Zu viel Arsen: Lösungsvorschläge für Brunnenproblem

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Damit das Trinkwasser in Mochenwangen nicht belastet ist, muss entweder eine teure Aufbereitungsanlage her, oder die Gemeinde m
Damit das Trinkwasser in Mochenwangen nicht belastet ist, muss entweder eine teure Aufbereitungsanlage her, oder die Gemeinde muss Fremdwasser beziehen. (Foto: Symbol: Lukas Schulze/dpa)
Wolfgang Steinhübel

Die Arsenwerte im Mochenwangener Trinkwasserbrunnen liegen über dem Grenzwert. Eine teure Aufbereitungsanlage müsste gebaut werden. Seit eineinhalb Jahren wird das Wasser der Gemeinde mit sogenanntem Fremdwasser vom Wasserversorgungsverband Schussen-Rotachtal gemischt. Die TWS haben jetzt in der Turn- und Festhalle drei Lösungsvarianten vorgestellt.

Wenig Kosten, hartes Wasser

Zahlreiche Bürger und viele Mitglieder des Gemeinderats waren zum Bürgerforum gekommen. Michael Scheible von der TWS Netz GmbH hatte zusammen mit seinem Team Informationsstände aufgestellt.

Spezialisten der Technischen Werke Schussental (TWS) und Wasserexperten eines Ingenieurbüros erläuterten Details zu den untersuchten Varianten. Die TWS ist für die technische und kaufmännische Betriebsführung der Wasserversorgung in Wolpertswende verantwortlich.

Variante 1 sieht eine komplette Versorgung über Fremdwasser vom Wasserversorgungsverband Schussen-Rotachtal vor. Die Einspeisung soll vom Hochbehälter Niedersweiler erfolgen. Für diese Lösung sprechen die geringen Investitionskosten und ein geringer Wartungsaufwand. Zudem ist die Gemeinde seit 40 Jahren Mitglied im Verband.

Die Wasserhärte ist bei diesem Wasser mit 19,9 Grad allerdings ziemlich hoch. Hartes Wasser führt unter anderem zu schnellerem Verkalken von Haushaltsgeräten und kann den Geschmack und das Aussehen empfindlicher Speisen und Getränke beeinflussen. Mit einem Wasserpreis von rund 70 Cent pro Kubikmeter ist diese Variante die kostengünstigste für den Verbraucher.

Angebot aus Baienfurt

Neu ist die Variante 2. Sie sieht eine Fremdwasserversorgung durch den Zweckverband Baienfurt-Baindt vor. Ein entsprechendes Angebot hatte Baienfurts Bürgermeister Günter Binder unterbreitet. Für diese Variante sprechen unter anderem die hohe Versorgungssicherheit und die geringe Wasserhärte von 14 Grad. Der Wasserpreis würde rund 75 Cent pro Kubikmeter betragen.

Erhalt des Brunnens wäre teuer

Bei der dritten Variante bleibt der Brunnen in Betrieb. Wegen des hohen Arsengehalts und eines hohen Eisen- und Mangangehalts muss eine teure Aufbereitungsanlage gebaut werden. Die daraus entstehenden Abfallstoffe müssten laufend entsorgt werden. Der Wartungs- und Betriebsaufwand ist sehr hoch. Vorteile sind die geringe Wasserhärte von 14 Grad und die hohe und unabhängige Versorgungssicherheit. Der Wasserpreis liegt bei 113 Cent pro Kubikmeter.

Brunnen macht unabhängig

Die einzelnen Varianten wurden von den Bürgern unterschiedlich bewertet. Der 78-jährige Vinzenz Spieß möchte den Brunnen behalten. Seine Familie wohnt seit vier Generationen in Mochenwangen. „Man weiß ja nie, was kommt“, sagt er.

Dieter Strobel vom Gemeinderat spricht von einer emotionalen und einer wirtschaftlichen Dimension.

Bürgermeister Daniel Steiner tendiert zur Fremdwasserversorgung. „Die Anforderungen werden immer größer“, sagt er. Der Gemeinderat wird voraussichtlich nach der Sommerpause eine Entscheidung fällen.

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