Geschichte zum Mitmachen

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Daniel Krüger

Nein, Winterschlaf sei nun wirklich das falsche Wort. „Die Mitarbeiter des Museums haben in den letzten Wochen und Monaten alles andere als geschlafen“, sagte Kulturdezernent Joachim Simon auf dem Festakt zur Saisoneröffnung des Bauernhausmuseums in der Zehntscheuer in Wolfegg.

Das war auch für die zahlreichen Besucher am Aktionstag zum Thema „Fische und Fasten“ deutlich sichtbar. Wege und Parkplatz wurden pünktlich zur Eröffnung neu gerichtet, die historischen Bauernhäuser herausgeputzt und auch für E-Biker gibt es gute Nachrichten: An beiden Eingängen finden sich nun Ladestationen, die den Museumsgästen kostenlos zur Verfügung stehen.

Neben den offensichtlichen Neuerungen gibt es aber auch zahlreiche neue Angebote, die besonders Familien ins Museum locken sollen. An jedem Samstag der Museumssaison, die von April bis November geht, gibt es speziell für Familien immer um 13 Uhr Programmpunkte wie Puppentheater, Handwerkervorführungen oder Märchenerzählungen. Die Kinder dürfen aber auch selbst kreativ werden, insbesondere an den geplanten Thementagen wie „Musik“, „Gaukler“ oder „Feuerwehr“, die in Kooperation mit örtlichen Vereinen entwickelt wurden. Die beliebten Ferienprogramme werden zudem weitergeführt.

Bereits am Eröffnungstag unter dem Motto „Fische und Fasten“ gab es einen ersten Vorgeschmack auf die Thementage. Museumsfischer Anton Jung erzählte Wissenswertes über die Wolfegger Fischzucht und deren Historie, die bereits auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Wer den zahlreichen heimischen Fischarten, von denen Jung erzählte, Aug in Aug gegenüberstehen wollte, konnte dies dann sogar, ohne dafür auf Tauchstation gehen zu müssen. In einem gut zwei Meter hohen Wasserbassin waren verschiedene Forellenarten, Hechte und sogar Störe zu bewundern. Wie man diese in freier Wildbahn fängt, konnte anschließend im Fischerhaus beim Knüpfer in Erfahrung gebracht werden. Während die traditionelle Herstellung von Fischernetzen eher die Väter interessiert haben dürfte, konnten sich die kleinen Gäste intensiv mit der künstlerischen Gestaltung von Holzfischen beschäftigen oder ihr Glück am gleichnamigen Rad versuchen.

Während das Museumsjahr 2019 bereits durchgeplant ist, beschäftigt sich die neue Museumsleiterin Claudia Roßmann schon mit weiteren Neuerungen für die nächsten Jahre. „Derzeit planen wir für 2020 einen neuen Museumsführer, der noch umfassender über das bäuerliche Leben informiert“, sagt Roßmann. Neben klassischen Medien sollen dabei insbesondere die interaktiven Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt, stärker genutzt werden. „Wir planen eine App, die mit Augmented Reality arbeitet. So kann sich jeder Smartphone-Nutzer künftig von fiktiven Bewohnern der historischen Häuser deren Geschichte erzählen lassen“, so Roßmann.

Passend dazu wird im nächsten Jahr dann auch ein flächendeckendes Wlan-Netzwerk verfügbar sein.

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