Alu-Line mit größten Einzelinvestitionen in der Firmengeschichte

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 Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Ernst Sigmund (links) und Alfons Zimmerer schreiben mit der Firma Alu-Line eine 35
Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Ernst Sigmund (links) und Alfons Zimmerer schreiben mit der Firma Alu-Line eine 35-jährige Erfolgsgeschichte am Standort Bad Saulgau. (Foto: Eugen Kienzler)
Eugen Kienzler

Die Firma Alu-Line hat in der Martin-Staud-Straße in Bad Saulgau unlängst ihr Richtfest für zwei neue Produktionshallen gefeiert. Mit dieser größten Einzelinvestition in der 35-jährigen Unternehmensgeschichte setzte sich nicht nur die Erfolgsgeschichte fort, sondern das Unternehmen läutete damit einen weiteren Entwicklungsschritt zur Sicherung dieses familiengeführten Unternehmens ein. Was 1985 als Ein-Mann-Betrieb in einer angemieteten Halle in der Schwarzachstraße in Bad Saulgau startete, hat sich zu einem der großen Arbeitgeber der Stadt entwickelt, einem der führenden Unternehmen in seinem Marktsegment.

Alfons Zimmerer, der im österreichischen Aluminiumpresswerk in Nenzing im Vertrieb tätig war, sah nach einem Ausfall eines Kunden die Chance, mit der Herstellung von Aluminumteilen und -profilen den Weg in die Selbstständigkeit zu versuchen. Sein erster Mitarbeiter war der heutige Mitgesellschafter und Geschäftsführer Technik, Ernst Sigmund. Schon 1990 erfolgte die erste große Investition in eine Fertigungshalle am jetzigen Firmensitz.

Der stürmischen Expansion Rechnung tragend, folgte 1995 ein zweiter Bauabschnitt, bei dem neben einer weiteren Halle für die Produktion auch die Verwaltung integriert und der Firmensitz in die Martin-Staud-Straße verlegt wurde. Wenige Jahre später wurde in Ebersbach-Musbach ein Zweigbetrieb für die Blechbearbeitung und Lasertechnik von Alu-Line gegründet. Auch an der Mitarbeiterzahl lässt sich die Entwicklung ablesen. Waren es 1995 schon 50 Mitarbeiter, sind heute 110 Mitarbeiter bei Alu-Line beschäftigt.

Breites Portfolio

Die rund 15 Millionen Jahresumsatz erwirtschaftet der Spezialist für die Verarbeitung des Werkstoffes Aluminium als Zulieferer bekannter Unternehmen mit einem breiten Portfolio, aber zunehmend auch mit Eigenprodukten. Bauteile und Zubehör für Wohnmobile und Caravans gehören dazu, aber auch Unternehmen aus der Medizintechnik, der Reinigungstechnik, Lichttechnik und in zunehmenden Maße Lager- und Logistiktechnik für Förderanlagen im E-Commerce.

Unsicherheit bereitet derzeit der englische Markt, wo Alu-Line gut vertreten ist. „Der Brexit macht uns Sorgen, da niemand weiß, wie sich der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) auf die Geschäftsbeziehungen auswirkt“, so Alfons Zimmerer. Fahrradanhänger für Kinder, Tiere und Materialtransport sind ein zur Zeit ein wachsender Markt. Unter dem Marktnamen „KIDZ/ DOGGY-CARE-Tourer“ bietet das Unternehmen seine Eigenprodukte an.

In der eigenen Entwicklungsabteilung wird derzeit an einem Cargo-Anhänger und einem Lastfahrrad bis 180 Kilogramm gearbeitet. Als ein Material der Zukunft bezeichnen die beiden Geschäftsführer den Werkstoff Magnesiumlegierung. So leicht wie Kunststoff habe Magnesium den Vorteil höherer Belastbarkeit und Festigkeit und, ökologisch von Bedeutung, sei vollständig wiederverwertbar. In Zusammenarbeit mit einem asiatischen Hersteller hat Alu-Line die Vertriebsrechte für Europa gesichert.

Die beiden Geschäftsführer blicken mit Zuversicht in die Zukunft. „Unser Vorteil ist, dass wir in unseren Kernkompetenzen eine hohe Fertigungstiefe und einen anerkannt hohen und zertifizierten Qualitätsstandard haben. Außerdem können wir aufgrund unserer flachen Führungsstruktur schnell auf die Wünsche und Anforderungen des Marktes reagieren“ sagen die beiden Geschäftsführer Zimmerer und Ernst Sigmund ihre Marktchancen.

Als wichtigen Parameter des Geschäftserfolges sehen sie ihre hochqualifizierten Mitarbeiter. So hat die Berufsausbildung bei Alu-Line traditionell einen hohen Stellenwert. Derzeit sind sieben Auszubildende in den Berufsfeldern CNC-Zerspanungsmechaniker, Konstruktionsmechaniker und Technischer Produktdesigner sowie eine Industriekauffrau in Ausbildung, die nach Abschluss übernommen werden.

Soziale Verantwortung

Die Geschäftsjahre 2019/20 werden als die Jahre mit der größten Einzelinvestition in die Firmengeschichte eingehen. Im April 2020 erfolgt die Inbetriebnahme der mit einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro erbauten beiden neuen Hallen und einer nach neuesten energetischen Erkenntnissen konzipierten Pulverbeschichtungsanlage. „Unser Ziel ist es, Alu-Line auch in Zukunft als familiengeführten Betrieb zu erhalten und nachhaltig und innovativ zu entwickeln und dabei ein attraktiver, der sozialen Verantwortung verpflichteter Arbeitgeber zu sein“, so der Firmengründer Alfons Zimmerer.

Dazu gehört auch die rechtzeitige Nachfolgeregelung, bei der mit dem Eintritt von Diplom-Kaufmann Florian Zimmerer als weiterem Geschäftsführer die Weichen gestellt sind.

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