20 Minuten lange Polonaise: Die Schwäbische Zeitung wettet gegen die Stadt

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Die beiden Wettpartner beim Handschlag
Jetzt gibt es kein Zurück mehr: Dirk Thannheimer, Redaktionsleiter der SZ Bad Saulgau, wettet gegen Bürgermeisterin Doris Schröter. Beim Happy Family Day am 7. Juli müssen 120 Menschen eine 1200 Sekunden lang dauernde Polonaise durch die Innenstadt machen. (Foto: Thomas Schäfers)
Redaktionsleiter

Top, die Wette gilt: Beim Happy Family Day in Bad Saulgau am Sonntag, 7. Juli, wettet die „Schwäbische Zeitung“ Bad Saulgau, dass es der Stadt nicht gelingt, 120 Menschen zu mobilisieren, die als Löwe verkleidet eine Polonaise durch die Innenstadt machen.

Die Polonaise muss dabei – anlässlich des Jubiläumsjahrs – 1200 Sekunden lang, also 20 Minuten, dauern. Sollte die Stadt die Wette gewinnen, muss SZ-Redaktionsleiter Dirk Thannheimer an einem Samstag eine Stunde lang Kindern in der Stadtbibliothek Geschichten vorlesen. Gewinnt aber die SZ die Wette, muss Bürgermeisterin Doris Schröter samstags auf dem Wochenmarkt möglichst viele Exemplare der SZ verkaufen.

Seit Anfang des Jahres feiern die Bad Saulgauer ihr Stadtjubiläum. Und wie sie es feiern: Der Neujahrsempfang, der Festakt mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der ausverkauften Stadthalle, das Freilichttheater mit vier Aufführungen haben die Erwartungen übertroffen. Bis jetzt kann Bürgermeisterin Doris Schröter glücklich sein über die Feierlichkeiten, die auch dazu dienen soll, „das Wir-Gefühl zu stärken“, wie es Doris Schröter mehrfach betonte.

Start im Oberamteihof

Bei der Stadtwette am Sonntag, 7. Juli, können die Bad Saulgauer ihre Bürgermeisterin noch stolzer machen und sie davor bewahren, auf dem Marktplatz Exemplare der „Schwäbischen Zeitung“ zu verkaufen. Dazu muss aber erst die Wette gewonnen werden. 120 Menschen müssen dazu als Löwe verkleidet um 13.30 Uhr im Oberamteihof erscheinen. Löwe deshalb, weil das Tier das Stadtwappen von Bad Saulgau ist.

Verkleidet heißt in diesem Fall, dass es zum Beispiel ausreicht, wenn Kinder eine Löwenmaske aus Pappe basteln und diese sich aufsetzen oder sich jemand sein Gesicht schminkt und damit als Löwe erkennbar ist. Der Originalität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eine Jury, bestehend aus einem Mitarbeiter der Verwaltung und der SZ sowie einer neutralen Person, wird gemeinsam entscheiden, wer als Löwe gezählt wird und wer nicht. Kommen weniger als 120 Menschen, steht der Sieger schon vorher fest: die „Schwäbische Zeitung“.

Sollten es aber tatsächlich 120 oder mehr anerkannte Löwen sein, wäre die erste Aufgabe der Wette gelöst. Teil zwei der Wette ist eine Polonaise mit Start und Ziel im Oberamteihof. Die Polonaise beginnt um 14 Uhr und darf nicht schon nach ein paar Minuten abrupt enden, sondern muss 1200 Sekunden lang dauern. Wenn die Polonaise zwischendurch mal abreißen sollte, wird die „Schwäbische Zeitung“ als Herausforderer ein Auge zudrücken. Wenn also mindestens 120 Löwen eine 20-minütige Polonaise hinbekommen, dann, ja erst dann, gewinnt die Stadt die Wette. Ansonsten darf sich die „Schwäbische Zeitung“ über die von der Stadt verlorene Wette freuen.

Und da ja Wettschulden bekanntermaßen Ehrenschulden sind, gibt es einen Wetteinsatz, der kurz nach dem Happy Family einzulösen ist. Sollte die Stadt die Wette verlieren, steht Doris Schröter samstags auf dem Markt und verkauft Zeitungen. Mal schauen, wie viel Verkaufstalent in ihr steckt. Und wenn die SZ die Wette verliert, dann stattet SZ-Redaktionsleiter Dirk Thannheimer der Stadtbibliothek einen Besuch ab, um Kindern Geschichten vorzulesen. Dass es dazu kommen wird, steht für Doris Schröter außer Frage: „Ich bin überzeugt davon, dass wir die Wette gewinnen. Die Bad Saulgauer haben im Jubiläumsjahr bereits bewiesen, wozu sie imstande sind.“

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