Alte Handwerkskünste erfreuen vor allem die Kinder

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 Die Zuschauer beim Handwerker- und Bauernmarkt können etwas lernen vom Schmid.
Die Zuschauer beim Handwerker- und Bauernmarkt können etwas lernen vom Schmid. (Foto: Fotos: Thomas Warnack (3), anita metzler-mikuteit (1))
Anita Metzler-Mikuteit

Der historische Handwerker- und Bauernmarkt beim Bächtlefest in Bad Saulgau hat am Samstag wieder Tausende Besucher in die Innenstadt gelockt. Ob Vorführungen traditionellen Handwerks, Musik, Tanz, Spiele und Unterhaltung: Die Veranstaltung begeisterte Besucher jeden Alters. Besonders auch die Kinder.

Denn für die Kinder gibt es an diesem Vormittag wieder besonders viel zu entdecken. „Das Angebot für die Kleinen ist einfach toll“, schwärmt ein Vater. Sein kleiner Sohn sieht das genauso. Der hat über den ganzen Vormittag unermüdlich ein Angebot nach dem anderen wahrgenommen und auf diese Weise einen praxisorientierten Einblick in Handwerkskünste von damals und heute bekommen. Heißt: Er hat wie die anderen Kinder Leder bearbeitet, Seile gedreht, Steine bearbeitet oder mutig auf einem Schmiedeamboss gehämmert. Am späten Vormittag sind die Schattenplätze bereits rar, man trifft und umarmt sich, hält ein Pläuschen oder trinkt genüsslich einen Pineau am Stand des Partnerschaftsvereins Bad Saulgau-Chalais. Schriftführerin Uta Beller schwärmt von den karamellisierten Walnüssen, die von den Besuchern besonders nachgefragt werden. Aber auch das Meersalz, die Entenpastete oder der hausgemachte Kanincheneintopf finden reichlich Abnehmer.

Most und Wein

Die „Bürgergruppe um 1500“ verköstigt die Passanten mit frischem Baguettebrot, das als Grundlage dient für einen Belag aus dicken Schwarzwurstscheiben oder vegetarischen Aufstrichvarianten. Dazu passt wunderbar ein Gläschen Most oder Wein. Entlang der Fußgängerzone wird gehämmert, getöpfert, geschnitzt und musiziert. „Ich bin zwar historisch nicht sehr interessiert, komme aber trotzdem regelmäßig auf diesen Markt“, erzählt eine Besucherin. Damit will sie den Organisatoren zum einen ihre Anerkennung für deren großes Engagement zeigen. Und sie weiß aus Erfahrung, dass sie an diesem Tag viele Leute trifft, die sie sonst eher selten sieht. Mit der Familie durch die Stadt schlendern, Freunde und Bekannte treffen, ein Schwätzchen halten, das scheint an diesem Vormittag ein ganz wesentlicher Aspekt zu sein. Auf dem Marktplatz werden Pferde und Kühe gestreichelt, während vor dem Kirchenportal die Tanzvorführungen des Heimat- und Trachtenvereins die Besucher begeistern. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf“, sagt Franz Schweizer, der mit Bruno Wetzel und Christel Haag die notwendige Unterstützung für den großen organisatorischen Aufwand bekommt.

Hinter der Kirche wird Wäsche gewaschen wie anno dazumal, Schuh- und Korbmacher, Zimmerer und Imker geben Einblicke in ihr Schaffen. Der Soldaten- und Bauerntross lädt auf den Rathausvorplatz ein. Mitglied Sybille Mark gibt Einblicke in die Kunst des Bemalens von Fahnen, während sich die Kleinsten über das Puppentheater freuen.

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