B-Ligist Bingen/Hitzkofen wird zum Favoritenschreck

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 Der SV Bingen/Hitzkofen sichert sich in einem fast epischen Finale den Erfolg bei der 57. Auflage des Alb-Lauchert-Pokals. Im F
Der SV Bingen/Hitzkofen sichert sich in einem fast epischen Finale den Erfolg bei der 57. Auflage des Alb-Lauchert-Pokals. Im Finale schlägt der SV Bingen/Hitzkofen die SG Hettingen/Inneringen nach Elfmeterschießen mit 10:9. (Foto: Thomas Warnack)
Mehmet Kacemer

Der SV Bingen/Hitzkofen hat die 57. Auflage des Alb-Lauchert-Pokalturniers gewonnen und sich dabei gegen fast durchweg höherklassige Konkurrenz durchgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Markus Bednarek besiegte im Finale die SG Hettingen/Inneringen, unter den Augen von Ex-Organisator Walter Luppart, mit 10:9 nach Elfmeterschießen. Im Finale folgten auf spannende reguläre 60 Minuten 20 Minuten Verlängerung. Und als dies ebenfalls nicht reichte, ging es ins Elfmeterschießen. Armin Steinhart war der Pechvogel, der nach neun geschossenen Elfmetern beider Teams seinen Ball an den Pfosten setzte. Damit löste er einen Ansturm der Spieler des SV Bingen/Hitzkofen auf den SVB/H-Torhüter aus.

Über drei Tage erstreckte sich das Turnier, das vom TSV Hettingen sehr gut vorbereitet worden war. Die Turnierleitung unter Vorsitz von Michele Sozio ließ keinen Wunsch offen, Martin Teufel ergänzte das Team als Turnieraufsicht. Initiator Gerhard Flöß konnte somit seinen administrativen Arbeiten nachgehen wie Ehrengäste begrüßen, Mannschaften begleiten, das Rote Kreuz einweisen und Vieles mehr. Das schöne Wetter hätte vielleicht etwas mehr Zuschauer verdient gehabt, doch zogen wohl einige das Freibad vor. Die Schiedsrichter der Gruppe Sigmaringen hatten bis auf eine Gelb-Rote Karte im Endspiel keine Probleme und pfiff auch mit den neuen Regeln sehr gut.

Nachdem zum Auftakt die SG Alb-Lauchert den TSV Benzingen mit 2:0 besiegt hatte (Tore: Spahic, Bischoff) und im zweiten Spiel des Freitags Bingen mit dem 1:0 gegen den Gastgeber sein Überraschungspotenzial angedeutet hatte (Tor: Kemnitz) begann der Samstag mit einem Schützenfest. Benzingen besiegte die SGM TSV Rulfingen/FC Blochingen mit 5:0 (Tore Marcel Gaiser, 3; Stefan Bach, 2), ehe sich Rekordsieger TSV Harthausen/Scheer gegen die SG Hettingen/Inn.mit 1:2 geschlagen geben musste (Tore: Alexander Maier (TSV), Florian Dangel/Armin Steinhart (SG)). Keine Blöße gab sich die SG Alb-Lauchert gegen Rulfingen/Blochingen - 3:0 (Tore: Emanuel Mader/Bischoff, 2). Bingen/Hitzkofen und Harthausen/Scher trennten sich torlos.

Harthausen ungewohnt früh

Im Halbfinale gab es einen ersten Höhepunkt mit dem Derby der SGM Alb-Lauchert gegen die SG Hettingen/Inn. Nach regulärer Spielzeit hieß es 1:1 (Tore: Lutz/Steinhart). Im zweiten Halbfinale bezwang Bingen/Hitzkofen den TSV Benzingen mit 2:0 (Tore: Bednarek, Kemnitz).

Ungewohnt: der TSV Harthausen/Scher musste schon im Spiel um Platz fünf ran. Der Seriensieger der vergangenen Jahre bezwang die SGM TSV Rulfingen/FC Blochingen, hatte aber ziemlich viel Mühe, um mit 3:2 im Elfmeterschießen (4:3 n.E.) die Oberhand zu behalten. Nach 60 Minuten hatten für Rulfingen/Blochingen Fabian Lorenz und für Harthausen/Scher Andre Gudelj zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen. Im „kleinen Finale“ gab es zwischen der SGM Alb-Lauchert und Benzingen keinen Sieger nach regulärer Spielzeit, sodass nach Toren von Emanuel Mader (Alb-Lauchert) und Kevin Maier (Benzingen) ein Elfmeterschießen herhalten musste. Die SG siegte mit 3:2.

Torjägerkanone als Trost

Das Endspiel zwischen dem Gastgeber und dem SV Bingen/Hitzkofen wurde das mit Abstand längste der Pokal-Geschichte. Zu Beginn zeigte der B-Ligist - wie schon im Gruppenspiel der beiden am Freitag - keine Angst und suchte seine Chancen. Doch dieses Mal stellte sich Hettingen/Inn. besser darauf ein und ging mit einem fulminanten Schuss in den Winkel von Armin Steinhart mit 1:0 in Führung. Nach einer Viertelstunde hatte die SG sehr viel Glück, als ein Schuss aus dem Mittelfeld von Robin Bednarek nur um Zentimeter das Ziel verfehlte. Bingen/Hitzkofen konnte auf seinen Unruheherd Michel Kemnitz bauen, der schließlich ausglich - 1:1 (52.). Es ging in die Verlängerung. Vielen war schnell klar: Das wird eine zähe Geschichte. Es folgte ein Elfmeterschießen, das in die Geschichte eingehen sollte. Neun Runden sahen die Zuschauer. Am Ende war Armin Steinart der Pechvogel, der seinen Strafstoß an den Pfosten setzte und somit dem SV Bingen/Hitzkofen den Turniersieg ermöglichte.

Trost: Armin Steinhart hatte bei der Siegerehrung das Glück wieder auf seiner Seite. In der Torjägerliste gab es einen Vierkampf zwischen ihm, Michel Kemnitz (SV Bingen/Hitzkofen), Marcel Gaiser (TSV Benzingen) und Brian Bischoff (SG Alb-Lauchert), die alle drei Turniertreffer erzielt hatten. Das Los musste über die Preisvergabe entscheiden - und Armin Steinhart durfte die Torjägerkanone mit nach Hause nehmen. Das Jugendspiel der C-Jugend zwischen dem Gastgeber und der SGM Zollern/Süd endete mit einem 6:3-Erfolg des Gastgebers.

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