Bad Saulgau: Duschverbot nach Fund von Legionellen

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Bei Laboruntersuchungen nach Legionellen in der Wasserversorgung eines Mehrfamilienhauses in Bad Saulgau wurden Legionellen entd (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

In einem Mehrfamilienhaus der Baugenossenschaft in Bad Saulgau sind bei einer Routine-Untersuchung des Trinkwassers Legionellen-Bakterien entdeckt worden. Für einige Tage durften die Bewohner nicht duschen und nicht baden. Nach Angaben der Baugenossenschaft sind die Wasserleitung inzwischen mit heißem Wasser behandelt.

Bei dieser thermischen Behandlung werden die Bakterien getötet. Der Warmwasserspeicher muss noch ausgetauscht werden. Ans Licht kam der Fund, weil die Baugenossenschaft einer gesetzlichen Pflicht nachkommt: Alle Wasserversorgungen in vermieteten Mehrfamilienhäusern müssen bis zum 31. Dezember erstmals auf Legionellen untersucht sein.

Ein Bewohner des Hauses nahm es locker. Seit Montag hat die Hausverwaltung gebeten, vorläufig nicht mehr zu duschen und nicht mehr zu baden. „ich konnte bei der Arbeit duschen“, sagt der Bewohner.

Grund für die Warnung ist keine konkrete Erkrankung. Seit der Änderung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2011 sind die Vermieter von Mehrfamilienhäuser verpflichtet, ihre Trinkwasserversorgung auf Legionellen zu untersuchen. Alle Erstuntersuchungen nach Legionellen müssen bis zum 31. Dezember diesen Jahres abgeschlossen sein. „Bislang haben wir das bei zwei Drittel unserer Wohnungen gemacht“, erklärt Helene Straub von der Baugenossenschaft. Insgesamt vermietet die Baugenossenschaft 459 Wohnungen im Kreis Sigmaringen, in der Regel in Mehrfamilienhäusern. Es handle sich um den ersten Fund, so die Baugenossenschaft. Die gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen sind vorbeugend gedacht. Einen echten Krankheitsfall habe es nicht gegeben.

Die Baugenossenschaft hat damit begonnen, die Legionellen in der Warmwasserversorgung zu bekämpfen. „Die thermische Behandlung der Leitungen ist abgeschlossen“, sagt Sebastian Straub, der in der Baugenossenschaft für die technischen Anlagen die Verantwortung trägt. Legionellen vermehren sich am stärksten bei Temperaturen von 30 bis 45 Grad. Temperaturen ab 60 Grad sind für die Bakterienkulturen aber tödlich. „Wir haben die Leitungen mit sehr heißem Wasser durchgespült“, erklärt Sebastian Straub. Der Warmwasserspeicher der Wohnanlage muss nun noch ausgetauscht werden, damit sichergestellt ist, dass die Legionellen in der Wasserversorgung vollständig bekämpft sind.

Mit Legionellen Können sich Menschen besonders beim Duschen und beim Baden infizieren. Die Bakterien werden zusammen mit den winzigen Wassertröpfchen in der Luft eingeatmet.

Schon am Donnerstag hat die Hausverwaltung das Duschen wieder freigegeben. In der Dusche, so der Bewohner, seien Filter eingebaut worden, erzählt der Bewohner am Telefon.

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