Moritz Strosack (rechts, HBW Balingen-Weilstetten) bedrängt Frederik Simak von den Füchsen Berlin. Auch in Erlangen sollte Stro
Moritz Strosack (rechts, HBW Balingen-Weilstetten) bedrängt Frederik Simak von den Füchsen Berlin. Auch in Erlangen sollte Strosack nah am Mann sein. (Foto: imago/Bernd König)
Schwäbische Zeitung

Nach dem verpatzten Start in die Restrückrunde mit der Auswärtsniederlage und der Heimniederlage gegen den TBV Lemgo muss der Handball-Bundesligist HBW Balingen/Weilstetten am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr nach Nürnberg. In der Arena Nürnberger Versicherung treffen die Gallier auf den HC Erlangen, der dort seine Heimspiele austrägt.

Das erste Heimspiel im neuen Jahr hat bei den Gallier für viel Verdruss gesorgt. Ausgerechnet gegen den Mitabstiegskonkurrenten TBV Lemgo hat die Mannschaft von Chef-Trainer Jens Bürkle nie in die Spur gefunden – das schlechteste Heimspiel der Saison abgeliefert. Während Bürkle mit der Angriffsleistung noch zufrieden sein konnte, fand das einstige Prunkstück, die Abwehr, zu keiner Phase ins Spiel. Realistisch betrachtet und das belegt auch die Statistik, ist die Defensive schon länger das Sorgenkind des Aufsteigers, weshalb der HBW-Coach daraus im Training auch ein Schwerpunktthema gemacht hat. Geändert hat sich indessen nicht viel. Sowohl in Berlin als auch gegen Lemgo hat es zu Beginn des Spieles noch recht gut funktioniert, aber mit zunehmender Spieldauer haben sich mehr und mehr die alten Strickmuster eingeschlichen und keiner in der Mannschaft war in der Lage, den Hebel nachhaltig wieder umzulegen.

Auch gegen Erlangen hat Jens Bürkle seine Mannschaft wieder ganz akribisch vorbereitet und dennoch weiß niemand so richtig was auf die Gallier zukommt. Grund dafür ist ausgerechnet ein Ex-Gallier. Nach der Niederlage gegen Leipzig im ersten Spiel des neuen Jahres haben die Verantwortlichen in Erlangen die Notbremse gezogen und Trainer Adalsteinn Eyjolfsson, dessen Vertrag zum Saisonende ohnehin ausgelaufen wäre, seines Amtes enthoben. „Wir haben nicht etwa auf die unschöne Niederlage in Leipzig, sondern auf das erheblich gestörte Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer reagiert, das mehr und mehr Einfluss auf das Leistungsvermögen des Teams zu nehmen schien“, kommentierte der sportliche Leiter Kevin Schmidt die Entscheidung.

Als Interimstrainer bis zum Saisonende wurde kein anderer als ausgerechnet der langjährige HBW-Trainer Rolf Brack verpflichtet.

Beim Erlanger Auswärtsspiel am vergangenen Sonntag in Kiel saß Rolf Brack zum ersten Mal auf der Erlanger Bank und musste mit anschauen, wie seine neue Mannschaft regelrecht zerlegt wurde. Zu Beginn der Partie spielten die Franken noch auf Augenhöhe mit dem Serienmeister, aber mit zunehmender Spieldauer wurde das Spiel ziemlich einseitig. „Dieses Ängstliche war sehr schockierend. Dass wir keine einzige Strafminute herausholen, dass wir kein einziges Kontertor machen, dafür zehn vom Gegner bekommen, das zeigt schon, dass da eine Menge zu tun ist und dass wir hier sehr demütig und selbstkritisch analysieren müssen“, sagte Brack nach dem Spiel. Was er mit diesen Sätzen meint und was auf die Gallier zukommt, das weiß man in Balingen nur zu genau. Das wird am Donnerstagabend krachen in der Erlanger Abwehr und die Balinger Angreifer werden Schmerzen aushalten und blaue Flecken in Kauf nehmen müssen.

Die Gallier werden auf eine Defensive treffen, die sie mit Schaum vorm Mund empfängt. Wenn der HBW Balingen-Weilstetten in Erlangen also bestehen will – und das ist keine utopische Vorstellung – müssen Strobel und Co. den Kampf annehmen und mit der notwendigen Einstellung und Cleverness dagegenhalten.

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