Bad Saulgau bremst sich selbst aus

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 Bad Saulgaus Dennis Kaumann (Mitte), setzt sich gegen Maximilian Pilz durch. Insgesamt trifft auch Kaumann am Samstag nur zwei
Bad Saulgaus Dennis Kaumann (Mitte), setzt sich gegen Maximilian Pilz durch. Insgesamt trifft auch Kaumann am Samstag nur zweimal. (Foto: Karl-Heinz Bodon)
Thomas Lehenherr

TSV: Bakos, J. Engler (beide im Tor), Gaspar (2), Fuchs (5), Kaumann (2), Csuka (4/davon 3 Siebenmeter), F. Kohler (1), P. Engler, Schäfer (4/2), Reck, Tovmasyan (5).

Der TSV Bad Saulgau hat aus den Fehlern des verlorenen Auswärtsspiels gegen Kirchheim nichts gelernt und am vergangenen Samstag in der Kronriedhalle auch gegen den Tabellenzweiten des vergangenen Jahres, den TV Altenstadt, verdient mit 23:25 verloren.

Dabei waren die Voraussetzungen zumindest was die Fankulisse anbelangt sehr gut. Viele Zuschauer waren dem Aufruf des TSV Bad Saulgau gefolgt, kamen in Lederhosen oder Dirndl und brachten Oktoberfeststimmung in die Halle. Die TSV-Trommler heizten die Stimmung an und die Hausherren schienen sich davon gleich von Beginn an inspirieren zu lassen. Sie überrannten den Gegner förmlich und in der 4. Minute stand es bereits 3:1 für die Gastgeber. Dann begann der TSV wie schon gegen Kirchheim, seine Angriffe überhastet abzuschließen. Der gut aufgelegte Torhüter der Altenstädter, Ionut Torica, wurde durch unvorbereitete Würfe des TSV regelrecht in Form gebracht und Altenstadts Regisseur und Mittespieler Tarkan Girgin ordnete die Offensive der Gäste glänzend. In der Folge spielten die Gäste stark auf und ein Hattrick von Girgin ließ das Spiel plötzlich kippen. Der TSV kassierte einen Tempogegenstoß nach dem anderen und lag in der elften Spielminute schon mit 3:7 im Rückstand. Zweimal David Tovmasyan, einmal Jochen Schäfer, Fabian Kohler und Andreas Csuka brachten den TSV wieder auf 9:9 heran. Trotz guter Paraden von TSV-Torhüter David Bakos verfielen die Platzherren dann wieder ins alte Muster und verschenkten im Angriff fast jeden Ball. Nur Istvan Gapser und Matthias Fuchs trafen nochmals und so stand es zur Pause 16:12 für den Gast.

Auch in Halbzeit zwei präsentierte sich das gleiche Bild. Kam der TSV einmal an die Gäste heran, gab's plötzlich wieder Ladehemmung in der Offensive. Auch völlig freie Würfe wurden vergeben. Es lief im Angriff einfach nichts. Als Altenstadts bester Spieler Tarkan Girgin wegen eines Fouls die Rote Karte sah, lief auch bei den schwächer werdenden Gästen im Angriff nicht mehr viel zusammen. Fast immer hoben die gut leitenden Unparteiischen die Hand wegen Zeitspiels. Die Abwehr des TSV agierte ganz gut, war trotz des Fehlens der Abwehrstrategen Daniel Balan und Patrick Osterc schnell auf den Beinen. Doch selbst aus der Angriffsschwäche der Altenstadter konnten die Platzherren kein Kapital schlagen. Es war das Spiel der vergebenen Möglichkeiten mit dem besseren Ende für die Gäste. Altenstadts Trainer Andreas Frey war stolz auf sein Team.

Jetzt geht’s nach Kuchen-Gingen

„Wir freuen uns immer, wenn wir in Bad Saulgau spielen dürfen. Die Halle und die Kulisse sind super. Bis zur siebten Minute waren wir gar nicht im Spiel, dann kam unsere Maschine ins Rollen. In der zweiten Halbzeit war es ein kampfbetontes Spiel, wir haben das gut gelöst“, sagte Frey.

Für den TSV kam der wieder genesene Allrounder Patrick Engler zum Pressegespräch. „Wir haben viel zu früh abgeschlossen. Dann haben wir vier Konter bekommen und haben uns davon nicht mehr erholt. In der zweiten Halbzeit ist es besser gelaufen, doch die Konzentration beim Abschluss hat gefehlt. Der Angriff war katastrophal. Wir haben gut gekämpft aber viel zu viele Fehler gemacht und sind deshalb selbst schuld - blöd verloren eben. Das war reine Kopfsache, wie auch beim letzten Spiel. Nun müssen wir den Kopf frei kriegen und mit vollem Elan ins nächste Spiel gehen“, sagte Engler.

Es wird nicht einfacher für den TSV, der am kommenden Sonntag, 7. Oktober, um 17 Uhr bei der stark eingeschätzten SG Kuchen-Gingen antritt.

TSV: Bakos, J. Engler (beide im Tor), Gaspar (2), Fuchs (5), Kaumann (2), Csuka (4/davon 3 Siebenmeter), F. Kohler (1), P. Engler, Schäfer (4/2), Reck, Tovmasyan (5).

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