Hotelprojekt Alte Schule in Wolfegg zieht sich hin

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Die Alte Schule in Wolfegg steht unter Denkmalschutz.
Die Alte Schule in Wolfegg steht unter Denkmalschutz. (Foto: Archiv: Philipp Richter)

Die Alte Schule in Wolfegg hätte schon längst zum Hotel umgebaut sein sollen. Doch jetzt kam erst dieser Tage die Baugenehmigung, sagt Investor Peter Hornstein, der das Objekt gekauft hat und sich bereits 2016 dem Gemeinderat Wolfegg sein Hotelkonzept präsentiert hat. „Wir hätten schon im Herbst 2016 mit dem Bau beginnen können“, sagt Hornstein. Vor allem Denkmalschutz und Brandschutz und die langsamen Mühlen der Behörden hätten das Projekt in die Länge gezogen. Wenn jetzt alles so läuft wie angedacht, kann er mit den Bauarbeiten im Herbst dieses Jahres oder im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten beginnen.

Wie bereits Anfang Februar dieses Jahres berichtet, hatte es bereits Gerüchte in der Gemeinde Wolfegg gegeben, dass das Projekt doch nicht zustande kommt und der Investor das Gebäude schon wieder abgestoßen hat. Doch dem hatte Bürgermeister Peter Müller in einer Gemeinderatssitzung entschieden widersprochen. Und auch heute noch sagt Peter Hornstein: „Wir verfolgen nach wie vor die Pläne, müssen jetzt aber erst einmal schauen, wie sich die Kosten entwickelt haben.“ Er rechnet, dass ihm insgesamt rund 600 000 Euro an Mehrkosten entstanden sind.

Hauptgrund dafür seien die Auflagen in Sachen Denkmalschutz und Brandschutz, berichtet Hornstein. Seine Pläne sehen vor, aus dem denkmalgeschützten alten Schulgebäude aus dem Jahr 1908 ein Hotel im Vier-Sterne-Standard mit 23 Doppel- und zwei Einzelzimmern zu machen. Außerdem soll eine öffentlich zugängliche Gastronomie in das Gebäude kommen, dazu eine Terrasse. Das bedeutet natürlich einen Umbau des Gebäudes. Aus Klassenzimmern sollen Hotelzimmer werden.

Der schon einmal verschobene Eröffnungstermin wäre Pfingsten 2019 gewesen. Doch wie Hornstein berichtet, kämen sich ständig Denkmalschutz und Brandschutz in die Quere, was den Baustart immer weiter nach hinten schiebt. Das Problem lässt sich am Beispiel des Dachstuhls erklären. Wie der Investor aus Nonnenhorn im Landkreis Lindau berichtet, schreibt der Denkmalschutz vor, dass der Dachstuhl aus Holz so wie er ist, erhalten bleiben muss. Der Brandschutz schreibe wiederum vor, dass die Balken verkleidet werden müssen. Ein anderes Beispiel seien die Decken beziehungsweise die Böden. Hornstein möchte gerne eine Fußbodenheizung einbauen, wie es heute mittlerweile Standard ist, doch der Denkmalschutz schreibe vor, dass die Fliesen aus den 1960er- und 1970er-Jahren („Ein Glump.“) erhalten bleiben müssen. Das bedeute einen zusätzlichen Aufwand.

Öffentlich zugänglich

„So macht das alles keinen Spaß mehr. Hätte ich vorher gewusst, wie lange alles dauert und was auf mich zukommt, hätte ich mich gar nicht erst um das Objekt beworben“, sagt ein verärgerter Peter Hornstein. Er setzte sich im Wettbewerb gegen zwei andere Interessenten durch. Der Wolfegger Gemeinderat hat sich im Juli 2016 in einer Sitzung bei 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung für das Projekt von Peter Hornstein entschieden. Das Gebäude ging für 475 000 Euro an den Winzer aus Nonnenhorn. Wichtig war dem Gemeinderat bei dem Projekt, dass das Gebäude auch nach wie vor für die Öffentlichkeit zugänglich ist, war es doch für viele Bürger ihre erste Bildungsstätte.

Was Peter Hornstein heute besonders ärgert: Die Brandschutzauflagen seien beim Umbau der Alten Schule zu Wohnungen geringer, und es käme ihn 300 000 Euro günstiger als bei seinem Hotelprojekt. Außerdem sei durch die lange Zeit, die verstrichen ist, die Frist für Fördermittel vom Land Baden-Württemberg abgelaufen. Hornstein rechnete mit einer sechsstelligen Summe.

Sechste Planung steht an

Jetzt komme die nunmehr sechste Planung für das Projekt. Er wolle sich nun mit seinem Architekten und der Gemeindeverwaltung Wolfegg zusammensetzen, um die Vorgaben von Brand- und Denkmalschutz sowie die neuen Auflagen zu besprechen. Dann wird entschieden, wie es mit der alten Schule weitergeht. Wichtig sei ihm, so Hornstein, dass er von der Gemeinde Wolfegg jegliche Unterstützung bekomme.

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