Bühne frei für 800 Kinder und Jugendliche

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800 Kinder- und Jugendlichen aus Schulen, Vereinen und Einrichtungen wirken beim Musischen Abend mit.
800 Kinder- und Jugendlichen aus Schulen, Vereinen und Einrichtungen wirken beim Musischen Abend mit. (Foto: Thomas Warnack)
stellv. Redaktionsleiter

800 Schüler machen mit Lehrern und Betreuern beim Musischen Abend am Freitag und am Samstag des Bächtlefests in der Stadthalle in Bad Saulgau Programm. Das will akribisch vorbereitet sein. In diesem Jahr lautet das Motto „Erinnerungen“.

„Wir kommen jetzt in die letzte Phase der Proben“, sagt Heidrun Boll. Die Lehrerin an der Berta-Hummel-Schule in Bad Saulgau ist seit 20 Jahren mit Schülern ihrer Schule beim Musischen Abend dabei. 2012 übernahm sie die Regie von Anja Heggenberger-Lutz. Die künstlerische Leiterin kann mit Richard Frey, dem Präsidenten des Bürgerausschusses und mit 33 Jahren Erfahrung so etwas wie die graue Eminenz des Musischen Abends, und Joachim Frick, dem Hausmeister der Stadthalle und Chef der Technik-Crew, auf ein bewährtes Team zählen.

Seit Oktober laufen die Vorbereitungen. Das Motto „Erinnerungen“ steht deshalb schon lange fest. Heidrun Boll: „Wir wählen das Thema so, dass wir möglichst viele Programmpunkte unterbringen können.“ Das Thema soll nicht zu sehr einengen. Zu „Erinnerungen“ passen sowohl tolle Beiträge vergangener Jahre wie auch neue Beiträge zum Thema. Ein Wunsch der Organisatoren wird aber erfüllt: „Die Raupe Nimmersatt von der Grundschulförderklasse musste unbedingt noch einmal ins Programm“. Der Programmpunkt von Roswitha Beller war ein Highlight aus früheren Jahren. Das Programm entwickelt sich nach und nach im großen Team. Dazu gehören die verantwortlichen Leiter und Lehrer der Gruppen aus Bad Saulgauer Schulen, Vereinen und Einrichtungen, die Beiträge beisteuern.

In den letzten Tagen vor dem Fest stehen die Gesamtproben an. Regisseurin Heidrun Boll darf sich die letzten Tage vor dem Fest ganz dieser Aufgabe widmen. Sie wird von der Schule freigestellt. „Das ist ein großes Entgegenkommen der Schulleitung und der Kollegen“, sagt sie. Anders gehe es nicht.

Schlag auf Schlag sollen die Programmpunkte auch in diesem Jahr aufeinanderfolgen. Anderthalb bis zwei Stunden soll das Programm dauern, nicht länger. Entsprechend soll der Ablauf klappen wie am Schnürchen. „Das müssen wir üben“, sagt die Regisseurin. Taucht ein Problem auf, kann das schon mal den Schlaf rauben, wie neulich um 4 Uhr: Heidrun Boll war aufgewacht, weil bei einem Programmpunkt der geplante Abgang und der folgende Auftritt nicht funktionieren konnte. Inzwischen ist das geregelt.

Ablauf nach Liste

Eine Liste gibt vor, was jeder Akteur zu tun hat. Diese entsteht während der Gesamtproben. Markierungen in verschiedenen Farben zeigen den jungen Akteuren ihren Platz und der Technik den Ort für die Kulissen. Das ist einer der Parts von Joachim Frick und seinem Team. Licht und Ton gehören ebenfalls in sein Ressort. Das Team ist eingespielt. Mancher, der als Schüler im Team mitgearbeitet hat, kommt als Student extra zum Musischen Abend zurück.

Bringen und Abholen der Eltern, der Aufenthalt im Wartebereich vor dem Auftritt, der Bühnenauf- und abgang, die Betreuung danach: Alles muss organisiert sein. Selbst Räume im Bühnenkeller direkt unter der Bühne werden für den Aufenthalt von Gruppen vor dem Auftritt verwendet. „Das müssen natürlich Kinder sein, die mucksmäuschenstill sein können“, so Heidrun Boll. Jugendliche Mitwirkende von Schulverbund und Gymnasium machen sich in Räumen der Schulen fertig. Nach dem Auftritt versammeln sich viele der Akteure im Foyer der Stadthalle. Dort läuft eine Videoübertragung der Vorstellung. Hier können die Kinder bleiben, bis die Eltern sie abholen.

Ohne die Eltern geht es nicht

„Ohne das Verständnis und die Mitarbeit der Eltern wäre das nicht zu schaffen“, sagt Heidrun Boll. Und von den Eltern wird viel verlangt. Sie schauen, dass die Kinder pünktlich zu den Proben und Aufführungen erscheinen und pünktlich danach wieder abgeholt werden. „Es ist toll, wie die Eltern auf Punkt dastehen“, sagt die Leiterin des Musischen Abends.

Der Spaß der Kinder und Jugendlichen trägt auch die Verantwortlichen. Da seien über 100 Sänger im Chor des Störck-Gymnasiums von Volker Braig in ihrer Freizeit mit Freude bei den Proben. „Die Kinder und Jugendlichen lassen sich von uns plagen. Da soll noch einer sagen, die Jugend von heute bringt nichts zustande“, sagt Heidrun Boll. Das motiviert. „Unser Ziel ist es, die Zuschauer mit einem anspruchsvollen Programm zu unterhalten, das auch den Kindern gerecht wird“. Der Spaß steht im Vordergrund. Bei Richard Frey ist das noch nach 33 Jahren so. Nach der Wahl zum Präsidenten des Bürgerausschusses dachte er ans Aufhören. Er macht weiter, unter anderem wegen Erlebnissen wie diesem: Als er 1985 als moderierender Hausmeister anfing, begegnete er viel später Kindern auf der Straße: „Guck, da kommt der Hausmeister.“

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