Afrikahilfe aus Ertingen trauert um tödlich verunglückte Ordensschwester

Lesedauer: 4 Min
 Schwester Oktavia Kahema bei einem Besuch in Ertingen, bei dem sie mit der Missions- und Afrikahilfe einen Ausflug nach Ravensb
Schwester Oktavia Kahema bei einem Besuch in Ertingen, bei dem sie mit der Missions- und Afrikahilfe einen Ausflug nach Ravensburg. Bei einem Autounfall kommt die 51-Jährige ums Leben. (Foto: Privat)
Wolfgang Lutz

Traurig und erschüttert haben die Mitglieder des Einsatzteams der Missions- und Afrikahilfe aus Ertingen und der Umgebung Bad Saulgaus die Nachricht über den Tod einer langjährig Bekannten und liebenswerten Mitarbeiterin aus der Missionsstation Kifungilu in Tansania aufgenommen.

Schwester Oktavia Kahema und ihr 42-jähriger Fahrer Aminiel fuhren mit ihrem Auto auf einen stehenden Lastwagen auf und waren auf der Stelle tot. Eine große Trauergemeinde mit 43 Priestern und dem Erzbischof Isaac Amani aus Arusha nahmen Abschied am Grabe von einer engagierten, lebensfrohen Ordensschwester, die im Alter von 51 Jahren bei dem Verkehrsunfall ums Leben kam.

LKW war unbeleuchtet

Es war nachts gegen 1.30 Uhr, als bei Richard Neubrand aus Ertingen die Nachricht vom Tode von Schwester Oktavia Kahema und ihrem Fahrer erhielt. Die beiden fuhren abends Richtung Moshi, als sie auf einen unbeleuchtet auf der Straße stehenden Lastwagen voll auffuhren und dabei auf tödlich verunglückten. Das Auto soll bei deim Unfall fast zu zwei Dritteln unter den Laster geschoben worden sein. Alle Mitglieder der Missions- und Afrikahilfe wurden umgehend darüber.

Schaffensfroh und zielstrebig

Schwester Oktavia war stellvertretende Provinzialoberin der Kostbaren Blutschwestern im Bereich Ostafrika. Bei der Missionsstation in Kifungilu war sie unter anderem für die Bäckerei, die Landwirtschaft und vieles mehr verantwortlich. So hatte sie auch maßgeblichen Anteil am Aufbau der Schreinerwerkstatt, die zuletzt mit Hilfe der Afrikafahrer aus Oberschwaben errichtet wurde.

„Sie war ein Organisationstalent und die Behördengänge lagen ebenfalls in ihrer Hand“, sagt Richard Neubrand, der Chef der Missions- und Afrikahilfe bei der Kolpingfamilie in Ertingen, über die Verstorbene. Man habe sie als schaffensfrohe, energische und auch zielstrebige Ordensschwester kennen- und schätzen gelernt. Schon zweimal war sie auch in Ertingen zu Gast, woraus sich eine tiefe Freundschaft zu ihr entwickelt hat. Als Zeichen tiefer Freundschaft und langjähriger Verbundenheit mit der hiesigen Afrika-Gruppe soll beim nächsten Aufenthalt Ende 2020 für die Verstorbene ein Gedenkstein am Unfallort gesetzt werden.

Kolpingsfamilie übernimmt Lehrergehalt

Das letzte Großprojekt, den Aufbau der Schreinerwerkstatt bei der Missionsstation in Kifungilu, lag der Verstorbenen als auch den freiwilligen Helfern aus Ertingen und Umgebung sehr am Herzen. Inzwischen läuft die Ausbildung des Schreinernachwuchses auf Hochtouren. Fünf Lehrlinge werden an der Missionsstation in Kifungilu derzeit ausgebildet, wofür sie einen jährlichen Obulus zu entrichten haben. Das Gehalt des Lehrers übernimmt für ein Jahr die Kolpingsfamilie aus Ertingen. Neben der Ausbildung wird auch produktiv schon gearbeitet und so wickelte man unlängst einen Großauftrag ab.

Die Werkstatt in Kifungilu produzierte das ganze Schulmobiliar für eine staatliche Schule und derzeit werden Kirchenbänke für das Upendo in Moshi gefertigt.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen