Arbeiten für Windpark Schellenberg starten

Lesedauer: 5 Min
Arbeiten für Windpark Schellenberg starten
Arbeiten für Windpark Schellenberg starten (Foto: uhl)
stellv. Redaktionsleiter

Das Unternehmen Windkraft Uhl in Ellwangen hat mit den Bauarbeiten für den Windpark Schellenberg zwischen Braunenweiler, Steinbronnen und Renhardsweiler begonnen. Derzeit werden die Wurzelstöcke gerodet. Das Ellwanger Windkraftunternehmen plant, die drei Anlagen bis zum Ende des Jahres in Betrieb zu nehmen.

Die Flächen für die drei Anlagen liegen auf den Gemarkungen Braunenweiler und Bierstetten/Steinbronnen. Auf diesen Flächen hat Uhl Windkraft bereits vor zwei Jahren die Bäume fällen lassen. In der Zwischenzeit ruhten die Arbeiten. Der Grund waren die juristischen Auseinandersetzungen mit den Gegnern des Projekts, die sich im Verein Zukunft Natur organisiert haben. Der Verein unterstützte die Klagen und Widersprüche eines Bad Saulgauers, dessen Wohngebäude 717 Metern von der nächstgelegenen Anlage steht. Es ging in der juristischen Auseinandersetzung jedoch weniger um die individuelle Beeinträchtigung, sondern um die Frage, ob das Landratsamt Sigmaringen bei der Erteilung der Genehmigung Belange des Naturschutzes ausreichend berücksichtigt hat. In der Auseinandersetzung über mehrere Instanzen gab der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim im Juli 2018 letztendlich den Weg für einen sofortigen Baubeginn frei.

Derzeit läuft zwar ein weiteres Verfahren gegen die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen. Dieses Klageverfahren ändert aber nichts daran, dass Windpark Uhl auf der Grundlage einer rechtskräftigen Genehmigung mit dem Bau der Anlagen beginnen kann.

Das Bauschild steht

Jetzt ist es so weit. „Das Bauschild und der Hinweis auf die Baufreigabe sind aufgestellt“, sagt Projektleiter Matthias Pavel. In diesen Tagen begannen die vorbereitenden Arbeiten für die Tiefbauarbeiten. Nach der Entfernung der Wurzelstöcke werden laut Pavel die Leitungen verlegt, die für den internen Stromtransport notwendig sind. Die elektrische Energie aus den Windkraftanlagen wird in einer 20-KV-Leitung gesammelt – solche Mittelspannungsleitungen verteilen Strom im örtlichen Bereich – und zu einer Übergabestation in Bondorf transportiert.

„Um den 1. Mai wollen wir mit den Tiefbauarbeiten beginnen“, sagt Matthias Pavel. Für die Anlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und Rotoren mit 136 Meter Durchmesser sind massive Fundamente notwendig. Die Fundamente haben einen Durchmesser von 29 Metern. Weil dabei massiver Beton und viele Tonnen Stahl zum Einsatz kommen, ist eine Tiefe von 3,5 Metern ausreichend, erklärt Matthias Pavel. Die Betonarbeiten sind für Juli geplant. Im Herbst sollen dann die eigentlichen Anlagen mit Turm, Maschinenhaus und Rotoren angeliefert und aufgebaut werden.

Uhl investiert 18 Millionen

Insgesamt investiert das Unternehmen rund 18 Millionen Euro. Dieses Geld wird das Unternehmen über einen Preis je Kilowattstunde Strom refinanzieren.

Dafür hat die Ellwanger Firma bei einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilgenommen. Wie viel Geld der Betreiber des künftigen Windparks Bad Saulgau je Kilowattstunde bekommt, lässt sich nicht genau sagen. Uhl hat sich mit einem im Unternehmen kalkulierten Preis beworben. Als Höchstwert waren 6,2 Cent je Kilowattstunde festgelegt. Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt der von Uhl angebotene Preis unter dieser Marke. Mit dem Zuschlag der Bundesnetzagentur für den Windpark Bad Saulgau ist sichergestellt, dass der künftige Betreiber für die Einspeisung des Stroms nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) über 20 Jahre diesen Preis erhält.

Dass Verbraucher je Kilowattstunde ein Vielfaches davon bezahlen, ist durch eine große Zahl von Faktoren wie Netzentgelten und weiteren Abgaben bedingt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen