Verantwortung beim Bau eines Lastwagenwerkes, für das bereits ein Areal bereit stand. Heute verlässt alle zwei Minuten ein Lastwagen die Fabrik.

Auf dem Weg dahin mussten zahlreiche Hürden überwunden werden. So galt es, den vielen Arbeitern Disziplin zu vermitteln, die extremen klimatischen Bedingungen mit Sommerhitze und Monsunregen einzukalkulieren, Kinderarbeit auszuschließen und deutsche Sicherheitsstandards, etwa das Tragen von Schuhen, einzufordern. Dazu kam das Problem der Verständigung. In Indien werden über 100 verschiedene Sprachen gesprochen, weshalb Bauleiter mehrsprachig sein müssen. Der nächste Spurwechsel führte Sven Gräble und seine Familie nach Tokio. Dort verantwortet er bei der zur Daimler AG gehörenden Mitsubishi Fuso Corporation die „Gestaltung einer globalen Vorzeigefabrik der Zukunft“.

Teamarbeit ist eine Voraussetzung

Desgleichen leitet er die gesamte Lieferkette, Produktion und Fertigungstechnik für die weltweiten Lastwagen- und Busstandorte. Das Schlagwort in der „Fabrik der Zukunft“ lautet Automatisierung der Arbeitsprozesse. Dazu gehört die Analytik, die etwa berechnet, wie lange welche Maschine durchhält. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Mitarbeiter fortlaufend geschult, alte Produktionssysteme umgewandelt werden. So habe man bei Mitsubishi Fuso einen elektrischen Lastwagen entwickelt, experimentiere mit Wasserstoff als Antriebsmittel, auch autonomes Fahren sei ein Thema.

Auf die Frage aus Zuhörerkreisen, was er den heutigen Schülern als Lernziel empfehle, lautete die Antwort: Teamarbeit. Denn Teamfähigkeit sei eine unverzichtbare Voraussetzung bei Stellenbesetzungen ebenso wie im Verkauf.

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